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Ältere Dame auf dem Weg zur Toilette © Satjawat
Ältere Dame auf dem Weg zur Toilette © Satjawat

Verdauungsprobleme im Alter

Im Alter kommt es zu Veränderungen im gesamten Magen-Darm-Trakt, die Einfluss auf die Verdauung und die Aufnahme der Nährstoffe nehmen. Die Probleme mit der Verdauung können mitunter sehr beschwerlich und unangenehm werden. So klagen im Alter viele Menschen über Verstopfung. Verantwortlich hierfür sind u.a. altersbedingte Veränderungen an Leber, Bauchspeicheldrüse und Magen. Durch die verminderte Muskelkraft wird auch die Darmbewegung (Peristaltik) verlangsamt. Medikamente, eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, falsche Ernährungsweise, Bewegungsmangel u.v.m. können eine Verstopfung zusätzlich begünstigen.

Wie verändert sich die Verdauung im Alter?

Im Alter vermindert sich die Magendehnung, sodass schneller ein Sättigungsgefühl eintritt. Dies führt häufig zum Verzehr von wenigen und kleinen Portionen. Durch Veränderungen der Magenschleimhaut kommt es zu einer geringeren Aufnahme von Vitamin B12, Mineralstoffen wie Eisen und Calcium sowie einer späteren Magenentleerung. Verstärkt wird dies durch die altersbedingt schwächere Muskulatur der Organe. Ein zusätzlicher Mangel an Bewegung kann zu Verstopfungen führen, die ein mitunter unangenehmes Völlegefühl zur Folge haben. Dieses nimmt wiederum Einfluss auf die Lust am Essen und die Essensmenge. Hinzu kommen mitunter soziale Faktoren, etwa bei Pflegeheimbewohnerinnen/Pflegeheimbewohnern, die aus Scham und einem Mangel an der nötigen Intimsphäre den Gang auf die Toilette vermeiden und den Stuhl zurückhalten. Letzteres sollte vermieden werden, da der Stuhl dadurch noch härter wird.

Wann wird von Verstopfung gesprochen?

Eine Verstopfung liegt u.a. vor, wenn die Darmentleerung seltener (z.B. weniger als dreimal pro Woche) und die ausgeschiedene Stuhlmenge geringer ist, als gewohnt. Zudem ist der Stuhl hart und trocken und kann nur unter starkem Pressen ausgeschieden werden. Auch klagen viele Betroffene über ein subjektives Gefühl der unvollständigen Entleerung. Häufig ist die Verstopfung von Völlegefühl und Blähungen sowie Appetitlosigkeit begleitet. 

Welche Ursachen hat Verstopfung im Alter?

Die Ursachen für Verstopfung im Alter sind vielfältig. Hierzu zählen u.a.:

  • verminderte Dehnbarkeit der Darmwände,
  • verlangsamte Passagezeit im Darm,
  • zu geringe Flüssigkeitsaufnahme,
  • zu geringe Ballaststoffzufuhr,
  • Medikamente (z.B. Opiate, Anticholinergika, Psychopharmaka oder Eisenpräparate),
  • Veränderungen des Dickdarms (z.B. durch Tumore),
  • Hämorrhoiden, Fissuren,
  • Divertikulose.

Was tun gegen Verstopfung?

Abhängig von der Ursache der Verstopfung können häufig bereits kleine Anpassungen der Ernährung Abhilfe schaffen, wodurch mitunter auf die Einnahme von Abführmitteln (Laxantien) verzichtet werden kann. Wichtig ist es, die Darmbewegungen zu fördern.

Tipps bei Verstopfung:

  • Der Darm braucht Flüssigkeit: Das verminderte Durstgefühl älterer Menschen und eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme begünstigen eine Verstopfung. Häufig hilft schlicht vermehrtes Trinken, denn auf dem Weg durch den Verdauungstrakt wird den Nahrungsmitteln permanent Flüssigkeit entzogen.

    Tipp Ein Glas lauwarmes Wasser auf nüchternen Magen kann die Verdauung in Schwung bringen.

  • Bewegung hilft: Bei älteren Menschen kann der Mangel an Bewegung eine träge Verdauung verstärken. Abhilfe schafft Bewegung, etwa in Form von ausgedehnten Spaziergängen, Radfahren, altersentsprechender Gymnastik sowie auch Massagen der Bauchdecke.
  • Ballaststoffzufuhr erhöhen: Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoffanteil verbessern die Verdauung und beugen einer Verstopfung vor. Hierzu zählen z.B. Vollkornprodukte, Haferflocken, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Naturreis sowie Obst und Gemüse (auch milchsauer gegorenes Gemüse wie Sauerkraut). Wichtig ist auch hier auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, da sonst die positive Wirkung der Ballaststoffe ausbleibt. Diese benötigen nämlich Flüssigkeit, um aufzuquellen. Wer Probleme mit dem Kauen von Vollkornprodukten hat, kann diese einweichen oder fein vermahlen zu sich nehmen (z.B. Produkte aus Vollkornmehl wie Brot, Gebäck oder auch Kuchen). Zudem sollte der Umstieg auf Vollkornprodukte langsam erfolgen. So können zu Beginn etwa beim Backen Weißmehl und Vollkornmehl miteinander gemischt werden.
  • Flohsamen und Co.: Gegebenenfalls kann die zusätzliche Gabe von Ballaststoffen wie Floh- und Leinsamen oder Weizenkleie hilfreich sein. Diese sollten vor dem Verzehr (z.B. ein Esslöffel) über Nacht in Wasser oder Joghurt eingeweicht werden. Pro Esslöffel sollte unbedingt ein Viertelliter Wasser dazu getrunken werden. In einer Ernährungsberatung mit einer Diätologin/einem Diätologen bzw. einer Ärztin/einem Arzt kann genau besprochen werden, welche Produkte in Frage kommen und wie diese dosiert werden sollen.
  • Trockenobst bringt´s: Getrocknetes Obst (z.B. Zwetschken, Marillen, Datteln und Feigen) unterstützt die Verdauung mit seinem hohen Anteil an Ballaststoffen. Auch hier gilt: unbedingt ausreichend Flüssigkeit dazu trinken! Gegebenenfalls können die Früchte (über Nacht) eingeweicht werden. Auch Kompott kann die Verdauung anregen! Vorsicht: Trockenobst enthält viel Zucker.
  • Kräuter und Gewürze: Frische Kräuter enthalten Aromastoffe, die die Verdauung fördern. Gewürze, etwa Koriander, Anis, Fenchel oder Kümmel regen die Verdauung an. Je nach Appetit und Verträglichkeit können auch intensivere Kräuter verwendet werden (z.B. Chili, Curry, Senf, Zimt und Curcuma).
  • Vergorene Milchprodukte: Produkte wie Molke, Kefir, Naturjoghurt, Butter,- Sauer- und Acidophilusmilch sind leicht verdaulich und regen die Verdauung an. Vorsicht ist bei Laktoseintoleranz gegeben. Hier sollten die laktosefreien Alternativen gewählt werden.
  • Zeit nehmen beim Essen: Wichtig ist auch sich Zeit für das Essens zu nehmen und ausreichend zu kauen. Hier hilft das Sprichwort: „Gut gekaut, ist halb verdaut".

Hinweis Die Verwendung von Abführmitteln sollte nur nach Rücksprache mit einer Ärztin/einem Arzt erfolgen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter

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