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Melanom © AustralisPhotography
Melanom © AustralisPhotography

Hautkrebs: Melanom

Das maligne Melanom, auch „Schwarzer Hautkrebs“ genannt, ist die bösartigste Form von Hautkrebs und für mehr als 90 Prozent aller Sterbefälle an Hauttumoren verantwortlich. Laut Statistik Austria erkranken in Österreich pro Jahr etwa 1.500 Menschen an einem malignen Melanom. Seine Gefährlichkeit besteht in der hohen Neigung, bereits in frühen Phasen Metastasen zu bilden. Daher sind eine möglichst frühe Diagnose und operative Entfernung wichtig. Neben einem vernünftigen Umgang mit der Sonne ist die regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut (mindestens zweimal jährlich) der beste Schutz vor Hautkrebs. Darüber hinaus haben neue Therapieansätze in den letzten Jahren zu einer deutlichen Verbesserung der Behandlungsergebnisse selbst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien geführt.

Welche Ursachen hat ein Melanom?

Das Melanom entsteht durch eine starke Schädigung von pigmentbildenden Zellen der Haut (Melanozyten). Diese Zellen dienen normalerweise dazu, nach Sonnenbestrahlung das braune Melanin-Pigment zu bilden. Es ist für das „Braunwerden“ verantwortlich und soll uns vor Sonnenlicht-bedingten Schäden schützen.

Sonneneinstrahlung ist der Hauptauslöser, allerdings nicht die alleinige Ursache. Melanome entstehen auch an nicht sonnenexponierter Haut und an Schleimhäuten sowie aus bestimmten Muttermalen. Die Tumorbildung kann darüber hinaus durch Giftstoffe, Hormone, Medikamente etc. gefördert werden. Weiters entwickeln immunschwache Personen wie AIDS-Kranke und transplantierte Patientinnen/Patienten häufiger Melanome.

Hinweis Häufige Solarienbesuche erhöhen das Melanomrisiko. Der potenzielle Schaden ist umso größer, je jünger der „Konsument“ ist. Daher gilt seit 1. September 2010 ein Solarienverbot für Jugendliche unter 18 Jahren.

Wie Sie einem Melanom vorbeugen können?

Neben einem vernünftigen Umgang mit der Sonne ist die regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut (mindestens zweimal jährlich) der beste Schutz vor Hautkrebs. Zusätzlich sollte eine jährliche Untersuchung durch die Hautärztin/den Hautarzt erfolgen. Personen mit erhöhtem Hautkrebsrisiko sollten zweimal jährlich zur hautärztlichen Kontrolle gehen. Ob verdächtige Hautveränderungen gut- oder bösartig sind, lässt sich gegebenenfalls mittels digitaler Auflichtmikroskopie feststellen. Mit diesem schmerzlosen, ungefährlichen Vergrößerungsverfahren können darüber hinaus unter standardisierten Bedingungen Veränderungen an der Haut im weiteren Verlauf genau beobachtet werden.

Welche Symptome können auftreten?

Melanome entwickeln sich meist über einen längeren Zeitraum aus einem Pigmentfleck. Sie sind braune bis tiefschwarze Tumoren verschiedenster Größe und Form. Typisch ist ein unregelmäßiges Aussehen mit unregelmäßigem Rand und mehreren Farbtönen. Im Bereich der Hautveränderungen können Juckreiz, Blutungen und Entzündungen auftreten.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Melanome haben typische Merkmale, an denen sie recht gut erkennbar sind. Insbesondere die Unterscheidung zwischen Melanom und Muttermal ist relevant. Als Hilfsmittel kann dabei die sogenannte ABCDE-Regel dienen:

  • A = Asymmetrie: Die Muttermale sind rund und symmetrisch. Melanome wachsen stärker in eine Richtung und sind daher asymmetrisch.
  • B = Begrenzung: Die Muttermale sind in der Randzone scharf zur normalen Haut begrenzt. Melanome zeigen eine zackige und unregelmäßige Begrenzung zur normalen Haut. Dunkel gefärbte Stellen und helle Haut gehen scheinbar übergangslos ineinander über.
  • C = Colorit (Farbe): Muttermale weisen einen einheitlichen (homogenen) hellbraunen bis dunkelbraunen Farbton auf. Melanome sind durch verschiedene braune und schwarze bzw. rötliche und auch graue Farbtöne gekennzeichnet.
  • D = Durchmesser: Muttermale bleiben nach ihrer anfänglichen Wachstumsphase über viele Jahre gleich groß. Melanome nehmen immer an Größe zu.
  • E = Enlargement (Erweiterung): Melanome wachsen rasch, Muttermale langsam.

