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Symbolbild Pneumothorax © decade3d
Symbolbild Pneumothorax © decade3d

Pneumothorax

Bei einem Pneumothorax dringt Luft in den Pleuraraum ein, in den Spalt zwischen Lunge und Brustwand (zwischen Rippen- und Lungenfell). Dadurch kann sich die Lunge nicht mehr so ausdehnen wie zuvor. Sie fällt in sich zusammen. Es kann bis zu einer lebensbedrohliche Situation kommen.
Die Ursachen eines Pneumothorax sind unterschiedlich. Er kann z.B. in Folge einer Lungenerkrankung oder Verletzung entstehen. In den meisten Fällen ist bei der Therapie ein stationärer Aufenthalt notwendig.

Welche Ursachen hat ein Pneumothorax?

Im Normalfall dehnt sich die Lunge beim Einatmen bis an die Brustwand aus, sodass der Spalt zwischen Lunge und Brustwand sehr klein ist. Beim Ausatmen zieht sich die Lunge zusammen. Durch den Unterdruck im Spalt zwischen Lunge und Brustwand (Pleuraraum) wird die Lunge an die Brustwand quasi „angesaugt“. So wird physiologisch ein Zusammenfallen der Lunge verhindert.

Dringt Luft in den Pleuraraum ein, wird der Unterdruck aufgehoben. Die Lunge kann den Bewegungen des Brustkorbes nicht mehr folgen und fällt teilweise oder ganz in sich zusammen (kollabiert). Die Atmung ist eingeschränkt, im schlimmsten Fall fällt die Atmungsfunktion der Lunge aus.

Der Pneumothorax kann verschiedene Ursachen haben. Unterschieden wird unter anderem:

  • Spontanpneumothorax. Man unterscheidet zwei Formen:
    • Primärer Spontanpneumothorax, der keine erkennbare Ursache hat und bei bis dahin gesunder Lunge auftritt. Als Risikofaktor gilt Rauchen. Große, schlanke, jüngere Männer sind vor allem betroffen.
    • Sekundärer Spontanpneumothorax, der infolge einer bereits bestehenden Lungenerkrankung auftritt, z.B.  COPD, Asthma und vielen mehr.
  • Traumatischer Pneumothorax. Durch Verletzungen des Brustkorbes, z.B. nach Autounfällen, Stichverletzungen.
  • Iatrogener Pneumothorax. Als Komplikation eines medizinischen Eingriffs, z.B. infolge einer Punktion.
  • Spannungspneumothorax. Bei dieser Form kann die Luft, die in den Pleuraspalt (Pleuraraum) eindringt, nicht mehr entweichen (Ventilmechanismus). Mit jedem Einatmen sammelt sich mehr Luft im Pleuraraum. Es kommt zum Kollabieren (einer Seite) der Lunge. Der hohe Druck verdrängt Lungen, Herz und große Gefäße. Er muss sofort behandelt werden, denn durch den steigenden Druck besteht akute Lebensgefahr (Kreislaufversagen). Der Spannungspneumothorax ist ein medizinischer Notfall! Ein Spannungspneumothorax kann z.B. bei mechanischer Beatmung entstehen.

Welche Symptome können auftreten?

Ein Pneumothorax zeigt sich unter anderem durch:

  • Atemnot,
  • plötzlichen Schmerz (einseitig im Brustbereich, stechend, besonders bei tiefer Atmung) sowie
  • Hustenreiz. 

