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Verbandsmaterial © Stockfotos-MG

Erste Hilfe: Wunden

Kleine Hautverletzungen wie Abschürfungen, Schnitt- oder kleine Stichverletzungen sind häufig und meistens harmlos. Sie können von Laien versorgt werden und heilen meist problemlos innerhalb von zehn Tagen ab. Durch die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen kann die Wunde vor Infektionen geschützt und die Heilung unterstützt werden.

Große oder tiefe Verletzungen, wie  tiefe Schnittverletzungen oder Platzwunden, müssen rasch medizinisch versorgt werden. Je früher eine Wunde professionell versorgt wird, z.B. durch eine Ärztin/einen Arzt, desto rascher kann sie abheilen. Auch die Bildung von Narben kann dadurch möglichst gering gehalten werden. 

Bei stark blutenden Verletzungen ist eine wichtige Erste-Hilfe-Maßnahme, die Blutung zu stoppen, um einen großen Blutverlust zu verhindern. Auch Tierbisse erfordern eine rasche ärztliche Behandlung aufgrund des hohen Risikos für Infektionen.

Eine Wunde (Trauma) entsteht durch eine Schädigung, Zerstörung oder Durchtrennung der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Dadurch können Keime in die Verletzung eindringen und Infektionen der Wunde auslösen. Infizierte Wunden können ohne entsprechende Behandlung zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Erste Hilfe bei Wunden: Was sollten Sie beachten?

Bevor Sie eine Wunde versorgen, reinigen Sie Ihre Hände. Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife und sauberem Wasser oder verwenden Sie ein Mittel zur Händedesinfektion, falls verfügbar. Sie können bei der Ersten Hilfe von Wunden auch sterile Einweghandschuhe aus Latex tragen. Einerseits schützen Sie sich damit selbst vor Infektionen durch Blutkontakt, anderseits schützen Sie die verletzte Person vor Keimen, die sich auf Ihren Händen befinden. Berühren Sie die Wunde nicht mit bloßen, unsterilen Fingern, um die Übertragung von Keimen zu vermeiden.

Hinweis Wichtig ist, den Impfschutz der verletzten Person gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) zu überprüfen, z.B. im Impfpass. Suchen Sie im Zweifelsfall eine Ärztin/einen Arzt auf, um den Impfschutz zu kontrollieren und bei Bedarf aufzufrischen.

Wie werden kleine Abschürfungen und Schürfwunden versorgt?

  • Spülen Sie die Wunde vorsichtig mit sauberem Wasser (Trinkwasser) oder Wundspüllösung.
  • Untersuchen Sie, ob Schmutz oder Fremdkörper in der Wunde sind. Versuchen Sie, größere Schmutzteile, Steine, Splitter etc. mit einer desinfizierten oder sterilen Pinzette zu entfernen. Suchen Sie rasch ärztliche Hilfe auf, wenn Sie Fremdkörper nicht aus der Wunde entfernen können.
  • Tragen Sie ev. eine dünne Schicht einer antiseptischen Wundsalbe oder ein Wundgel auf die Wunde auf, um sie feucht zu halten und zusätzlich vor Infektionen zu schützen.
  • Kleine Kratzer oder Abschürfungen können offen verheilen. Größere Abschürfungen sollten mit einem Verband geschützt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass dieser nicht mit der verheilenden Wunde verklebt und die Wunde beim Verbandswechsel beschädigt wird.
  • Wechseln Sie den Verband täglich bzw. je nach Verbandsmaterial nach Bedarf.
  • Kontrollieren Sie die Wunde regelmäßig auf Anzeichen einer Wundinfektion (Rötung, Schwellung, Schmerz, Fieber).

Wie werden Schnittwunden und Platzwunden versorgt?