Häufig kann die Hautärztin/der Hautarzt ein Melanom anhand der Hautveränderungen erkennen. Eine Absicherung der Diagnose ist mittels digitaler Auflichtmikroskopie möglich. Zur Früherkennung und Verlaufsbeobachtung sind auch sequenzielle digitale Dermatoskopie und Ganzkörperphotographie. Darüber hinaus steht eine Reihe anderer bildgebender Verfahren zur Auswahl, die in klinischen Studien eine hohe Aussagekraft zeigen konnten (z.B. konfokale Laserscanningmikroskopie, elektrische Impedanzspektroskopie, Multiphotonenlasertomographie, Multispektralanalyse, optische Kohärenztomographie, Raman-Spektroskopie). Bei Verdacht auf Metastasen kommen u.a. Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Ultraschall und Röntgen zum Einsatz. 

Wie erfolgt die Behandlung eines Melanoms?

Die Therapie der Wahl ist die operative Entfernung des Melanoms mit einem Sicherheitsabstand. Häufig wird dabei auch eine Biopsie der Sentinel- oder Wächterlymphknoten durchgeführt. Sind diese Lymphknoten gesund, weisen mit großer Sicherheit auch keine anderen nachgeschalteten Lymphknoten einen Tumorbefall auf.

Bei manchen Melanomen reicht die alleinige Operation des Tumors nicht aus. Ab einer Eindringtiefe des Melanoms von mehr als 1,5 Millimetern besteht ein Risiko, dass zu einem späteren Zeitpunkt Metastasen auftreten. Zur Verbesserung der Operationsergebnisse gibt es je nach Stadium der Erkrankung mehrere Möglichkeiten, um die Heilungschancen zu verbessern oder zumindest das tumorfreie Intervall bzw. die Überlebenszeit zu verlängern.

  • Immuntherapie: Sie versucht, die körpereigenen Abwehrkräfte zu aktivieren und damit das Tumorwachstum zum Stillstand zu bringen oder den Tumor sogar komplett zu eliminieren. Zum Einsatz kommen sogenannte Checkpoint-PD-1-Blocker (z.B. Ipililumab, Pembrolizumab, Nivolumab). Die Immuntherapie bekommt in den letzten Jahren einen zunehmenden Stellenwert, da sie zu teilweise deutlich besseren Behandlungsergebnissen als bisher übliche Ansätze bringt. 
  • Chemotherapie: Ziel ist die Verkleinerung oder vollständige Rückbildung von Krebsgeschwulsten. Dabei werden Arzneimittel (Zytostatika) eingesetzt, die bevorzugt Tumorzellen abtöten sollen – unter größtmöglicher Schonung der gesunden Körperzellen.
  • Neue zielgerichtete Therapien z.B. BRAF-Inhibitoren Dabrafenib und Vemurafenib, MEK-Inhibitoren Trametinib und Cobimetinib) können bei metastasiertem Melanom eine Lebensverlängerung der Betroffenen bewirken.

Eine adjuvante (= die Operation unterstützende) Therapie kommt zur Anwendung, wenn kein Tumor nachweisbar ist, aber das Metastasenrisiko aufgrund der Größe des Ersttumors hoch ist. Früher wurden in erster Linie Radiotherapie und Interferone eingesetzt, heute kommt zunehmend Immuntherapie zur Anwendung.

Bei der sogenannten neoadjuvanten Therapie wird eine systemische Therapie vor der operativen Sanierung von Metastasen verabreicht. In Frage kommen dafür verschiedene Immun- und zielgerichtete Therapien.

Zur Therapie des inoperabel metastasierten Melanoms werden verschiedene Wirkstoff-Kombinationen evaluiert.

Aktuell sind zahlreiche Studien zu neuen Behandlungsansätzen im Laufen. Große Hoffnungen ruhen insbesondere auf der Entwicklung von Tumorimpfstoffen.

Nachsorge

Je nach individuellem Risiko sollten regelmäßig Kontrolluntersuchungen über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren durchgeführt werden, um frühzeitig Rezidive und Zweitmelanome zu entdecken. Nach diesem Zeitraum sollten sich die Maßnahmen auf eine regelmäßige Selbstuntersuchung sowie die jährliche Ganzkörperuntersuchung auf Zweitmelanome beschränken.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei verdächtig erscheinenden Hautveränderungen sollten Sie sich umgehend an eine Hautärztin/einen Hautarzt wenden. Eine frühe Diagnose und Therapie sind wichtig, weil rechtzeitig erkannte Melanome operativ gut geheilt werden können und dadurch auch die Entstehung von potenziell lebensbedrohlichen Metastasen verhindert werden kann.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

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