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Frau cremt sich um den Mund ein © RFBSIP
Frau cremt sich um den Mund ein © RFBSIP

Periorale Dermatitis (Mundrose)

Die periorale Dermatitis (auch Mundrose genannt) ist ein entzündlicher Hautausschlag im Gesicht. Er bildet sich vor allem rund um den Mund (perioral) aus, kann aber auch andere Stellen oder das ganze Gesicht betreffen. Betroffen sind meist Frauen zwischen 16 und 45 Jahren. Wie stark die Symptome ausgeprägt sind, ist individuell unterschiedlich. Die Ursache ist nicht bekannt, in einigen Fällen besteht ein Zusammenhang mit der Anwendung übermäßiger oder für den Hauttyp ungeeigneter Kosmetik- und Pflegeprodukte.

Welche Ursachen hat die periorale Dermatitis?

Die genauen Ursachen der perioralen Dermatitis sind nicht bekannt. Bei einigen Patientinnen/Patienten führt der übermäßige Einsatz von Kosmetikprodukten („überpflegte Haut“) zum Beschwerdebild. Zu häufiges Auftragen von z.B. ungeeigneten Feuchtigkeitscremen kann die natürliche Barrierefunktion der Haut stören. Dies verstärkt wiederum den Feuchtigkeitsverlust, was zu unangenehmen Spannungs- und Trockenheitsgefühlen der Haut führt. So entsteht nicht selten ein Teufelskreis: Die Hautirritationen und das Spannungsgefühl veranlassen Betroffene, vermehrt Feuchtigkeitscremen zu benutzen, wodurch die Symptomatik aber noch verstärkt wird. Im weiteren Verlauf können Entzündungen entstehen, die letztlich zu den Symptomen der perioralen Dermatitis führen.

Daneben können folgende Faktoren die Beschwerden auslösen bzw. verschlimmern:

Welche Symptome können auftreten?

Die Betroffenen klagen über ein trockenes, brennendes oder spannendes Hautgefühl. Die erkrankten Bereiche im Gesicht sind etwas geschwollen, deutlich gerötet, jucken gelegentlich und weisen häufig eine geringe Schuppung auf. Zusätzlich finden sich als typische Symptome zahlreiche kleine rötliche Papeln („grieselige“ Haut) und teilweise auch entzündliche Eiterbläschen (Pusteln) im Gesicht.

Die Beschwerden finden sich besonders häufig rund um den Mund (perioral), rund um die Augen oder an den Augenlidern. Sie können aber auch das ganze Gesicht betreffen.

Obwohl die periorale Dermatitis eine harmlose nicht ansteckende Hautkrankheit ist, wird sie oft als ästhetisch störend empfunden und kann für die Betroffenen eine große psychische Belastung sein.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Das Krankheitsbild ermöglicht in der Regel eine rasche Blickdiagnose. Zudem wird die Ärztin/der Arzt im Rahmen der Anamnese verschiedene Fragen stellen, wie z.B.:

  • Wie lange haben Sie den Hautausschlag schon?
  • Welche Kosmetikprodukte verwenden Sie?
  • Sind Kontaktallergien bekannt?
  • Verwenden Sie Kortisonprodukte (z.B. Cremen) für das Gesicht?

Die periorale Dermatitis muss von verschiedenen Krankheitsbildern abgrenzt werden, die ebenfalls hinter den Bläschen und Knötchen stecken könnten. Dazu zählen beispielsweise RosazeaAkne, Kontaktallergien oder andere Formen von Ekzemen (z.B. seborrhoisches Ekzem). 

Wie erfolgt die Behandlung der perioralen Dermatitis?

Die Therapie ist individuell verschieden und richtet sich sowohl nach der Schwere der Symptome als auch nach dem Leidensdruck der Betroffenen. Zur Verfügung stehen:

  • Null-Therapie: Wichtig ist, dass alle bisherigen Kosmetikartikel für das Gesicht abgesetzt werden (Null-Therapie). Dabei kann es zunächst zu einer kurzfristigen Verschlimmerung der Beschwerden kommen. Bei leichten Formen der perioralen Dermatitis reicht das Absetzen der Produkte oft aus, um die Beschwerden im Laufe weniger Wochen abklingen oder verschwinden zu lassen.
  • Lokale Behandlung mit Cremen oder Salben (topische Therapie): Generell gilt: es gibt bei der perioralen Dermatitis keinen „Goldstandard“ der topischen Therapie, da die Wirksamkeit einiger Wirkstoffe nicht ausreichend in Studien belegt ist. Unter Umständen können lokale Antibiotika zur Anwendung kommen (z.B. Metronidazol, Erythromcin, Clindamycin). Bei starken Entzündungen können eventuell auch sogenannte Calcineurinhemmer (z.B. Tacrolismus, Pimecrolimus) Linderung bringen, als unerwünschte Nebenwirkung treten jedoch häufig Hautreizungen und Hautbrennen auf. Auch weitere topische Therapien z.B. mit Azelainsäure und Vitamin A Derivaten können in einigen Fällen zum Erfolg führen.
  • Behandlung mit Medikamenten in Tablettenform (systemische Therapie): Die periorale Dermatitis bedarf nur selten einer systemischen Therapie (meist Antibiotika) und ist nur in Ausnahmefällen notwendig, wenn die lokale Behandlung nicht ausreichend gewirkt hat.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Diagnose und Behandlung einer perioralen Dermatitis wenden Sie sich an eine Fachärztin/einen Facharzt für Dermatologie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung 

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