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Krebszelle © crevis

Brustkrebs: Was ist das?

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung von Frauen in Österreich. Diese hohe Verbreitung ist in allen westlichen Industrieländern gleich. Brustkrebs entsteht – wie jede Art von Krebs – durch eine Fehlsteuerung des Zellwachstums. Die meisten Zellen im Körper erneuern sich ständig durch die Zellteilung. Dabei übernehmen die neuen Zellen die Aufgaben der alten. Der Bauplan einer neuen Zelle, der genetische Code, ist auf der DNA der Zelle (Desoxyribonukleinsäure/DNS) gespeichert. Nach dem Stand der Wissenschaft wird Krebs durch Veränderungen im Genmaterial einer Zelle (Genmutation) verursacht. Die Krebsursprungszelle bildet entweder neue Zellen, obwohl sie der Körper nicht benötigt, oder alte Zellen sterben nicht ab, obwohl dies entsprechend ihrem Lebenszyklus der Fall sein sollte. Durch spezielle Wachstumsfaktoren wird die Vermehrung von Krebs begünstigt. Krebszellen schaffen sich auch eine eigene Blutversorgung und bilden Eiweißstoffe, die es ermöglichen, in umliegendes Gewebe einzudringen.

Die weibliche Brust

Die weibliche Brust besteht aus Drüsen-, Fett- und Bindegewebe. Das Brustgewebe wird durch den großen Brustmuskel zum Brustkorb hin begrenzt. Die Brust selbst weist keine Muskeln auf. Zwischen Drüsen- und Bindegewebe ist Fettgewebe eingelagert, das die Größe und das Aussehen der Brust bestimmt. Im Bindegewebe der Brust verlaufen Nervenbahnen sowie Blut- und Lymphgefäße, welche das Brustgewebe versorgen.

In der Lymphflüssigkeit werden z.B. Abbaustoffe aus dem Gewebe über das Lymphgefäßsystem abtransportiert. Diese werden in den Lymphknoten „gefiltert“. Lymphknoten sind normalerweise erbsengroß, weich und nicht tastbar. Sie befinden sich in der Achsel, oberhalb des Schlüsselbeins oder entlang des Brustbeins. Die weibliche Brust reagiert sensibel auf die regelmäßigen Hormonschwankungen und schwillt vor der Menstruation an. Dabei kann es vorübergehend zu Spannungsgefühlen und knotenartigen Veränderungen in der Brust kommen.

Gutartige Veränderungen der Brust

Veränderungen der Brust sind sehr häufig. Die Ursachen stehen mit hormonellen Faktoren im Zusammenhang. Gutartige Veränderungen gehen häufig mit der Bildung von Knoten oder Tumoren (Geschwulsten), dem Anschwellen der Brüste vor der Regelblutung und selten mit dem Ausfluss eines Sekrets aus der Brustwarze einher. Zu den Veränderungen bzw. Erkrankungen zählen Mastopathien, Zysten und entzündliche Erkrankungen (z.B. Fisteln, Abszesse). Rund 75 Prozent aller Brusttumore sind gutartig. Zu den gutartigen Tumoren zählen Fibroadenome, Papillome, Zysten oder Lipome. Gutartige Tumore wachsen langsam und verdrängen umliegendes Gewebe durch ihr Wachstum, dringen aber nicht in dieses Gewebe ein und bilden keine Metastasen (Tumorabsiedlungen).

Häufigkeit von Brustkrebs

In Österreich wird pro Jahr bei rund 5.000 Frauen Brustkrebs diagnostiziert. Rund drei Viertel der erkrankten Frauen sind älter als 50 Jahre. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung von Frauen in Österreich. Diese hohe Verbreitung ist in allen westlichen Industrieländern gleich. In sehr seltenen Fällen – nämlich bei rund einem Prozent der Krebsfälle – tritt Brustkrebs auch bei Männern auf. 

Erhöhtes Brustkrebsrisiko mit steigendem Lebensalter 

Das Risiko für eine Brustkrebserkrankung von Frauen steigt mit zunehmendem Alter an. Bei jüngeren Frauen ist das Brustkrebsrisiko deutlich geringer als bei älteren. Das durchschnittliche Alter der neu erkrankten Frauen beträgt rund 63 Jahre. Weitere Informationen zur Häufigkeit von Brustkrebs finden Sie in der Broschüre des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms

Laut der Todesursachenstatistik der Statistik Austria verstarben in Österreich im Jahr 2014 1.535 Frauen an Brustkrebs. Da Brustkrebs durch Früherkennungsprogramme nicht nur häufiger, sondern auch in einem immer früheren Stadium erkannt wird, zeichnet sich laut Statistik Austria ein deutlicher Rückgang der Sterblichkeit ab. Das Risiko für Frauen bis zum 75. Lebensjahr an Brustkrebs zu sterben, ging von 2004 bis 2014 von 1,9 Prozent auf 1,5 Prozent (kumulatives Risiko) zurück. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Statistik Austria unter www.statistik.at.

