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Schlaganfall: Geschlechtsspezifische Unterschiede

Ein Schlaganfall kann jeden treffen - sowohl Frauen als auch Männer. Bei dieser Erkrankung gibt es auch geschlechterspezifische Unterschiede. Sie betreffen vor allem die Risikofaktoren und die Symptome.

Frauen haben ein höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden als Männer. Das liegt vor allem daran, dass Frauen einige Jahre älter werden als Männer und das Schlaganfallrisiko im Alter ansteigt. Darüber hinaus verlaufen Schlaganfälle bei Frauen oft schwerer als bei Männern. Studien zeigen, dass Frauen nach einem überstandenen Schlaganfall stärker eingeschränkt sind als Männer. Auch bei den Anzeichen kann sich ein Schlaganfall bei Frauen und Männern unterscheiden. Oft treten bei Frauen seltenere Symptome auf, bei denen nicht sofort an einen Schlaganfall gedacht wird.

Frauenspezifische Risikofaktoren

Die meisten Risikofaktoren betreffen Frauen und Männer gleichermaßen. Dazu zählen u.a. Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Diabetes mellitus, Rauchen und Vorhofflimmern. Es gibt jedoch bestimmte Faktoren, die besonders bei Frauen einen Schlaganfall begünstigen.

Vorhofflimmern

Aktuelle Studien zeigen, dass Frauen mit Vorhofflimmern fast doppelt so häufig einen Schlaganfall erleiden als Männer mit Vorhofflimmern. Zudem konnte gezeigt werden, dass Frauen mit Vorhofflimmern nicht nur häufiger einen Schlaganfall erleiden, sondern dieser oft auch schwerwiegender verläuft als bei Männern mit Vorhofflimmern.

Diabetes

Eine besondere Risikogruppe sind auch Frauen mit Diabetes. Ihr Risiko für einen Schlaganfall ist gegenüber Männern mit Diabetes deutlich erhöht. Diabetikerinnen sind doppelt so stark gefährdet, einen Schlaganfall zu erleiden als Frauen ohne Diabetes.

Hormone

Wenn Frauen Hormone im Zuge einer medikamentösen Behandlung einnehmen, kann sich das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen. Das Risiko steigt, wenn zusätzliche Risikofaktoren vorliegen, wie Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Rauchen.

Bei der Einnahme von Hormonen ­­- z.B. Antibabypille zur Verhütung oder Hormon-Ersatz-Therapie in den Wechseljahren sollen die Risiken und Nutzen immer kritisch abgewogen werden.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck erhöht das Risiko, im Laufe des Lebens einen Schlaganfall zu erleiden. Studien zeigen, dass Frauen, die während der Schwangerschaft eine Hypertonie entwickelten, ein fünffach erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall haben, als jene ohne Bluthochdruck in der Schwangerschaft.  

Symptome bei Frauen oft nicht eindeutig

Die akuten Beschwerden bei einem Schlaganfall hängen davon ab, welche Hirnregion in welchem Ausmaß betroffen ist. Zu den klassischen Anzeichen eines Schlaganfalls zählen u.a. Sprach- oder Sehstörungen, einseitige Lähmungserscheinungen oder Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen .  

Frauen beschreiben aber häufig auch Symptome, bei denen nicht sofort an einen Schlaganfall gedacht wird. Dazu zählen Kopf- oder Gliederschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit oder auch ganz untypische Anzeichen wie Harninkontinenz oder Schluckbeschwerden .

Bei untypischen Symptomen kann es länger dauern, bis der Verdacht eines Schlaganfalls erkannt wird, als bei typischen Symptomen. Dadurch kann es zu Verzögerungen in der medizinischen Versorgung kommen. Die Studienlage ist allerdings nicht eindeutig. 

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