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Zimmer mit Kinderbettchen © poligonchik

Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch

Gründe ungewollter Kinderlosigkeit können beim Mann, bei der Frau und/oder bei beiden liegen. Es ist daher sinnvoll, dass beide Partner in eine Abklärung mit einbezogen werden. Außerdem stärkt ein Zusammenhalt gegenseitig. Auch Faktoren des Lebensstils sowie Umweltbedingungen können einen schädigenden Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben. Zum Beispiel Missbrauch von Alkohol, Nikotin oder Drogen, Über- oder Untergewicht. Zudem ist die Rolle der Psyche nicht zu unterschätzen. Auch Verfahren der Fortpflanzungsmedizin, gehen häufig mit Herausforderungen für die Psyche einher. In Österreich ist eine psychologische Beratung während einer Kinderwunschbehandlung mittels künstlicher Befruchtung gesetzlich festgelegt . . .

Ursachen bei Frauen

Warum es bei Frauen trotz einer längeren Phase ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht zur Schwangerschaft kommt, hat sehr unterschiedliche Ursachen. Zu den gängigen gehören:

  • Gelbkörperschwäche (Lutealphaseninsuffizienz): Es wird zu wenig Gelbkörperhormon gebildet. Dieses ist sowohl für die Einnistung des Embryos als auch für den weiteren Schwangerschaftsverlauf wichtig.

  • Störungen der Funktion der Eileiter (Tuben):z.B. ein Verschluss durch eine Infektion mit Chlamydien (Bakterienart).

  • Endometriose: Auch außerhalb der Gebärmutterhöhle tritt Gebärmutterschleimhaut auf (Endometrium).

  • Funktionsstörungen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse): Diese können zum Ausbleiben des Eisprungs bzw. der Menstruation führen.

  • POF-Syndrom (premature ovarian failure): Hierbei handelt es sich um eine Erschöpfung der Eierstöcke, die mit vorzeitigen Symptomen der Wechseljahre einhergeht.

  • Hyperprolaktinämie: Ein Zuviel des Hormons Prolaktin hemmt die Eizellreifung durch einen Rückkopplungsmechanismus im Gehirn.

  • Hyperandrogenämie: Vermehrt vorhandene männliche Hormone beeinträchtigen den weiblichen Zyklus.

  • PCOS (Polyzystisches Ovarsyndrom): Bei dieser Erkrankung bilden sich viele kleine Zysten, sogenannte Eibläschen. Diese reifen jedoch nicht heran, sondern verkümmern, und es treten vermehrt männliche Hormone im Körper der Frau auf.

Auch Myome und Polypen können Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben.

Ursachen bei Männern

Der häufigste Grund für Störungen der Fruchtbarkeit beim Mann liegt in einem Mangel an gesunden und normal beweglichen Spermien. Diese brauchen ein gewisses Maß an Mobilität, um die Eizelle befruchten zu können.

Unter anderem können folgende Ursachen zu einer Verminderung von zeugungsfähigen Samenzellen führen:

  • Krampfadern der Hoden: Durch die verringerte Durchblutung kann es zu einer Erwärmung der Hoden kommen, die sich auf die Samenqualität auswirkt.

  • Mumps-Infektion: Eine Entzündung der Hoden während dieser Erkrankung hat mögliche Folgen auf die Familienplanung. Auch Hoden-, Nebenhoden-, Prostata- oder Harnröhrenentzündungen aus anderen Gründen können die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen.

  • Störungen im Hormonhaushalt (z.B. zu wenig Testosteron)

  • Mechanische Behinderung (z.B. ein blockierter Samenleiter)

Bei einer erektilen Dysfunktion ist es nicht möglich, eine ausreichende Erektion (Steifheit) des Penis zu erlangen bzw. beizubehalten. Diese ist jedoch für eine Befruchtung auf natürlichem Weg notwendig.

Ursachen bei beiden Partnern

Es gibt Ursachen von ungewollter Kinderlosigkeit, die auf beide Geschlechter zutreffen können:

  • Psychische Belastungen (z.B. starker Stress)

  • Chemo- bzw. Strahlentherapie oder Operationen: Je nach spezifischer Behandlung ist eine genaue ärztliche Aufklärung über Folgen für einen zukünftigen Kinderwunsch notwendig.

  • Allgemeine Stoffwechselerkrankungen (z.B. eine Unterfunktion der Schilddrüse oder Diabetes)

  • Genetische Ursachen (z.B. bei Frauen das Turner-Syndrom und bei Männern das Klinefelter-Syndrom)

  • Verletzungen oder Fehlbildungen der Geschlechtsorgane (z.B. der Gebärmutter oder eine Unterentwicklung der Hoden)

Auch Faktoren des Lebensstils sowie Umweltbedingungen können einen schädigenden Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben. Zum Beispiel Missbrauch von Alkohol, Nikotin oder Drogen, Über- oder Untergewicht, die Arbeit mit giftigen Substanzen (z.B. Blei) etc.

Ein Sonderfall sind immunologische Gründe für Unfruchtbarkeit: Bereits seit einigen Jahrzehnten wird diskutiert, ob eine überschießende mütterliche Immunreaktion für bestimmte erfolglos verlaufende Schwangerschaften verantwortlich sein könnte.

Die Rolle der Psyche

Seelische Ursachen für das lange Warten auf das Wunschbaby dürfen nicht unterschätzt werden. So ist es durchaus möglich, dass sich z.B. starker, lang andauernder Stress auf die Fruchtbarkeit beider Partner auswirken kann. Stress ist prinzipiell ein natürlicher Vorgang des Körpers und der Seele. Nimmt er jedoch überhand, gerät die Hormonbildung ins Schleudern. Näheres zum Thema erfahren Sie unter Stress & Erholung. Dieses Ungleichgewicht der Hormone wirkt sich auch auf den Eisprung oder das Einnisten der Eizelle in die Gebärmutter bzw. die Reifung der Samenzellen aus. 

Psychologische Unterstützung

Ebenfalls eine große Rolle spielt das tägliche Konfliktverhalten in der Partnerschaft. Länger andauernde Streitigkeiten stellen oft eine Belastung für die Beziehung und damit das Sexualleben dar. Oder aber ein nicht erfüllter Kinderwunsch schlägt sich auf das Gemüt und stellt die Paarharmonie auf eine harte Probe. Psychologische oder psychotherapeutische Hilfe kann Unterstützung bieten, wenn man zu zweit nicht mehr weiter weiß. Das Erlernen von Entspannungs- bzw. Kommunikationsmethoden oder allgemeiner Stressbewältigung bietet Rückhalt für schwere Zeiten. Ansprechstellen für Hilfe in seelisch belastenden Situationen finden Sie unter Wenn die Psyche Hilfe braucht.

Auch Therapien oder Verfahren der Fortpflanzungsmedizin, die zur Erfüllung eines Kinderwunsches führen sollen, gehen häufig mit Herausforderungen für die Psyche einher. In Österreich sieht das Gesetz eine psychologische Beratung während einer Kinderwunschbehandlung mittels künstlicher Befruchtung vor. Nähere Informationen zum Thema Psyche und Kinderwunsch finden Sie in der Broschüre der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung): „Warum gerade wir?“ Wenn ungewollte Kinderlosigkeit die Seele belastet.

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