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Arzt hält Brille © stokkete
Arzt hält Brille © stokkete

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Wer kurzsichtig ist, kann nahe Gegenstände scharf sehen, entfernte allerdings unscharf. Der Grund für dieses Unscharfsehen in der Ferne liegt meist in der Länge des Augapfels.

Grob gesprochen, ist das Auge bei Kurzsichtigkeit meist „zu lang“. Genauer gesagt, ist der Abstand von Hornhaut und Linse zur Netzhaut bei einer Myopie größer als beim normalsichtigen Auge. Der Augenarzt/die Augenärztin kann die Kurzsichtigkeit durch verschiedenen Untersuchungen abklären. Häufig wird eine Kurzsichtigkeit mithilfe von Brille oder Kontaktlinsen korrigiert.

Myopie – was ist das?

Beim normalsichtigen Auge liegt die Netzhautebene 23–24 mm hinter der Hornhaut. Bei Kurzsichtigkeit ist die Achsenlänge des Auges im Verhältnis zur Brechkraft oftmals länger. Deshalb treffen Lichtstrahlen beim Blick in die Ferne nicht – wie bei Normalsichtigkeit – gebrochen und gebündelt genau auf der Netzhaut auf, sondern vor der Netzhaut.

Je größer die Abweichung der Länge, desto stärker ist die Kurzsichtigkeit. Mit jedem Millimeter nimmt die Kurzsichtigkeit um etwa drei Dioptrien zu (–3 dpt). Kurzsichtigkeit kann in seltenen Fällen auch weitere Gründe haben, z.B. zu starke Brechkraft beispielsweise durch Hornhautwölbung oder eine Linsenverlagerung nach vorne. Auch ein beginnender Grauer Star kann vorliegen.

Man unterscheidet zwischen:

  • Einfache Myopie (Schulmyopie). Die Anlage zu dieser Form der Kurzsichtigkeit ist angeboren. Sie entsteht während des Wachstums, etwa mit zehn bis zwölf Jahren, und nimmt in den meisten Fällen ab dem 25. Lebensjahr nicht mehr zu. In vielen Fällen geht diese Myopie nicht über –6 dpt hinaus.
  • Myopia magna (hohe Myopie, progressive Myopie). Dabei handelt es sich um eine voranschreitende Krankheit. In ihrem Zusammenhang können starke Sehschwächen auftreten sowie Netzhautablösungen mit schweren Augenschädigungen (hintere Glaskörperabhebung).

Hinweis Eine Simulation der Kurzsichtigkeit können Sie auf der Website der MedUni Wien ansehen.

Diagnose einer Myopie

Für die Diagnose führt die Augenärztin/der Augenarzt (auch: Ophthalmologin/Ophthalmologe, Fachärztin/Facharzt für Augenheilkunde) ein ausführliches Gespräch (Anamnese), bei dem unter anderem auf Gründe für den Besuch bzw. eventuelle Probleme eingegangen wird.

Kurzsichtige Menschen haben Schwierigkeiten, in der Ferne scharf zu sehen. Durch Zusammenkneifen der Augen lässt sich die Schärfe verbessern. Bei Kindern kann sich eine Kurzsichtigkeit etwa dadurch zeigen, dass sie näher am Fernseher sitzen oder in der Schule das auf der Tafel Geschriebene nicht oder schwer erkennen können – v.a. aus den hinteren Sitzreihen. Auch im Straßenverkehr (z.B. beim Autofahren) macht sich Kurzsichtigkeit bemerkbar, etwa durch Sehverschlechterung bei Dunkelheit, erschwertes Erkennen von Straßenschildern etc.

  • Mithilfe verschiedener Messinstrumente untersucht die Augenärztin/der Augenarzt verschiedene Strukturen des Auges (z.B. Netzhaut, Glaskörper, Hornhaut etc.) und klärt mögliche Veränderungen, Fehlsichtigkeiten und Erkrankungen ab.
  • Neben der Untersuchung des Glaskörpers und des vorderen Augenabschnittes (mithilfe einer Spaltlampe) und des Augenhintergrundes (mithilfe eines Augenspiegels, sogenannte Ophthalmoskopie) führt sie/er eine Prüfung von Pupillenreaktion und Augenbewegung durch. 
  • Eine genaue Prüfung der Sehschärfe mit Refraktionsbestimmung (Messung der Brechkraft des Auges mittels Refraktometer) wird vorgenommen. Das Sehvermögen wird ohne sowie mit Brille geprüft (mit Sehprobentafel oder Sehschärfenprojektor). 
  • Gegebenenfalls werden zudem der Augeninnendruck gemessen (Tonometrie) und weitere Untersuchungen durchgeführt.

Die Ärztin/der Arzt kann Brechungsfehler bzw. organische Ursachen erkennen, die das Sehvermögen beeinträchtigen, und weitere Erkrankungen (z.B. Katarakt) ausschließen. Die Stärke der Kurzsichtigkeit wird mit vorangestelltem Minus angegeben (z.B.: –2,5 D).

Informationen zu Vorsorgeuntersuchungen etc. finden Sie auf der Website der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Korrektur der Myopie

Häufig wird eine Kurzsichtigkeit mithilfe einer Brille (konkave Gläser, Minusgläser, Streulinse) oder von Kontaktlinsen korrigiert (Therapie der Wahl). Nähere Informationen zu Brillen, Kontaktlinsenarten, Pflege und Kontrolluntersuchungen erhalten Sie bei der Augenärztin/dem Augenarzt.

Chirurgische Eingriffe wie Einschnitte der Hornhaut oder Abschleifen der Hornhaut mittels Laserbehandlungen, um die Brechkraft zu schwächen, sowie korrigierende Kunstlinsen sind ebenfalls möglich. Über eine Notwendigkeit und Durchführung entscheidet die Ärztin/der Arzt (gemeinsam mit den Betroffenen). Sie/er informiert über Vorteile sowie Risiken.

Kurze Informationen u.a. zur Laserbehandlung finden Sie zudem in der Broschüre Operationen zur Beseitigung von Fehlsichtigkeiten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Augenärztin/der Augenarzt (auch: Ophthalmologin/Ophthalmologe, Fachärztin/Facharzt für Augenheilkunde) diagnostiziert eine Kurzsichtigkeit und ordnet korrigierende bzw. weitere therapeutische Maßnahmen an.

Bei Kindern kann die Kinderärztin/der Kinderarzt (Fachärztin/Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde) konsultiert werden bzw. auf Auffälligkeiten hinweisen. Die Hausärztin/der Hausarzt kann gegebenenfalls Überweisungen vornehmen. Im Zuge einer Kurzsichtigkeit sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen ratsam.

In Diagnose und Behandlung können Orthoptistinnen/Orthoptisten involviert sein. Optikerinnen/Optiker fertigen und passen u.a. Sehhilfen an, informieren über die Handhabung von Sehhilfen, können die Sehschärfe prüfen etc. Untersuchungen des Auges nehmen jedoch ausschließlich Augenärztinnen/Augenärzte vor.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Informationen unter anderem zum Selbstbehalt, der Befreiung vom Kostenanteil für Brillen sowie einem ev. Kostenzuschuss für Kontaktlinsen erhalten Sie bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Webseite der Sozialversicherung finden.

Hinsichtlich einer Kostenübernahme für refraktive Laseroperationen entscheidet immer der chefärztliche Dienst des zuständigen Krankenversicherungsträgers, ob eine Kassenleistung in Anspruch genommen werden kann. Weitere Infos finden Sie unter anderem unter Laserbehandlung bei Kurzsichtigkeit

Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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