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Biene auf Glasschüssel mit Erdbeeren ©ldprod

Insektengiftallergie: Auslöser & Vorbeugung

Bei bis zu 4,5 Prozent der Bevölkerung treten nach Stichen von Bienen oder Wespen verstärkte Reaktionen im Bereich der Einstichstelle auf (Lokalreaktionen). Bis zu 3,5 Prozent erleiden Allgemeinreaktionen – also Beschwerden, die von der Stichstelle entfernt auftreten und in schweren Fällen zu bleibenden Körperschäden oder sogar zum Tod führen können. Jährlich sterben in Europa rund 200 Menschen an allergischen Reaktionen auf Bienen- oder Wespenstiche, Tausende landen in Notfallambulanzen.

Bienen und Wespen häufigste Verursacher

Die häufigsten Auslöser bedrohlicher Insektengiftallergien sind die Honigbiene (Apis mellifica) und die Wespen (Gattung Vespula). Hummeln, Hornissen und Ameisen gehören ebenfalls zur selben Insektengruppe, sind aber viel seltenere Auslöser dieser Reaktion. Mücken und auch Bremsen können starke, zum Teil mehrere Tage anhaltende Schwellungen an der Einstichstelle verursachen. Allergische Allgemeinreaktionen gegen diese Insekten kommen praktisch nicht vor.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Ein Insektenstich lässt sich nicht gänzlich vermeiden. Durch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen kann jedoch das Risiko deutlich gesenkt werden – dies ist insbesondere für Personen mit bereits bekannter Insektengiftallergie wichtig. 

Folgende Tipps und Informationen können gegen Stiche von Insekten mit erhöhtem Allergiepotenzial hilfreich sein:

  • Vermeiden Sie im Freien den Verzehr von Speisen oder Getränken, Obst- oder Blumenpflücken, den Aufenthalt in der Nähe von Mülleimern oder Fallobst sowie die Verwendung von Parfüm oder parfümierten Kosmetika.
  • Nicht aus Flaschen oder Getränkedosen trinken, Trinkgläser abdecken, Trinkhalme verwenden.
  • Nach dem Essen Hände waschen und Mund abwischen.
  • Die Haut durch Kleidung weitgehend bedeckt halten (zumindest bei Gartenarbeiten). Ungünstig sind lose sitzende, leichte Bekleidungsstücke, in denen sich die Insekten leicht verfangen, sowie dunkle Farben. Bevorzugen Sie helle Farben. Nicht Barfußlaufen, kein offenes Schuhwerk tragen.
  • Beim Motorradfahren Helm, Handschuhe und Motorradkleidung der Haut dicht anliegend tragen. Offene Fahrradhelme sind mit einem Netz zu versehen.
  • Wohnungsfenster tagsüber geschlossen halten oder durch Insektennetze sichern. Abends kein Licht bei geöffneten Fenstern, da Hornissen nachtaktiv sind und dann bevorzugt Lichtquellen anfliegen.
  • Auf versteckte Insekten (besonders im Bett oder in Schuhen) achten. Bienenstöcke oder Wespennester und deren Einzugsbereiche meiden. Nester in der Nähe von häufig frequentierten Aufenthaltsorten (z.B. Veranda) entfernen (durch Imker bzw. Feuerwehr).
  • Wespenfallen oder Abwehrsprays können hilfreich sein.
  • Bei Annäherung von Insekten oder in Nestnähe sind heftige Bewegungen zu vermeiden. Langsam zurückziehen, nicht verscheuchen! Nester dürfen nicht erschüttert werden.
  • Die Umgebung von Fluglöchern und Nestern möglichst meiden.
  • An schwül-heißen Tagen besonders vorsichtig sein, da die Insekten bei solcher Witterung aggressiv sind.
  • Bei Angriff durch Bienen oder Wespen den Kopf mit Armen oder Kleidung schützen.

Hinweise auf bestehende Insektengiftallergie

Wenn Sie Minuten bis eine Stunde nach einem Insektenstich folgende Beschwerden beobachten, könnte dies darauf hindeuten, dass Sie an einer Insektengiftallergie leiden:

  • Gerötete Schwellungen und Juckreiz am ganzen Körper oder an größeren Körperarealen abseits der Stichstelle,
  • Kreislaufprobleme wie z.B. Schwäche, Benommenheit, Schwindel
  • Übelkeit, Erbrechen, Enge- oder Erstickungsgefühl.

In diesen Fällen sollten Sie eine allergologisch geschulte Ärztin/einen allergologisch geschulten Arzt aufsuchen und Ihr Allergierisiko testen lassen. Der ideale Zeitpunkt, die Diagnose durchführen zu lassen, ist zwei Wochen bis sechs Monate nach dem Stichereignis.

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