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Schwangere im Kreißsaal © Monkey Business

Der natürliche Ablauf der Geburt

Eine Geburt ist prinzipiell ein natürlicher biologischer Vorgang. Damit eine Geburt "natürlich" ablaufen kann, müssen bestimmte Faktoren aufeinander abgestimmt sein. Die Größe und Form des mütterlichen Beckens sowie die Lage und Größe des Kindes müssen zueinander passen. Auch ausreichende Wehen sind für einen natürlichen Geburtsablauf notwendig. Abweichungen – wie z.B. ein zu enges mütterliches Becken und ein zu großes Kind oder eine falsche Kindslage – können dazu führen, dass eine Geburt auf natürlichem Weg nicht möglich ist.

Der biologische Geburtsvorgang ist aber von der Natur nicht immer perfekt geregelt, so dass historisch gesehen eine Geburt auch immer mit der Sorge um die Gesundheit von Mutter und Kind betrachtet wurde. Die moderne Geburtsmedizin hilft mit ihren heutigen Diagnose- und Behandlungsverfahren diesen biologischen Vorgang sicher zu begleiten. Ungefähr 95 Prozent aller Kinder drehen sich ca. vier Wochen vor der Geburt mit dem Kopf nach unten in die richtige Geburtsposition. In der Medizin wird von einer Geburt aus Schädellage gesprochen . . .

Vorbereitung des Organismus auf die Geburt

Neun Monate hat sich der mütterliche Organismus auf die Geburt vorbereitet. Gegen Ende der Schwangerschaft produziert der Körper das Hormon Relaxin, das das Gewebe im Geburtskanal den das Kind bei der Geburt passiert lockert. Auch die Bänder, die das mütterliche Becken zusammenhalten, werden elastischer. Das hat den Vorteil, dass mehr Platz für die Geburt des Kindes durch das Becken geschaffen wird. Gleichzeitig lagert sich in der Schwangerschaft Wasser in das Gewebe ein. Dadurch sind die einzelnen Beckenknochen zueinander verschiebbar. Sie können sich dem kindlichen Kopf anpassen und dadurch dem Kind den Weg durch den Geburtskanal erleichtern. Aber auch der Kopf des Kindes ist nicht starr, sondern besteht aus mehreren Knochen, die gegeneinander verschieblich sind. Dadurch kann sich der kindliche Kopf der Beckenform anpassen.

Eine Geburt lässt sich in verschiedene Geburtsphasen unterteilen: Eröffnungsphase, Austreibungsphase, Nachgeburtsphase.

Eröffnungsphase der Geburt

Während der Eröffnungsphase setzen die geburtswirksamen Wehen ein, und der Muttermund der schwangeren Frau beginnt, sich langsam zu öffnen. In dieser Geburtsphase kommt es in der Regel zum Blasensprung. Die Fruchtblase kann aber auch schon vor Wehenbeginn oder in einer anderen Geburtsphase platzen. Es ist auch möglich, dass die Fruchtblase bis zur Geburt des kindlichen Kopfes bestehen bleibt. Ärztinnen und Ärzte bzw. Hebammen sprechen dann von einer sogenannten „Glückshaube“.

In Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Blasensprungs unterscheidet man zwischen:

  • dem vorzeitigen Blasensprung: Fruchtwasserabgang vor Wehenbeginn,
  • dem frühzeitigen Blasensprung: Fruchtwasserabgang während der Eröffnungsphase,
  • dem rechtzeitigen Blasensprung: Fruchtwasserabgang am Ende der Eröffnungsphase.

Am Ende der Eröffnungsphase werden die Wehen intensiver. Je weiter sich der Muttermund öffnet, desto stärker werden sie. Die Eröffnungsphase endet, sobald der Muttermund vollständig (ca. zehn Zentimeter) geöffnet ist. Geburtshelferinnen und Geburtshelfer sprechen von einem verstrichenen Muttermund. Die Austreibungsphase beginnt.

Austreibungsphase der Geburt

Der Muttermund ist jetzt vollständig geöffnet, und die Wehen kommen in regelmäßigen Abständen. Mithilfe der Wehen wird das Kind durch den Geburtskanal geschoben. Ist der kindliche Kopf entsprechend tief im Geburtskanal, drückt er auf den mütterlichen Damm. Dadurch wird bei der Mutter automatisch ein Pressdrang ausgelöst. Durch die Presswehen und das gleichzeitige Mitpressen der Mutter wird der Kopf des Kindes durch den Geburtskanal geschoben.

Da der Beckeneingang der Mutter queroval und der Beckenausgang längsoval ist, muss der kindliche Kopf während des Durchtritts durch das mütterliche Becken eine 90 Grad Drehung vollführen, wobei das kindliche Gesicht zur Wirbelsäule der Mutter schaut. Ist der Kopf geboren, muss sich das Kind nochmals um 90 Grad drehen, damit auch die kindliche Schulter geboren werden kann. Zuerst wird die vordere Schulter unter der Schambeinfuge (Symphyse), dann die hintere Schulter über den Damm geboren. Danach rutscht der schmale Körper nach. Um sein Durchtrittsplanum zu verkleinern beginnt die Geburt des Kindes mit einer starken Beugung seines Kopfes. Um schlussendlich die Schambeinfuge (Symphyse) zu überwinden kommt es ganz am Ende zu einer starken Streckung des Kopfes und schlussendlich zu Durchtritt desselben durch die Scheide.

Nachgeburtsphase 

Nachdem das Kind geboren ist, sorgen Nachgeburtswehen dafür, dass sich die stark gedehnte Gebärmutter stark zusammenzieht. Dadurch löst sich der Mutterkuchen (Plazenta) von der Gebärmutterwand ab. Es setzen Blutungen ein, die die Ablösung des Mutterkuchens unterstützen. Gemeinsam mit der Nabelschnur und den Eihäuten (diese bildeten die Fruchtblase) wird der Mutterkuchen als Nachgeburt ausgestoßen. Nach Abgang des Mutterkuchens bewirken Nachwehen die notwendige Blutstillung. In der Nachgeburtsperiode verliert die Mutter häufig bis zu 300 ml Blut. Dieser übliche Blutverlust ist aber unproblematisch und wird in der Regel von den Frauen körperlich nicht bemerkt.

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