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Symbolfoto Injektion © pixs4s

Hausstaubmilbenallergie: Therapie

Die wichtigste Maßnahme besteht darin, den Kontakt mit dem Allergen so weit wie möglich zu meiden. Dies wird auch Allergenkarenz genannt. Nähere Informationen finden Sie unter Allergenvermeidung. Zur Linderung akuter Beschwerden stehen antiallergische und antientzündliche Medikamente zur Verfügung. Eine ursächliche Behandlung ist mit einer spezifischen Immuntherapie möglich . . .

Medikamentöse Therapie

Mit antiallergischen und antientzündlichen Medikamenten lassen sich akute allergische Beschwerden lindern (symptomatische Therapie). Die zugrunde liegende Erkrankung bessert sich allerdings nicht. Um einen dauerhaften Behandlungserfolg zu erzielen, wird eine ursächliche Therapie gegen die Allergie eingesetzt – eine Art Impfung, die mit den Fachbegriffen „spezifische Immuntherapie (AIT)“ oder „Hyposensibilisierung“ („unempfindlich machen“) bezeichnet wird.

Symptomatische Therapie

In Fällen, in denen eine Allergenvermeidung nicht oder nicht ausreichend möglich ist, lindern antiallergische und antientzündliche Medikamente die Beschwerden. Antihistaminika blockieren die allergischen Vorgänge im Körper und verhindern dadurch vor allem den Juck- und Niesreiz sowie das Laufen der Nase. Diese werden in Form von Nasensprays, (Augen-)Tropfen, Saft und Tabletten angeboten. Bei stärkeren Symptomen werden Kortikoide (Kortison) für die lokale Anwendung in der Nase eingesetzt. Bei allergischem Asthma werden Kortikoide in Kombination mit Betamimetika inhaliert.

Hyposensibilisierungstherapie

Mit der sogenannten Spezifischen Immuntherapie (SIT) wird das Immunsystem so lange trainiert, bis es gelernt hat, dass die Allergene nicht gefährlich sind. Dazu wird der Allergikerin/dem Allergiker „ihr/sein“ Auslöser in steigender Dosis zugeführt. Die Hyposensibilisierung verfolgt das Ziel, das Immunsystem wieder in sein natürliches Gleichgewicht zu bringen. Die Behandlung dauert meistens zwei bis fünf Jahre, die Erfolgschancen liegen bei der Haustaubmilbenallergie bei 80 bis 90 Prozent. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Allergenextrakte zu verabreichen:

  • Sublinguale Immuntherapie: Die Milbenallergene werden in Form von Tropfen ganzjährig einmal täglich unter die Zunge gegeben. Diese Behandlung kann man nach ärztlicher Verordnung zu Hause durchführen. In seltenen Fällen treten Nebenwirkungen wie Zungen- und Gaumenjucken sowie leichte Schleimhautschwellungen auf. Oft bessern sich die Beschwerden bereits nach einem Jahr Behandlung.
  • Subkutane Immuntherapie: Die Allergene werden von der Ärztin/vom Arzt in den Oberarm injiziert. In der Aufdosierungsphase werden wöchentlich Spritzen mit steigender Allergenkonzentration verabreicht. Wenn nach wenigen Wochen die Erhaltungsdosis erreicht ist, erhält die Patientin/der Patient von der Ärztin/dem Arzt monatlich eine Injektion dieser Dosis. Danach muss sie/er noch für mindestens 30 Minuten in der Arztpraxis bleiben, da es bei dieser Therapieform zu einer verstärkten Reaktion bis hin zu einem anaphylaktischen Schock kommen kann. Außerdem sollten an den Behandlungstagen Alkoholkonsum und stärkere körperliche Anstrengungen vermieden werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Diagnose und Therapie einer Hausstaubenmilbenallergie werden von einer allergologisch geschulten Fachärztin/einem allergologisch geschulten Facharzt (für Kinder-, HNO-, Haut- oder Lungenkrankheiten) sowie in speziellen Einrichtungen wie z.B. einem Allergieambulatorium durchgeführt.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte. Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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