  • Lassen Sie die Wunde kurz bluten. Dadurch werden kleine Schmutzteile aus der Wunde gespült.
  • Spülen Sie verschmutzte Wunden mit sauberem Wasser oder Wundspüllösung aus.
  • Versuchen Sie, größere Schmutzteile oder Fremdkörper mit einer desinfizierten oder sterilen Pinzette zu entfernen. Suchen Sie ärztliche Hilfe auf, wenn Sie Fremdkörper nicht aus der Wunde entfernen können.
  • Stoppt die Blutung nicht von selbst, drücken Sie eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch für ca. fünf bis zehn Minuten auf die Wunde.
  • Lagern Sie die betroffene Körperstelle hoch.
  • Ist die Blutung gestillt, tragen Sie eine dünne Schicht einer antiseptischen Wundsalbe oder eines Wundgels auf die Wunde auf, um sie feucht und sauber zu halten.
  • Schließen Sie die Wunde mit einem Pflaster oder sterilen Verband, z.B. aus Ihrer Hausapotheke. Die Wunde verheilt besser, wenn die Wundränder eng aneinander liegen.
  • Wechseln Sie den Verband täglich bzw. je nach Verbandsmaterial nach Bedarf, und kontrollieren Sie die Wunde auf Anzeichen einer Wundinfektion.
  • Tiefe, klaffende Schnitt- oder Platzwunden sowie Wunden am Kopf müssen ärztlich versorgt und ev. verschlossen werden, z.B. durch Nähen, Klammern oder Wundkleber.
  • Ist die Blutung nicht zu stoppen, muss ein Druckverband angelegt werden. Verständigen Sie die Rettung (144)!

Was ist ein Druckverband? Wie legen Sie ihn an?

  • Zuerst eine sterile Kompresse auf die blutende Wunde legen und mit einer Mullbinde ein- bis zweimal umwickeln.
  • Einen Druckkörper, z.B. ein ungeöffnetes Verbandspäckchen, auf den Wundbereich legen und mit der Mullbinde weiter straff umwickeln.
  • Danach Ende der Mullbinde mit Heftpflaster festkleben.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei starker Blutung

Beim Notfall einer starken Blutung infolge einer Gefäßverletzung: Drücken Sie das zuführende Blutgefäß mit dem Finger ab. Großer Blutverlust kann schnell zum Schock führen. Beruhigen Sie die verletzte Person, und kontrollieren Sie ihren Zustand.

Achtung! Bei Bewusstlosigkeit führen Sie einen Notfallcheck durch.

Wann müssen Wunden ärztlich versorgt werden?

Kleine, oberflächliche Abschürfungen, Schnittverletzungen oder kleine Wunden können von Laien selbst versorgt werden. Eine ärztliche Behandlung ist jedoch angezeigt:

  • wenn der Impfschutz gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) nicht gegeben oder unsicher ist, sowie bei
  • Wunden, aus denen Schmutz nicht entfernt werden kann,
  • Wunden mit einer Blutung , die nicht gestoppt werden kann,
  • große, klaffende Wunden und tiefe Wunden, bei denen alle Hautschichten durchtrennt sind und die nicht ausreichend von Laien versorgt werden können,
  • Bisswunden (wegen der hohen Infektionsgefahr),
  • Augenverletzungen,
  • Stichwunden,
  • Verletzungen der Genitalien,
  • nicht verheilende, chronische Wunden und
  • Wunden mit Anzeichen einer Infektion.

In diesen Fällen sollte die Wunde möglichst rasch durch eine Ärztin/einen Arzt untersucht und behandelt werden. Wird die Wunde später versorgt, ist unter Umständen eine Behandlung durch Verschließen, z.B. Vernähen oder Verkleben, nicht mehr möglich.

Wenn Sie ein Desinfektionsmittel verwenden, beachten Sie Folgendes:

  • Das Desinfektionsmittel muss für die Wunddesinfektion geeignet sein.
  • Achten Sie auf etwaige Allergien (z.B. Jodallergie).
  • Wasserstoff-Peroxid oder Jod werden nicht für die Wundreinigung empfohlen, da sie die Wunde irritieren können.
  • Das Desinfektionsmittel darf nicht abgelaufen sein.
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