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Symbolfoto für Penis © nerthuz

Erworbene Penisverkrümmung: Was ist das?

Als Penisverkrümmung (Penisdeviation) bezeichnet man jedes Abweichen der Penisform von der geraden Achse. Es handelt sich um eine gutartige Erkrankung, die angeboren oder erworben sein kann. Während die angeborene Penisverkrümmung seit Geburt besteht, entwickelt sich die erworbene Penisverkrümmung im Laufe des Lebens . . .

Eine Penisverkrümmung tritt meist bei Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf. Eine Verkrümmung des Penis kann in jede Richtung erfolgen, so kann der Penis zu Seite (lateral), nach oben (dorsal) oder nach unten (ventral) gebogen sein. Auch eine korkenzieherartige Krümmung oder Einschnürung ist möglich. Die genauen Ursachen für eine Penisverkrümmung sind bis heute jedoch noch unbekannt. Die erworbenen Penisverkrümmung wird in der Medizin als Induratio penis plastica (IPP, Peyronie's disease) bezeichnet. Ausgangspunkt der Erkrankung ist eine entzündliche Reaktion an der Schwellkörperhülle, die den Penis umgibt (Tunica albuginea). Durch diese Entzündung bildet sich Narbengewebe, welches für die Entstehung von fibrösen Plaques (faserige Knoten) verantwortlich ist.

Verkrümmung durch Plaques

Die entstandenen Plaques im Bereich der Schwellkörper bilden Faserberge, die sich als flache längliche Knoten ertasten lassen. Diese können unterschiedliche Größe haben und sich über den ganzen Penisschaft ausbreiten. In der Regel entwickeln sich Plaques an der Ober-, seltener an der Unterseite des Penis. Manchmal kann es in den Plaques auch zu Kalkeinlagerung kommen.
Die Plaques führen dazu, dass sich der Penis bei der Erektion verkrümmt. Ursache dafür ist, dass der Schwellkörper sich im Bereich der Verhärtung nicht mehr vollständig ausdehnen kann. Unter Umständen beeinträchtigen die Plaques auch die Durchblutung, indem sie Blutgefäße verdrängen und verursachen so neben der Penisverkrümmung auch eine erektile Dysfunktion. Weicht der krumme Penis erheblich von der Achse ab, kann dies zu Schmerzen bei der Erektion sowie zu Problemen beim Geschlechtsverkehr führen – oder diesen sogar unmöglich machen. Aber auch emotionaler Stress und Angst, durch Auftreten einer Peniskrümmung, kann das Sexualleben stark beeinflussen.

Akute & stabile Phase

Die erworbene Penisverkrümmung (IPP) verläuft in zwei Phasen. Anfangs, in der akuten entzündlichen Phase, treten typischerweise Schmerzen bei der Erektion auf und es bildet sich eine Verkrümmung. Auf die akute Phase folgt die stabile Phase. Diese ist durch eine stabile Penisverkrümmung und weniger bis keine Schmerzen gekennzeichnet. Auch der Deformationsprozess kommt zum Stillstand.

Erst wenn die IPP über einen Zeitraum von einem Jahr bestanden hat und der Patient davon mindestens sechs Monaten schmerzfrei gewesen und es auch zu keinem Fortschreiten gekommen ist, wird von einer stabilen Phase (auch chronische Phase) gesprochen.

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