Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Ersthelfer versorgt Verletzte © Anyka

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Bevor Sie als Ersthelferin/Ersthelfer aktiv werden, versuchen Sie, Ruhe zu bewahren und atmen Sie tief durch. Es ist vollkommen normal, dass Sie in dieser Situation aufgeregt sind. Handeln Sie Schritt für Schritt, und rufen Sie sich Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse in Erinnerung. Denken Sie daran, der einzige und schlimmste Fehler, denn Sie machen können, ist, „Nichts zu tun“ . . .

Die 4 Schritte beim Notfall

Schritt 1 – Eigenschutz

Um effizient helfen zu können, müssen alle Gefahren, die eine Selbstgefährdung darstellen, berücksichtig werden (z.B. heranrasende Autos, Ausbreitung einer Brandquelle oder unsicheres Terrain eines Berges). Eigenschutz hat dabei oberste Priorität. Es nützt das beste Erste-Hilfe-Wissen nichts, wenn man selbst zu Schaden kommt. Daher muss beispielsweise zuerst die Unfallstelle abgesichert werden.

Schritt 2 – lebensrettende Sofortmaßnahmen

Diese Sofortmaßnahmen sind situationsbedingt unterschiedlich und müssen vor Ort entschieden werden.

  • Wenn notwendig: Bringen Sie die verletzte Person aus der Gefahrenzone. Achten Sie dabei auf Ihren Eigenschutz, bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. Bei zu großer Eigengefahr rufen Sie die Hilfskräfte wie Feuerwehr, Rettung oder Polizei.
  • Starke Blutungen müssen rasch gestillt werden. Drücken Sie auf die Wunde, um den Blutverlust zu stoppen oder zumindest zu bremsen.
  • Halten Sie die Atemwege frei. Bei einem bewusstlosen Menschen in Rückenlage droht die Gefahr des Erstickens. Eine einfache stabile Seitenlagerung kann dies verhindern.
  •  Bei Atemstillstand ist eine Wiederbelebung notwendig.

Schritt 3 – Notruf absetzen

Der Notruf ist in einer Notfallsituation besonders wichtig. Sollten Sie alleine sein, rufen Sie laut um Hilfe und rufen Sie per Telefon die Notrufnummer an. Weitere Helferinnen/Helfer können Sie bis zum Eintreffen der Rettung oder der Notärztin/des Notarztes bei allen Maßnahmen unterstützen.

Schildern Sie am Notruftelefon möglichst langsam und konzentriert die Situation. Besonders wichtig sind folgende Angaben:

  • Wer ruft an? Eigener Name mit Telefonnummer für Rückruf.
  • Wo ist der Notfallort? Je genauer, desto besser.
  • Was ist passiert? Erkrankung, Verletzung.
  • Wie viele Menschen sind betroffen? Zahl der Verletzten z.B. bei Verkehrsunfall

Diese Fragen brauchen Sie sich aber nicht zu merken – sie werden aktiv vom Mitarbeiter einer Rettungsleitstelle an Sie gestellt!

Die wichtigsten Notrufnummern sind:

  • Euronotruf 112 gilt in ganz Europa!
  • Rettung 144
  • Polizei 133
  • Feuerwehr 122

Schritt 4 – zusätzliche Basismaßnahmen

  • Verletzten oder schwer Erkrankten kann sehr schnell kalt werden. Decken Sie deshalb die Betroffene/den Betroffenen zu.
  • Versuchen Sie, die verletzte bzw. plötzlich erkrankte Person in eine möglichst angenehme Lagerung zu bringen.
  • Verletzte oder plötzlich erkrankte Personen haben oft große Angst. Bleiben Sie deshalb bei der/dem Betroffenen, um sie/ihn zu betreuen und zu beruhigen.

Einfacher Notfallcheck durch Laien

Bei jedem Notfall mit erkrankten oder verunfallten Personen muss ein einfacher Notfallcheck durchgeführt werden. Dabei überprüfen Sie Bewusstsein und Atmung und führen bei Bedarf lebensrettende Maßnahmen durch.

  • Bewusstsein kontrollieren: Sprechen Sie die Betroffene/den Betroffenen laut an, kommt keine Reaktion, schütteln Sie die Betroffene/den Betroffenen sanft an der Schulter. Zeigt sie/er weiter keine Reaktion, rufen Sie laut um Hilfe, damit jemand auf die Situation aufmerksam wird und ev. den Notruf betätigt. Sollten Sie alleine sein, müssen Sie den nächsten Schritt durchführen und erst dann selbst den Notruf wählen.
  • Atmung kontrollieren: Überstrecken Sie den Kopf der/des Betroffenen, indem Sie eine Hand auf die Stirn legen und mit der anderen das Kinn anheben. Danach gilt: hören, sehen, fühlen für maximal zehn Sekunden. Beobachten Sie den Brustkorb bezüglich Atembewegungen, hören Sie auf Atemgeräusche und fühlen Sie, ob Brustkorbbewegungen vorhanden sind. Wenn die Atmung vorhanden ist: stabile Seitenlage und danach Notruf 144 oder 112 wählen und Atmung überwachen. Wenn keine Atmung vorhanden ist: Sofort Notruf 144 oder 112 wählen und die Wiederbelebung starten.
  • 30-mal Herzdruckmassage durchführen: Druckpunkt auffinden, das ist die Mitte des Brustkorbes, mindestens fünf Zentimeter tief drücken – mit einer Frequenz von mindestens 100-mal in der Minute.
  • Anschließend zweimal beatmen und dann wieder 30-mal Herzmassage durchführen: Diesen Vorgang so lange durchführen, bis Hilfe eintrifft. Wer sich davor scheut, eine Mund-zu-Mund-Beatmung vorzunehmen, kann diese auch unterlassen. Wichtig ist auf jeden Fall die Herzdruckmassage.

Hinweis Ausgenommen sind Kinder, sie müssen immer beatmet werden!


Worauf bei der Lagerung zu achten ist

Allgemein ist darauf zu achten, die Betroffene/den Betroffenen so zu lagern, wie sie/er es selbst wünscht – falls sie/er in der Lage ist, dazu Angaben zu machen. Bewusstlose Personen müssen in die stabile Seitenlagerung gebracht werden.

Hinweis Personen mit Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung sollten möglichst wenig bewegt werden. Bei Bewusstlosigkeit gilt aber auch in diesem Fall, die stabile Seitenlagerung durchzuführen.

Lagerung bei vorhandenem Bewusstsein

  • Erhöhter Oberkörper: bei Atemnot, Herzbeschwerden, Kopfverletzungen, Hitzenotfällen.
  • Erhöhte Beine: bei allergischer Reaktion, Blutungen, Kollaps, Verbrennung, Unterzuckerung.
  • Stabile Seitenlagerung: bei Gefahr des Erbrechens, Schlaganfall.
  • Angezogene Beine: bei Bauchverletzungen, starken Bauchschmerzen.

Lagerung bei Bewusstlosigkeit

  • Auf die Seite, auf die die/der Betroffene gedreht wird, zunächst den Arm im rechten Winkel ablegen.
  • Anschließend das gegenüberliegende Knie hochziehen und das Handgelenk des anderen Arms darauflegen.
  • Im nächsten Schritt die Betroffene/den Betroffenen zum abgewinkelten Arm drehen.
  • Als letzten Schritt den Kopf überstrecken und den Mund öffnen. So können Blut, Erbrochenes oder Schleim abfließen.

Mit dieser Lagerung verhindern Sie bei bestehender Atmung ein Ersticken.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse