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Frau mit Sonnenhut und Sonne aus Sonnencreme auf dem Rücken © eyeQ

Sonnenallergie

Sonnenlicht spendet Wärme, hebt die Stimmung und ist auch für den Knochenstoffwechsel wichtig. UV-Strahlen im Übermaß ziehen allerdings mitunter unangenehme Folgen nach sich z.B. Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung bzw. ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Auch rötende, juckende Hautveränderungen, die durch Sonnenlicht entstehen und unter dem Begriff „Sonnenallergie“ subsummiert werden, können die Freude am Sonnenschein trüben . . .

Sonnenallergie: Was ist das?

Unter dem Begriff „Sonnenallergie“ werden unterschiedliche Hauterkrankungen zusammengefasst, die eines gemeinsam haben: der Auslöser ist Sonnenlicht – meist UV-A-Licht. Dabei handelt es sich nicht um eine allergische Reaktion im „klassischen“ Sinn, wenngleich Vorgänge im Immunsystem eine wichtige Rolle spielen. Generell ist die Entstehung dieser Hauterkrankungen noch nicht vollständig erforscht. Am häufigsten kommen photoallergische Reaktionen, die polymorphe Lichtdermatose (PLD) oder die „Sommerakne“ („Mallorca-Akne“) vor. Auch hinter Glas darf man sich nicht in falscher Sicherheit wiegen, denn UV-A-Licht durchdringt dieses. Kleidung mit dichtem Gewebe schützt gut vor UV-A-Strahlen. Es gibt Stoffe, die einen extra UV-Schutz enthalten. Achten Sie bei der Verwendung von Sonnenschutzmitteln immer darauf, dass diese sowohl gegen UV-A als auch UV-B-Strahlung schützen.

Hinweis Die Ausschläge sollten immer mit einer Hautärztin/einem Hautarzt abgeklärt werden. Diese/dieser stellt die Diagnose und leitet die Therapie ein.

Diagnosetests

Um den auslösenden Substanzen auf die Spur zu kommen, die mit Sonnenlicht zusammen für die unangenehmen Hautsymptome sorgen, hat sich der sogenannte Photo-Patch-Test bewährt. Bei diesem werden die vermuteten Auslöser auf den Rücken – jeweils auf zwei Stellen – aufgetragen. Nach ca. 24 Stunden wird jeweils eine Teststelle UV-A-Licht ausgesetzt, die andere nicht. Am nächsten Tag werden die Hautstellen miteinander verglichen. Zeigt sich eine Hautreaktion auf der mit UV-A-Licht bestrahlten Haut, ist der Übeltäter entlarvt.

Beim sogenannten MED-Test wird die geringste Strahlendosis bestimmt, bei der ein Sonnenbrand im UV-A-Bereich auftritt. Kombiniert mit einem möglichen Auslöser (z.B. photosensibilisierenden Stoff) bzw. ohne diesen, lässt sich die mögliche Ursache feststellen.

Photoallergische Reaktionen

Reagiert die Haut unter dem Einfluss von Sonnenlicht auf bestimmte Stoffe mit der Überreaktion von Zellen des Immunsystems, handelt es sich um eine fotoallergische Reaktion. Es werden zwei Formen unterschieden:

  • Photoallergische Kontaktdermatitis: Auslöser sind Kosmetika (u.a. Lichtfiltersubstanzen z.B. Oxybenzon, Benzoophenon-4, Octyl Dimenthyl PABA), Make-up oder Parfum.
  • Photoallergische Arzneimittelreaktion: Auslöser sind Arzneimittel (z.B. Antibiotika).

Es sind vor allem Hautstellen betroffen, die direkt der Sonne ausgesetzt sind. Nach und nach kann sich die allergische Reaktion aber auch auf andere Hautbereiche ausdehnen („Streuung“). Eine photoallergische Reaktion äußert sich durch juckende und gerötete Haut – ca. einen bis drei Tage nach Kontakt mit dem Allergieauslöser. Zudem können sich Bläschen bilden, die aufgekratzt nässen. Wurde die allergieauslösende Substanz mittels Allergietest identifiziert, muss diese gemieden werden. Prinzipiell sollten Betroffene nicht allzu ausgedehnte Sonnenbäder nehmen und sich mit hohem Lichtschutzfaktor schützen. Kortison bzw. andere Medikamente sowie UV-A-Licht-Bestrahlung können ebenfalls zum Einsatz kommen.

Hinweis Allerdings ist zu beachten, dass – auch wenn die Auslöser vermieden werden – es weiterhin zu Bildung von Ekzemen durch Sonnenstrahlung kommen kann.

Phototoxische Reaktionen

Bei phototoxischen Reaktionen kommt es zu direkten Wechselwirkungen zwischen UV-A-Licht, menschlichem Gewebe und einem chemischen Stoff. Zudem ist die Sonnenbrandneigung erhöht. Auch ähneln die Symptome denen eines Sonnenbrandes: Rötung, lokaler Schmerz, Blasenbildung sowie Schwellung. Für phototoxische Reaktionen braucht es keine spezielle Neigung – diese sind bei jedem Menschen auslösbar. Eine Reihe an Stoffen kann über die Haut, die Blutbahn oder auch die Aufnahme im Verdauungstrakt photosensibilisierend wirken. Dabei wird eine Kaskade ausgelöst, die zum Auftreten von gewebeschädigenden Substanzen führt. Zu den Auslösern gehören beispielsweise manche Medikamente (z.B. Tetrazyklin-Antibiotika). Im Beipacktext betreffender Arzneien wird auf diese Nebenwirkungen hingewiesen.

Kommt es durch die Berührung mit Pflanzen, die sogenannte Furokumarine enthalten (z.B. Engelwurz), zu einer erhöhten Photosensibilität handelt es sich um eine Wiesengräser-Dermatitis. Nach dem Kontakt mit Wiesengräsern zeigen sich Streifen sowie Dunkel- und/oder Hellverfärbungen an den jeweiligen Hautstellen. Treten dunklere Streifen oder Flecken auf der Haut in Zusammenhang mit dem Gebrauch von Parfums oder parfumhaltigen Kosmetika auf, spricht man von einer Berloque-Dermatitis. Auch bei dieser sind Furokumarine die Verursacher.

Nach der Diagnose können das Vermeiden der auslösenden Substanz sowie kühlende Umschläge und gegebenenfalls die Anwendung von Kortison helfen. Desinfektionssprays finden teilweise Einsatz bei Wiesengräser-Dermatitis. Bei Berloque- und Wiesengräser-Dermatitis kann Pigmentierungsstörungen durch die Anwendung von Hydrochinon in Kombination mit Hydrocortison vorgebeugt werden – auch Schälkuren mit Vitamin-A-Säure gelangen zur Anwendung.

Hinweis Treten auf großen Hautarealen Blasen auf, erfordert dies eine sofortige, ärztliche Therapie.

Polymorphe Lichtdermatose

Die Polymorphe Lichtdermatose (PLD) ist die häufigste Form der sogenannten „Sonnenallergien“. Dabei kommt es zu einer abnormen Reaktion der Haut auf Sonnenlicht – vermutlich durch UV-A-Strahlen der Sonne. Die genauen Ursachen der PLD sind noch nicht ganz geklärt. Sie äußert sich durch juckende Ausschläge an der Sonne besonders ausgesetzten Körperstellen (z.B. Gesicht, Arme, Dekolleté). Wird die Sonne gemieden und Kleidung mit möglichst geringer Lichtdurchlässigkeit getragen, tritt meist nach wenigen Tagen eine Besserung ein. Oft kommt es zum Auftreten der Beschwerden im Frühjahr und zu dessen Verschwinden im Herbst. Durch langsames vorsorgliches Gewöhnen an die Sonne bzw. einer Behandlung mit UV-Licht bei der Hautärztin/beim Hautarzt sowie der Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit UV-A-Schutz kann Besserung erreicht werden. In schweren Fällen kommt die sogenannte Photochemotherapie zur Anwendung. Dabei werden der Wirkstoff 8-Methosypsoralen und UV-A-Strahlung zur Prophylaxe eingesetzt. Zudem kann gegebenenfalls die Einnahme von Beta-Karotin, Nicotinamid (in Kombination mit Folsäure) sowie die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl – nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt – hilfreich sein.

„Sommerakne“ („Mallorca-Akne“)

Eine Sonderform der polymorphen Lichtdermatose ist die sogenannte „Sommerakne“ – auch bekannt unter dem Begriff „Mallorca-Akne“. Bei dieser tritt eine Hautreaktion auf, die sich durch starken Juckreiz, Knötchen und akneähnliche Pusteln äußert. Die „Sommerakne“ tritt ein paar Tage nach dem ersten Sonnenbad im Jahr auf. Die Auslöser sind UV-A-Strahlung im Zusammenspiel mit Bestandteilen fetthaltiger Sonnenschutzmittel oder körpereigenem Talg in den obersten Hautschichten. Inwiefern immunologische Vorgänge eine Rolle spielen, ist noch nicht endgültig geklärt. Vor allem Menschen mit fettiger oder zu Akne neigender Haut sind betroffen. Treten Anzeichen einer „Sommerakne“ auf, muss die Sonne gemieden werden. Vorbeugend ist es sinnvoll, fettfreie Sonnenschutzprodukte (z.B. spezielle Gels) bzw. Hautpflegeprodukte zu verwenden und die Haut langsam an die Sonne zu gewöhnen. Die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt verschreibt gegebenenfalls auch Antihistaminika.

Lichturtikaria: selten, aber ernst zu nehmen

Bei der Lichturtikaria handelt es sich um eine seltene Reaktion der Haut auf Sonnenlichtexposition. Auch hier ist der Entstehungsmechanismus noch nicht geklärt – nur der Auslöser UV-A-Strahlung ist bereits erwiesen. Wenige Minuten nach Sonneneinstrahlung findet eine Quaddelbildung statt, die nur einige Minuten bis Stunden anhält. Allerdings können auch Allgemeinsymptome wie beispielsweise Übelkeit oder Abfall des Blutdrucks (z.B. mit Schwindelgefühlen einhergehend) auftreten, wenn große Hautflächen betroffen sind.

Die wirksamste Behandlungsmaßnahme der Lichturtikaria ist das Vermeiden der Sonnenstrahlung bzw. wirksamer Sonnenschutz. Behandlungen mit UV-Licht bzw. mittels Plasmapherese (Entnahmeverfahren von Blutplasma) sind in Einzelfällen erfolgreich. Zudem werden Antihistaminika und der Wirkstoff (Hydroxy-)Chloroquin eingesetzt.

Hinweis Treten Symptome wie etwa Übelkeit oder Schwindel (z.B. einhergehend mit Blutdruckabfall) auf, ist sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen bzw. die Rettung zu verständigen.

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