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Blasten (BLA)

Blasten sind Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen, die normalerweise nur im Knochenmark zu finden sind.

Blasten sind unreife Vorstufen von weißen Blutkörperchen

Blasten im Blutausstrich © Dr. Gerhard Weigl

Blasten im Blutausstrich © Dr. Gerhard Weigl

Im Blutausstrich können bei bestimmten Erkrankungen oder Zuständen (z.B. schweren Entzündungen, Leukämien, Chemotherapie) Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gefunden werden. 

Normalerweise kommen diese Zellen nur im Knochenmark vor, wo die Bildung der weißen Blutkörperchen stattfindet („Granulopoese“).

Zu den Vorstufen der weißen Blutkörperchen zählen:

  • Blasten (unreife Vorstufen sämtlicher Leukozyten im Knochenmark),
  • Promyelozyten (diese entwickeln sich aus den Blasten),
  • Myelozyten (diese entwickeln sich aus den Promyelozyten) sowie
  • Metamyelozyten (diese entwickeln sich aus den Myelozyten).

Auch diese Zellen werden im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes erfasst bzw. es wird auf dem Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.

Wann können sich Blasten im Blut befinden?

Im peripheren Blut können zwei Formen von Blasten gefunden werden, die aber aufgrund ihres Aussehens kaum voneinander unterschieden werden können:

  • myeloische Blasten (Myeloblasten): unreife Vorläuferzellen der Granulozyten.
  • lymphatische Blasten (Lymphoblasten): besondere Formen von aktivierten bzw. bösartigen (malignen) Lymphozyten.

Zur Unterscheidung dieser Zellen muss eine weiterführende Laboranalyse des Blutes durchgeführt werden:

  • Leukozytentypisierung – das ist ein hämatologisches Spezialverfahren, das sich der Labortechnik der „Durchflusszytometrie“ (FACS – „Fluorescence Activated Cell Sorting“) bedient.

Leukämien

Eine Leukämie ist eine bösartige (maligne) Erkrankung des Knochenmarks, bei der es zu einer ungehemmten Bildung („Proliferation“) von weißen Blutkörperchen kommt.

Es gibt unterschiedliche Formen von Leukämien, die nach den folgenden Kriterien eingeteilt werden:

  • Typ der bösartigen Vorläuferzelle:
    • Myeloblasten: myeloische Leukämie
    • Lymphoblasten: lymphatische Leukämie
  • Verlaufsform:
    • akut: verläuft meist dramatisch und lebensbedrohlich
    • chronisch: verläuft meist weniger dramatisch (protrahiert)
  • weitere Einteilungskriterien:
    • Reifegrad der bösartigen Zellen
    • Menge der bösartigen Zellen (Leukämiezellen) im Blut

Ein Verdacht auf eine Leukämie kann durch die Untersuchung des peripheren Blutes gestellt werden. Finden sich im Blutausstrich verdächtige Zellen, ist eine weiterführende Abklärung erforderlich:

  • Leukozytentypisierung („Durchflusszytometrie“ [FACS – „Fluorescence Activated Cell Sorting“])
  • Knochenmarkuntersuchung (Knochenmarkpunktion)

Die Behandlung einer Leukämie hängt von der Leukämieform sowie vom Verlauf der Erkrankung ab. Bei bestimmten Formen ist gar keine Behandlung notwendig: z.B. bei symptomlosen Formen der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL).

Es gibt folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Chemotherapie
  • Knochenmarktransplantation
  • Stammzelltransplantation

Weitere Infos zu Transplantation.

LOINC: 709-6, 708-8

Referenzwert

Für Blasten gibt es keine Referenzwerte im peripheren Blut, da sie normalerweise nur im Knochenmark vorkommen. Im Knochenmark beträgt der Blastenanteil weniger als fünf Prozent. Finden sich Blasten im Blut, werden diese Zellen entweder im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes miterfasst oder es wird auf dem Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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