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Untersuchung beim Gynäkologen © Zsolnai Gergely

Untersuchungsmethoden bei der Frau

Ein Besuch bei der Frauenärztin/beim Frauenarzt ist nichts Ungewöhnliches. Dadurch ist die Hemmschwelle für Frauen mit Kinderwunsch, professionelle Hilfe aufzusuchen, oft niedriger als beim „starken“ Geschlecht. Je nach individueller Situation stehen im Anschluss an ein ärztliches Gespräch unterschiedliche diagnostische Maßnahmen zur Verfügung, die je nach Ermessen der betreuenden Ärztin/des betreuenden Arztes herangezogen werden. Da eine Untersuchung der Spermienqualität des Mannes sehr leicht durchzuführen ist, wird diese naturgemäß vor größeren diagnostischen Abklärungen der Frau zuerst beim Mann in die Wege geleitet . . . 

Das ärztliche Gespräch

Allen voran steht das vertrauliche Gespräch mit einer Gynäkologin/einem Gynäkologen. Bei diesem kommen Regelmäßigkeit und etwaige Auffälligkeiten des weiblichen Zyklus zur Sprache ebenso wie die bisherige Vorgeschichte des Kinderwunsches (inklusive die Thematik der Sexualität), falls diese nicht ohnehin schon bekannt ist. Soziale und Umwelteinflüsse sind ebenfalls Teil der Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte).

Gynäkologische Untersuchung

Bei einer gynäkologischen Untersuchung wird der Bauch abgetastet und die äußeren Geschlechtsorgane werden inspiziert. Zudem findet eine Spiegeluntersuchung der Scheide (Vagina) und des Muttermundes statt. Meist wird ein Scheidenabstrich genommen, um festzustellen, ob Erreger ein Grund für die ungewollte Kinderlosigkeit sein können. Ein Beispiel für diese Ursache wäre eine Chlamydieninfektion, die mit Antibiotika therapiert wird.

Hormonanalytik zur Zyklusdiagnostik

Wartet das Paar bereits seit ein bis zwei Jahren auf ein Wunschbaby, empfiehlt sich die Bestimmung des Hormonstatus mittels Blutabnahme. Die Untersuchung erfolgt zyklusabhängig, d.h., die Diagnostik von speziellen Hormonen richtet sich nach den Tagen im Monatszyklus (z.B. am 3. bis 5. Zyklustag Basishormonstatus und anschließend weitere Beobachtung). Es kann auch ein kompletter Monatszyklus beobachtet werden, indem in bestimmten Zeitabständen Blut abgenommen und begleitend ein Ultraschall durchgeführt wird.

Ultraschalluntersuchung

Eine Sonographie gibt z.B. Aufschluss über mögliche Myome oder Polypen, die Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben können.

Untersuchung der Eileiterdurchgängigkeit

Sind die Eileiter (Tuben) nicht durchgängig, kann ein reifes Ei nicht vom Eierstock in die Gebärmutter gelangen. Zudem findet in der Tube die Befruchtung statt. Deshalb ist es wichtig zu klären, ob Verwachsungen (z.B. nach Entzündungen) vorhanden sind, die zu einer Einengung oder einem Verschluss geführt haben. In diesem Fall ist auch das Risiko einer Eileiterschwangerschaft erhöht.

Zur Untersuchung der Durchgängigkeit der Eileiter stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Pertubation (pelviskopische Durchgängigkeitsprüfung): Mittels eines speziellen Instrumentariums wird eine Flüssigkeit in die Gebärmutter eingespritzt. Im Normalfall dringt eine kleine Menge davon in die Bauchhöhle, und die Ärztin/der Arzt kann dies bei einer Bauchspiegelung sehen.

  • Hysterosalpingo-Kontrastsonographie: Über die Scheide wird Kontrastmittel verabreicht. Dieses gelangt in den Uterus und weiter über die Eileiter, wenn diese durchgängig sind. Mittels Ultraschalluntersuchung kann die Verteilung des Kontrastmittels beobachtet werden.

  • Röntgenuntersuchung mittels Kontrastmittel: Nähere Informationen finden Sie unter Hysterosalpingographie.

  • Bauchspiegelung: Bringen oben genannte Verfahren keine Gewissheit, kann eine sogenannte Laparoskopie weitere Erkenntnisse liefern. Bei dieser wird unter Vollnarkose ein optisches Instrument (Endoskop) über einen kleinen Hautschnitt im Nabel in die Bauchhöhle eingebracht. Über eine Kamera kann das OP-Team das Innere des Körpers genau betrachten. Mittels dieser Untersuchungsmethode sind zeitgleich sogar kleinere chirurgische Eingriffe möglich.

Endoskopische Untersuchung

Eine endoskopische Untersuchung der Gebärmutterhöhle (Hysteroskopie) ermöglicht es, Veränderungen an der Wand der Gebärmutter zu erkennen und in einem Schritt eventuell auch schon zu behandeln. Nähere Informationen finden Sie unter Hysteroskopie.

Unabhängig von der genannten Diagnostik kommen individuell noch andere Untersuchungsmethoden, z.B. Bestimmung von Schilddrüsenhormonen, allgemeine internistische Abklärung (etwa hinsichtlich  Diabetes) oder genetische Tests, zum Einsatz.

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