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Mädchen blickt auf leeren Suppenteller © weseetheworld

Essstörungen: Was ist das?

Essstörungen können in ihrem Auftreten unterschiedlich sein. Sie äußern sich teils durch Hungern, sind aber auch durch die Aufnahme von sehr großen Nahrungsmengen gekennzeichnet. Die verschiedenen Formen von Essstörungen können auch ineinander übergehen. Gemeinsam ist den Betroffenen von Essstörungen, dass Essen sowie die Beschäftigung mit den Themen „Essen“ und „Figur“ Gedanken, Leben und Alltag massiv bestimmen. Der Verlauf ist meist chronisch, die Folgen sind oft schwerwiegend . . .

Formen der Essstörungen

Man unterscheidet im Wesentlichen drei „klassische“ Formen:

  • Anorexia nervosa (Magersucht, Anorexie)
  • Bulimia nervosa (Bulimie)
  • Binge eating disorder (Störung mit Heißhungeranfällen, Binge-Eating-Störung)

Nicht immer sind alle Merkmale der jeweiligen Essstörung ausgeprägt. Die verschiedenen Formen können auch ineinander übergehen und sind daher nicht immer ausschließlich einer Essstörung zuordenbar. Neben diesen drei Essstörungen gibt es eine Reihe weiterer, beispielsweise die „nicht näher bezeichneten Essstörungen“. Essstörungen betreffen überwiegend junge Menschen, sie können sich aber auch in höherem Alter zeigen bzw. wieder auftreten.

Eine Essstörung entsteht nicht aus heiterem Himmel, sondern entwickelt sich nach und nach. Die Übergänge sind oft fließend. Gemeinsam ist den Betroffenen von Essstörungen, dass Essen sowie die Beschäftigung mit den Themen „Essen“ und „Figur“ Gedanken, Leben und Alltag massiv bestimmen. Der Verlauf ist meist chronisch, die Folgen sind oft schwerwiegend.

Risikofaktoren für Essstörungen

Verschiedene Erklärungsmodelle setzen sich mit Anlage, Entwicklung und Aufrechterhaltung von Essstörungen sowie Risikofaktoren auseinander. Man geht heute davon aus, dass mehrere verschiedene Faktoren an der Entwicklung einer Essstörung beteiligt sind. Die Risikofaktoren betreffen den familiären, soziokulturellen, individuellen sowie biologischen Bereich. Diätwahn kann eine Rolle spielen. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass die Veranlagung vererbt wird. Zudem scheint u.a. die Persönlichkeit der Betroffenen mitbeteiligt zu sein. In der Praxis sind die Faktoren und das Zusammenspielen der Faktoren bei jeder Betroffenen/jedem Betroffenen unterschiedlich.

  • Schönheitsideal & gesellschaftlicher Einfluss. Das gesellschaftliche Bild eines Schönheits- und Schlankheitsideals (in westlichen Ländern) kann die Ausprägung von Essstörungen mit beeinflussen. Auf Jugendliche, die körperliche und psychische Veränderungen der Pubertät als Verunsicherung erleben, kann sich ein Schönheitsideal, das durch einen sehr schlanken Körper geprägt ist, entsprechend negativ auswirken. Bei Personen, die berufsbedingt sehr schlank sein müssen, wie beispielsweise Leistungssportlerinnen und -sportler in bestimmten Disziplinen, Tänzerinnen und Tänzer sowie Models, können ebenfalls Essstörungen auftreten. Auch die Meinung von Gleichaltrigen kann das Essverhalten beeinflussen.
  • Häufig durchgeführte Diäten & gezügeltes Essverhalten. Diese zählen zu den bedeutendsten Risikofaktoren für Essstörungen. Diäten können Essstörungen begünstigen – v.a. sehr strenges Diäthalten. Hungerphasen folgen dabei oftmals Heißhungerattacken. Einige Mädchen und Burschen kontrollieren ihr Essen extrem stark, sodass es zu einer Essstörung kommen kann. Aber: Bei Weitem nicht alle Jugendlichen mit Abnehmversuchen entwickeln in späterer Folge eine Essstörung – und auch nicht ausschließlich aufgrund der Diätversuche.
  • Familiensituation. Essstörungen können mit dem Kommunikationsverhalten und den Interaktionsmustern in der Familie zusammenhängen, z.B. bedingt durch bestimmte Erziehungsstile, Konfliktvermeidung, hohe Erwartungen, Leistungsorientierung, mangelnde Zuwendung durch die Eltern und einen unsicheren Bindungsstil etc. Allerdings gibt es keine speziellen Verhaltens- und Kommunikationsmuster, die generell zur Entwicklung von Essstörungen führen müssen.
  • Gene, Vererbung & familiäre Häufung. Anorexia nervosa und Bulimia nervosa können gehäuft in der Familie auftreten. Außerdem wird angenommen, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Bei Essstörungen handelt es sich um komplexe Erkrankungen. Ein „Essstörungs-Gen“ für die Entstehung und das Aufrechterhalten einer Essstörung gibt es nicht. Man geht außerdem davon aus, dass der Neurotransmitter Serotonin im Zusammenhang mit Essstörungen eine Rolle spielen kann.
  • Individuelles & Persönlichkeit. Ein geringes Selbstwertgefühl kann ebenfalls in Zusammenhang mit Essstörungen gebracht werden – z.B. bei einer Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa. Perfektionismus (bei Anorexia nervosa) und hoher Leistungsanspruch an sich selbst können ein Risiko für die Entstehung einer Essstörung sein.
  • Psychische Erkrankungen bzw. Symptome. Psychische Störungen wie Angst- und Zwangsstörungen oder depressive Tendenzen sowie negative Grundeinstellung können zudem mit einer Essstörung verknüpft sein.
  • Auslösende Faktoren. Problemen bei der Bewältigung von Entwicklungsprozessen (Pubertät), Überforderung, traumatischen Erlebnissen wie sexueller Missbrauch oder negativen sexuellen Erlebnissen sowie Trennungserfahrungen wird ein Anteil am ersten Auftreten einer Essstörung zugeschrieben.
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