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Symbolbild Menstruation © DXstudio
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Amenorrhoe und Oligomenorrhoe

Bleibt die Regelblutung bei einer nicht schwangeren Frau bzw. einem jungen Mädchen ganz aus, sprechen Fachleute von einer Amenorrhoe. Ist der Abstand zwischen den Blutungen zu lang, liegt eine sogenannte Oligomenorrhoe vor. Die Ursachen für diese beiden Zyklusstörungen sind vielfältig und reichen von psychischer Belastung bis hin zu körperlichen Erkrankungen. Da sowohl eine Amenorrhoe als auch eine Oligomenorrhoe auf ernsthafte Erkrankungen hindeuten können, sollten sich betroffene Mädchen und Frauen frühzeitig an eine Frauenärztin/einen Frauenarzt wenden. Zur Abklärung können verschieden Untersuchungen notwendig sein. Die Behandlung hängt von der Ursache der Zyklusstörung ab.

Was ist eine Amenorrhoe?

Wenn die Regelblutung ganz ausbleibt, sprechen Fachleute von einer Amenorrhoe. Dieser Zustand ist unbedenklich, wenn eine Frau schwanger ist, stillt oder sich nach den Wechseljahren befindet. Ist dies nicht der Fall, kann eine Amenorrhoe auf bestimmte Erkrankungen hindeuten.  Dabei unterscheiden Ärztinnen/Ärzte zwischen zwei unterschiedlichen Formen:

  • Primäre Amenorrhoe: Es kommt bei einem Mädchen zu keiner ersten Regelblutung (Menarche) bis zum vollendeten 15. Lebensjahr.
  • Sekundäre Amenorrhoe: Bleibt die Regelblutung bei Frauen, die bereits einen Zyklus hatten, für die Dauer von drei Monaten oder mehr aus, so sprechen Fachleute von einer sekundären Amenorrhoe.

Was ist eine Oligomenorrhoe?

Die Oligomenorrhoe bezeichnet eine zu seltene Regelblutung - der Abstand zwischen den Regelblutungen beträgt mehr als 35 Tage. Oft ist diese von einer abgeschwächten Blutung (Hypomenorrhoe) begleitet. Mitunter kann es auch vorkommen, dass die Abstände zwischen den Regelblutungen immer größer werden und die Regel schließlich ganz ausbleibt. Das heißt, eine Oligomenorrhoe kann auch in eine Amenorrhoe übergehen.

Welche Ursachen haben die Amenorrhoe und Oligomenorrhoe?

Eine Amenorrhoe ist keine Erkrankung für sich, sondern kann ein Symptom verschiedener Grunderkrankungen sein. Sowohl körperliche wie psychische Ursachen können zum Ausbleiben bzw. zu längeren Intervallen der Regelblutung führen.

Ursachen der primären Amenorrhoe 

Der primären Amenorrhoe liegen meist genetische bzw. körperliche Ursachen zugrunde. Dazu zählen u.a.

Störungen mit normal verlaufender Pubertätsentwicklung

Die Entwicklung der Brüste, Vulva und Eierstöcke ist normal. Es besteht jedoch eine genitale Fehlbildung.

  • Fehlbildungen des Jungfernhäutchens (Hymens): Dabei ist die Scheide durch das Jungfernhäutchen vollständig verschlossen, wodurch das Blut während der Menstruation nicht abfließen kann, z.B. Hymenalatresie. Betroffene Mädchen suchen meist eine Ärztin/einen Arzt wegen nicht beginnender Regelblutung und immer wieder kehrender Unterbauchschmerzen auf. Diese Fehlbildung kann mithilfe einer kleinen Operation behoben werden.
  • Fehlbildungen von Scheide (Vagina) und/oder Gebärmutterhals (Zervix) und/oder Gebärmutter (Uterus): Werden die Geschlechtsorgane nicht vollständig ausgebildet, kann es nicht zu einer Blutung kommen, z.B.Mayer-von-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom. Diese Fehlbildung wird meist erst im Jugendalter entdeckt. Die jungen Frauen suchen eine Ärztin/einen Arzt auf, weil sich keine Regelblutung einstellt. Diese/dieser stellt fest, dass das betroffene Mädchen/Frauen u.a. keine Scheide hat und die Gebärmutter nicht oder nur verkümmert (rudimentär) vorhanden ist. Für die betroffene Frau bedeutet dies u.a., dass kein normaler Geschlechtsverkehr möglich ist, sie keine Regelblutung hat und keine Kinder empfangen kann. Betroffene Frauen sind stark psychisch belastet. Mithilfe einer Operation kann eine künstliche Scheide gebildet werden und so ein erfülltes Sexualleben ermöglicht werden.

