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Mann hält Hand an Brust © eggeeggjiew

Lungenhochdruck

Bei Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie, PH) ist der Blutdruck im Lungenkreislauf erhöht. Lungenhochdruck tritt unter anderem bei verschiedenen Erkrankungen auf, etwa der Lunge (z.B. COPD, Lungenfibrose) oder des linken Herzens (z.B. Herzklappenfehler).

Er kann aber auch als eigenständige Erkrankung der Lungenarterien vorliegen. Auch infolge von Lungenembolie(n), Bindegewebserkrankungen oder HIV-Infektionen etc. kann es dazu kommen. Eine bestimmte Form tritt familiär gehäuft auf (hereditäre Pulmonalarterielle Hypertonie, PAH). Manchmal ist kein konkreter Auslöser bekannt.

Lungenhochdruck – was ist das?

Folgende Formen werden unterschieden:

  • Pulmonalarterielle Hypertonie (PAH) (z.B. idiopathisch, hereditär, toxin-, arzneimittel- bzw. drogeninduziert, Kollagenosen, HIV-Infektion, portale Hypertension sowie eine spezielle Form bei Neugeborenen u.v.m.),
  • Pulmonale Hypertonie bei Erkrankungen des linken Herzens (z.B. des linken Vorhofes, Herzklappen),
  • Pulmonale Hypertonie bei Lungenerkrankungen und Hypoxie (z.B. COPD, interstitielle Lungenerkrankungen, Schlafapnoe),
  • Pulmonale Hypertonie aufgrund chronischer Thromboembolien sowie
  • Pulmonale Hypertonie unklarer multifaktorieller Entstehung (z.B. bestimmte hämatologische, systemische oder metabolische Erkrankungen).

Je nach Schweregrad des Lungenhochdrucks treten unterschiedliche Symptome auf. Anfangs liegen keine Einschränkungen bzw. Symptome vor. Mit zunehmendem Krankheitsverlauf kommt es zu leichten Einschränkungen bei körperlicher Belastung, später zu deutlichen. Es zeigen sich Symptome wie Atemnot und Müdigkeit, im Lauf der Zeit Brustschmerzen, Ohnmacht bei körperlicher Belastung und Ödeme (Wasseransammlungen) in den Beinen. Bei fortgeschrittenem Lungenhochdruck bestehen Beschwerden auch in Ruhe. Die Sauerstoffversorgung ist zunehmend eingeschränkt. Schlimmstenfalls kommt es zur lebensbedrohlichen Situation.

Durch einen langfristig erhöhten Blutdruck im Lungenkreislauf wird unter anderem das (rechte) Herz stärker belastet, da es gegen den höheren Druck arbeiten muss. Es kann zur Schädigung des Herzens bis zur Herzinsuffizienz kommen. Je nach Ursache der PH können weitere Symptome hinzukommen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Ärztin/der Arzt macht sich ein Bild von der gesundheitlichen Situation der Patientin/des Patienten. Vorgeschichte, Symptome, bereits vorliegende Befunde, bestehende Erkrankungen, Medikamenteneinnahme etc. werden miteinbezogen. Im Zuge der Diagnose des Lungenhochdrucks werden auch Erkrankungen, die dahinterstehen können, abgeklärt. Zur Abklärung zählen verschiedene Untersuchungen, z.B.:

Aufgrund von relativ spät auftretenden und meist unspezifischen Symptomen kann die Diagnose mitunter erst spät gestellt werden.

Wie erfolgt die Behandlung?

Die Therapie orientiert sich an der individuellen Situation der/des Betroffenen. Sie besteht unter anderem aus:

  • Rauchstopp, Vermeidung bzw. Reduzierung von Übergewicht
  • Therapie der zugrunde liegenden Erkrankung,
  • Medikamenteneinnahme (Medikamente, die den Lungenhochdruck senken sowie der Verdickung der Lungenarterienwand entgegenwirken bei bestimmten Formen des Lungenhochdrucks)
  • Sauerstofftherapie (bei chronischem Sauerstoffmangel)
  • Operation mit Entfernung von Thromben aus den Lungenarterien bei pulmonaler Hypertonie aufgrund chronischer Thromboembolien
  • Ballon-Dilatation der verengten Lungenarterien bei pulmonaler Hypertonie aufgrund chronischer Thromboembolien bei Patienten, die nicht operiert werden können
  • Pulmonale Rehabilitation

Wohin kann ich mich wenden?

Erste Ansprechpartner sind unter anderem Hausärztinnen/Hausärzte. Diese können Überweisungen in die Wege leiten. In den Diagnose- und Therapieprozess sind Fachärztinnen/Fachärzte verschiedener Disziplinen involviert, z.B. für Innere Medizin (Lungenheilkunde, Kardiologie). Diagnose und Therapie erfolgen zudem in entsprechend spezialisierten Abteilungen einer Klinik/eines Krankenhauses.

Bei starker Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Atemnot, Bewusstseinsstörungen, blau-roten Verfärbungen der Haut, die neu auftreten oder zunehmen etc., muss sofort die Notärztin/der Notarzt gerufen werden (144)!

Beratung & Hilfe

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