Die Symptome beginnen plötzlich. Durch Anstrengung und beim Atmen kommt es zur Verschlechterung. Beim Spannungspneumothorax treten Herzrasen, Blutdruckabfall etc. auf. Liegt ein medizinischer Notfall vor z.B. bei zunehmender bzw. schwerer Atemnot, muss umgehend der Notruf gewählt (144) werden. Weitere Infos finden Sie unter Notfall: Atemnot. Ein leicht ausgeprägter (primärer) Spontanpneumothorax kann unbemerkt oder mit leichten Symptomen verlaufen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose orientiert sich an der körperlichen Verfassung der/des Betroffenen. Symptome geben der Ärztin/dem Arzt Hinweise. Diese/dieser erhebt die Krankengeschichte (erkundigt sich z.B. nach der Art des Schmerzes, Vorerkrankungen, Rauchen etc.) und führt körperliche Untersuchungen durch (z.B. Abhören, Abklopfen, Feststellen von Zeichen eventueller Verletzungen des Brustkorbs). Veranlasst wird zudem ein Röntgen oder ein Ultraschall.

Folgende Untersuchungen können unter Umständen zusätzlich vorgenommen werden:

Wie erfolgt die Behandlung? 

Die Therapie orientiert sich an der Form bzw. Ursache und Größe des Pneumothorax sowie dem Allgemeinzustand der/des Betroffenen. In den meisten Fällen ist ein stationärer Aufenthalt notwendig. Teils kann ambulant behandelt werden. Durch die Therapie soll Luft aus dem Pleuraraum entfernt und ein Rückfall verhindert werden. Dies geschieht durch verschiedene Maßnahmen, z.B.:

  • Beobachtung und Abwarten der Spontanheilung. Kontrolluntersuchungen, Verhaltensänderung (Rauchstopp) und Verabreichung von Sauerstoff (Sauerstofftherapie, Atmung über Maske) können veranlasst werden. Dies wird etwa bei einem Spontanpneumothorax mit kleinem Ausmaß in Erwägung gezogen.
  • Luftaspiration. Unter örtlicher Betäubung wird punktiert und mit einer Spritze Luft abgezogen.
  • Pleuradrainage. Diese erfolgt ebenfalls unter örtlicher Betäubung. Über einen Schlauch, der in den Pleuraraum eingeführt wird, wird Luft abgesaugt. Für den notwendigen Unterdruck sorgt ein Pumpsystem. Nach Entfernen der Drainage wird die Wunde mit einem Pflaster oder einer Naht verschlossen. Die Behandlung wird in einem Krankenhaus durchgeführt.
  • Pleurodese. Dabei wird der Raum zwischen Lungen- und Rippenfell „verklebt“, um ein Zusammenfallen der Lunge zu verhindern, z.B. mit Talkumpuder über die Pleuradrainage. Auch im Zuge einer Operation kann dies vorgenommen werden.
  • Chirurgischer Eingriff. Löcher können operativ behandelt bzw. Verklebungen vorgenommen werden. Dies erfolgt durch eine minimalinvasive Operation (endoskopisch, videoassistierte Thorakoskopie – VATS). Manchmal ist eine seitliche Eröffnung des Brustkorbes notwendig.
  • Generell sollte auf das Rauchen verzichtet werden. Ein erneutes Auftreten eines Pneumothorax ist möglich.

Wohin kann ich mich wenden?

Zeigen sich Symptome, die auf einen Pneumothorax hindeuten können – z.B. Atemnot, plötzlicher einseitiger Schmerz in Brustbereich (besonders bei tiefer Atmung) bzw. Hustenreiz –, ist eine sofortige ärztliche Konsultation notwendig! Bei entsprechend schlechtem Zustand (z.B. akute Atemnot, Herzrasen, Blutdruckabfall) bzw. Verschlechterung des Zustandes der/des Betroffenen muss sofort die Notärztin/der Notarzt (144) verständigt werden. Weitere Infos zu Atemnot (Dyspnoe) und Erste-Hilfe-Maßnahmen finden Sie unter Notfall: Atemnot.

Bei einem Pneumothorax können Ärztinnen/Ärzte verschiedener Fachrichtungen in die Behandlung involviert sein, z.B. Lungenheilkunde, Chirurgie (Thoraxchirurgie), Kardiologie etc. Die Akutbehandlung findet in speziellen Zentren (z.B. Abteilung eines Krankenhauses für Innere Medizin, Schwerpunkt Pneumologie) statt.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen.

Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

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