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Iliosakralsyndrom: Hilfreiche Übungen

Bei einem Iliosakralsyndrom – auch ISG-Blockade genannt – treten Schmerzen im Bereich des hinteren Beckens, insbesondere im Bereich des Kreuzbeines und Hüftbeines auf. Gezielte Übungen können helfen, die Beschwerden zu reduzieren. Hilfreich sind dabei Dehn- und Mobilisationsübungen sowie Übungen zur Kräftigung des unteren Rückens, des Bauches und zur Beckenstabilisation.

Übung 1: Beckenschaukel zur Mobilisation des Beckens im Sitzen oder im Liegen

  • Ausgangsposition: Rückenlage oder im Sitzen, die Beine sind aufgestellt. 
  • Bewegung:
    • Kippen Sie das Becken, sodass der gesamte untere Rücken aufliegt (Variante im Liegen) oder im Sitzen ganz rund wird (Variante im Sitzen). 
    • Anschließend kippen Sie das Becken in die andere Richtung und bewegen den Rücken in eine geführte, kontrollierte Streckung (Hohlkreuz).
    • Wiederholen Sie dies 10 bis 15 Mal in einem angenehmen, flüssigen Tempo.

Variante im Liegen

Frau in Rückenlage, Beine aufgestellt, Rücken in Hohlkreuz gestreckt
Ausgangsposition, Becken nach oben gekippt © Physio Austria
Frau in Rückenlage, Beine aufgestellt, Rücken auf Liege gedrückt
Lendenwirbelsäule liegt auf © Physio Austria

Variante im Sitzen

Frau sitzt an der Kante einer Liege, Arme auf den Knien abgestützt, Oberkörper abgerundet
Ausgangsposition, Sitz auf Sessel, Lendenwirbelsäule runden © Physio Austria
Frau sitzt an der Kante einer Liege, Arme abgestützt, Oberkörper aufrecht
Becken und Lendenwirbelsäule in Hohlkreuz führen © Physio Austria

Übung 2: Kniependel zur Mobilisation des Beckens und der Hüften im Liegen

  • Ausgangsposition: Sie liegen auf dem Rücken, die Beine sind aufgestellt, Knie sind abgewinkelt.
  • Bewegung:
    • Beide Knie langsam gemeinsam abwechselnd nach rechts und links pendeln, bis eine Dehung in den Muskeln auf der Rückenseite spürbar ist.
    • Die Schultern bleiben locker auf dem Boden liegen.
    • ca. 10 bis 15 Wiederholungen
Frau in Rückenlage, Beine aufgestellt
Ausgangsposition, Beine aufgestellt © Physio Austria
Frau in Rückenlage, Beine zur Seite geneigt
Beine halb zur Seite geneigt © Physio Austria

Übung 3: Taubensitz zur Mobilisation der Gesäßmuskulatur, des Beckens und der Lendenwirbelsäule

Variante im Sitzen auf einem Stuhl

  • Ausgangsposition: Ziehen Sie ein Bein an und legen Sie den Unterschenkel auf dem Oberschenkel des anderen Beines ab, ähnlich einem halben Schneidersitz.
  • Bewegung:
    • Lassen Sie das Knie des abgelegten Beines nach außen kippen.
    • Um die Intensität zu erhöhen, können Sie sich mit langen Rücken etwas nach vorne beugen.
    • Halten Sie diese Position für 30 bis 45 Sekunden und wechseln Sie zur zweiten Seite.
Frau sitzt an der Kante einer Liege, aufrechter Sitz
Ausgangsposition aufrechter Sitz © Physio Austria
Frau in aufrechter Sitzposition, ein Bein in Schneidersitzposition
Ein Bein in Schneidersitz sitzend © Physio Austria

Variante am Rücken liegend

  • Ausgangsposition: Stellen Sie beide Beine auf.
  • Bewegung:
    • Ziehen Sie ein Bein heran und legen Sie den Unterschenkel auf dem Oberschenkel des anderen Beines ab, ähnlich einem halben Schneidersitz.
    • Lassen Sie das Knie des abgelegten Beines nach außen kippen.
    • Um die Intensität zu erhöhen, können Sie die Beine zum Oberkörper heranziehen und den Oberschenkel  greifen.
    • Halten Sie diese Position für 30 bis 45 Sekunden und wechseln Sie zur zweiten Seite.

Hinweis: Bei Schmerzen im Knie- oder Hüftbereich kann alternativ das Knie zur Brust herangezogen werden, ohne den Unterschenkel auf den Oberschenkel des anderen Beines abzulegen.

Frau in Rückenlage, Beine aufgestellt
Ausgangsposition, Beine aufgestellt © Physio Austria
Frau in Rückenlage, ein Bein aufgestellt, ein Bein in Schneidersitzposition
Ein Bein in Schneidersitz liegend © Physio Austria

Übung 4: Korkenzieher zur Dehnung des Becken- und Lendenbereichs im Sitzen oder Liegen

Variante im Sitzen

  • Ausgangsposition: Setzen Sie sich auf einen Stuhl.
  • Bewegung:
    • Legen Sie ein Bein über dem anderen Bein ab.
    • Drehen Sie sich zur Seite des abgelegten Beines und legen Sie die diagonale Hand auf dem Knie ab.
    • Richten Sie den Blick über die Schulter entlang der Rotation nach hinten, um die Drehung bis in die Halswirbel weiterlaufen zu lassen.
    • Halten Sie diese Position für 30 bis 45 Sekunden und wechseln Sie zur zweiten Seite.
Frau sitzt an der Kante einer Liege, aufrechter Sitz
Ausgangsposition aufrechter Sitz © Physio Austria
Frau sitzt an der Kante eine Liege, ein Bein in Schneidersitzposition, Oberkörper gedreht
Seitendrehung mit überschlagenen Beinen © Physio Austria

Variante im Liegen

  • Ausgangsposition: Legen Sie sich mit ausgestreckten Beinen flach auf den Rücken. Platzieren Sie die Arme im rechten Winkel neben dem Körper.
  • Bewegung:
    • Stellen Sie das linke Bein abgewinkelt neben dem rechten Knie ab.
    • Greifen Sie mit der rechten Hand zum linken Knie des aufgestellten Beins und ziehen Sie es seitlich nach rechts Richtung Boden.
    • Rücken und Schultern sollten flach am Boden liegen bleiben.
    • Drehen Sie den Kopf in die entgegengesetzte Richtung.
    • Halten Sie diese Position für 30 bis 45 Sekunden und wechseln Sie zur zweiten Seite.
Frau in Rückenlage, Beine aufgestellt
Ausgangsposition, Beine aufgestellt © Physio Austria
Frau in Rückenlage, beide angewinkelten Beine auf eine Seite gelegt
Beine zur Seite gelegt, Arme ausgebreitet © Physio Austria

Hinweis

Achten Sie bei allen Übungen auf Ihre Schmerzen. Sie sollten nicht stärker werden.

Die dargestellten Übungen dienen lediglich der Orientierung. Die Ärztin oder der Arzt oder die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut beraten individuell.

  • Nejati, P., Safarcherati, A., Karimi, F. (2019): Effectiveness of Exercise Therapy and Manipulation on Sacroiliac Joint Dysfunction: A Randomized Controlled Trial. Online abgerufen im Mai 2026 unter www.painphysicianjournal.com.
  • Uptodate: Patient education: Back exercises (The Basics). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im April 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich).

 

Letzte Aktualisierung: 12. August 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Physio Austria, Bundesverband der Physiotherapeut*innen Österreichs

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