Risikofaktoren für Brustkrebs

Damit eine Zelle zur Krebszelle wird, müssen im Körper eine Vielzahl von Störungen bzw. Schädigungen zusammenwirken, die zum Teil im Laufe des Lebens erworben werden, zum Teil vererbt worden sind. Bisher sind zwei Gene bekannt, deren Veränderungen die Entstehung von Brustkrebs begünstigen können: die Gene BRCA 1 und BRCA 2. Die Wissenschaft geht davon aus, dass fünf bis acht von hundert Brustkrebspatientinnen von vererbten Schäden dieser Gene betroffen sind. Bei allen anderen erkrankten Frauen entstehen bestimmte Genveränderungen erst im Laufe des Lebens.

Zu den Risikofaktoren für Brustkrebs zählen – neben den vererbten Genschäden – das Alter, hormonelle Einflüsse – insbesondere eine frühe Menstruation, eine späte Menopause sowie eine Hormonersatztherapie –, Krebsfälle in der direkten Verwandtschaft, die Strahlenbelastung (Aussetzung gegenüber ionisierender Strahlung) oder Lebensstilfaktoren wie übermäßiger Alkoholkonsum, falsche Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Es kann viele Jahre dauern, bis sich schädigende Einflüsse und Störungen in einer Veränderung der Zelle niederschlagen und daraus eine Krebserkrankung entsteht. Manche Arten von Brustkrebs können sich allerdings auch sehr rasch, innerhalb weniger Monate, entwickeln. Weitere Informationen finden Sie unter Brustkrebs: Vorbeugung.

Frühformen von Brustkrebs

In seiner Frühform bildet der Brustkrebs häufig sehr kleine, lokal begrenzte Tumore, sogenannte nicht invasive Formen, die auch als In-situ-Karzinome bezeichnet werden. Am häufigsten entstehen Krebszellen in den Milchgängen (duktales Karzinom in situ oder DCIS) und weniger häufig in den Drüsenläppchen (lobuläres Karzinom in situ, LCIS). In seiner Frühform entstehen bei Brustkrebs oft sogenannte Mikroverkalkungen (kleine Kalkablagerungen in der Brust), die am besten mittels Mammografie erkennbar sind. An sich kommen Mikroverkalkungen in der Brust häufig vor und sind meistens harmlos. Sie können aber auch auf einen bösartigen Tumor hinweisen, insbesondere wenn sie gruppiert liegen und eine uneinheitliche Form aufweisen. Aus lokal begrenzten Karzinomen kann sich ein Tumor entwickeln, der in das umliegende Gewebe eindringt und Metastasen in den Lymphknoten und in anderen Organen bildet.

Bösartige Brusttumore

Bösartige Tumore (Mammakarzinom) der Brust durchwachsen das Brustdrüsengewebe und können Metastasen bilden. Sie werden auch als invasive Tumorformen bezeichnet. Metastasen entstehen dadurch, dass sich Krebszellen vom ursprünglichen Tumor ablösen und über die Blutbahn oder das Lymphsystem in andere Körperregionen transportiert werden, wo sie neue Tumore bilden. Das duktale Karzinom im Milchgang der Brustdrüse und das lobuläre Karzinom in den Drüsenlappen können sich zu einer invasiven Form entwickeln. Eine seltene Brustkrebsform ist der Morbus Paget.

Rund 80 Prozent der bösartigen Brusttumore entwickeln sich aus den Zellen der Milchgänge. Der Rest entsteht in den Zellen der Drüsenläppchen. Bestimmte bösartige Brusttumore wachsen strahlenförmig. Dabei kann sich die Brustwarze oder die Haut abflachen oder einziehen. Andere Tumore zerstören durch ihr Wachstum Blutgefäße. Daraus können äußerlich erkennbare Blutergüsse oder Vorwölbungen der Brust entstehen.

Hinweis Die meisten Mammakarzinome entstehen im äußeren oberen Viertel der Brust, das am nächsten zur Achsel liegt.

Warnzeichen für Brustkrebs

Folgende Symptome können ein Anzeichen für Brustkrebs sein. Tritt ein Symptom oder treten mehrere auf, sollten Sie diese von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt untersuchen lassen:

  • Neue Knoten oder Verhärtungen in der Brust,
  • neu aufgetretener Größenunterschied der Brüste,
  • Einziehungen der Haut der Brust oder der Brustwarze,
  • Veränderungen einer Brustwarze,
  • klare oder blutige Absonderungen aus einer Brustwarze,
  • Ekzem der Brustwarze,
  • Bluterguss oder Hautrötung der Brust oder
  • neu auftretender Knoten in der Achselhöhle.

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