Störungen mit verzögerter/fehlender Pubertätsentwicklung

  • Turner-Syndrom:  Aufgrund von Gendefekten im Erbgut sind die betroffenen Frauen u.a. kleinwüchsig. In den meisten Fällen sind ihre Eierstöcke fehlgebildet, sodass sie in der Regel unfruchtbar sind.
  • Störungen des Hormonsystems: Der Zyklus wird durch das Zusammenspiel von Hormonen die im Gehirn (Hypothalamus und Hypophyse) und in den Eierstöcken produziert werden gesteuert. Die Hormone, die von den Eierstöcken produziert werden (Östrogene und Progesteron) wirken auf die Gebärmutter und führen zur Regelblutung. Liegt eine Störung im Bereich des Hypothalamus und/oder der Hypophyse vor, können die Eierstöcke keine Hormone produzieren, obwohl diese völlig normal entwickelt sind. Bei betroffenen Mädchen beginnt die Pubertät verzögert bzw. bleibt aus. Zu solch einer Störung kann es u.a. kommen durch: 
    • Chronische Erkrankungen: z.B. Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa), zystische Fibrose, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen
    • Als Folge einer Chemo- Strahlentherapie
    • Hirntumore
    • Exzessiven Sport
    • Genetische Veränderungen

Störungen mit Vermännlichung (Virilisierung) und fehlendem Eisprung

  • Adrenogenitales Syndrom (AGS): Es handelt sich dabei um eine angeborene Stoffwechselstörung der Nebennierenrinde. Dabei werden u.a. zu viele männliche Hormone (Testosteron) produziert. Betroffene sind genetisch gesehen weiblich und haben auch eine Gebärmutter und Eierstöcke. Sie weisen mitunter bereits bei der Geburt ­Vermännlichungserscheinungen etwa des äußeren Genitals auf. Äußerlich kann es zu Vermännlichungserscheinungen (Verstärkte Körperbehaarung, Bartwuchs, Akne) kommen.
  • PCO-Syndrom: Eine hormonelle Veränderung mit seltenen oder gar keinen Eisprüngen. Seltene oder fehlende Regelblutungen, verstärkter Haarwuchs im Gesicht und am Körper, Akne aber auch unerfüllter Kinderwunsch können Anzeichen für dieses Krankheitsbild sein.

Ursachen der sekundären Amenorrhoe und Oligomenorrhoe

Die Ursachen für eine sekundäre Amenorrhoe bzw. Oligomenorrhoe können sowohl körperlicher wie psychischer Natur sein. Stress, Konflikte in der Partnerschaft, Leistungssport etc. können zum Ausbleiben der Regelblutung bzw. zu seltenen Blutungen führen. Abgesehen von der häufigsten Ursache für eine sekundäre Amenorrhoe – eine Schwangerschaft – kommen viele mögliche Ursachen in Frage:

  • Hormonstörungen
    • Schilddrüsenerkrankungen (Über- oder Unterfunktion)
    • Tumore oder Entzündungen im Bereich des Hypothalamus oder der Hypophyse
    • Erkrankungen der Nebennieren mit Überschuss an männlichen Hormonen
  • Polyzystisches Ovar-Syndrom (PCOS)
  • Tumore oder Krebs (Gebärmutter-, Scheiden- oder Eierstockkrebs)
  • Zysten im Eierstock
  • Chronische Erkrankungen, z.B.
  • Vorzeitiger Wechsel (Klimakterium praecox): Betroffene Frauen kommen schon vor dem 40. Lebensjahr in die Wechseljahre
  • Übergewicht oder Untergewicht (Essstörungen)
  • Folgeerscheinung einer Chemo- und/oder Strahlentherapie
  • Medikamente: Verschiedene Medikamente und Hormonpräparate, wie beispielsweise die Antibabypille, trizyklische Antidepressiva, Cortison oder blutdrucksenkende Medikamente können den Hormonhaushalt beeinflussen und zu einer sekundären Amenorrhoe führen.

Hinweis Nach dem Absetzen hormoneller (z.B. Pille, Drei-Monats-Spritze oder Hormonspirale) kann es eine gewisse Zeit dauern, bis sich der Zyklus wieder normalisiert.

Wie wird die Diagnose einer Amenorrhoe bzw. Oligomenorrhoe gestellt?

Um die Ursache für das Ausbleiben der Regelblutung herauszufinden, verschafft sich die Ärztin/der Arzt mithilfe einer ausführlichen Anamnese einen ersten Überblick. Dabei ist es wichtig mit der Ärztin/dem Arzt auch über bestehende Erkrankungen, die Einnahme von Medikamenten aber auch über psychische Belastungen und persönliche Probleme zu sprechen.

Danach wird die Frau gynäkologisch untersucht. Zur genaueren Abklärung kann die Ärztin/der Arzt weitere Untersuchungen anordnen, z.B. . Ultraschalluntersuchung der Organe des kleinen Beckens, Laboruntersuchung (Hormonstatus),  Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) oder genetische Tests.

Wie wird eine Amenorrhoe bzw. Oligomenorrhoe behandelt?

Um eine Amenorrhoe bzw. Oligomenorrhoe behandeln zu können, muss die Ärztin/der Arzt zunächst die zugrunde liegende Ursache ermitteln. Nach dieser richtet sich die Behandlung. Liegt eine Hormonstörung vor, kann eine entsprechende hormonelle Behandlung erfolgen. Fehlbildungen von Organen oder Tumore können operativ behandelt werden. Ist das Ausbleiben der Regelblutung bzw. das verlängerte Intervall auf Stress und psychische Belastung zurückzuführen, können Entspannungsmethoden oder Psychotherapie helfen. Wenn eine Essstörung die Ursache ist, so muss die betroffene Frau zunächst ein normales Körpergewicht erreichen. Wenn dieses für einige Zeit konstant ist, setzt in den meisten Fällen auch wieder eine normale Regelblutung ein.

Wohin kann ich mich wenden?

Erste Ansprechstelle für die Diagnose bzw. Behandlung ist die Gynäkologin/der Gynäkologe.

  • Hier finden Sie Gynäkologinnen/Gynäkologen in Ihrer Nähe: Arztsuche

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen  übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über die  Online-Ratgeber der Sozialversicherung.

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