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Zerbrochene Zigarette © Photosani

Mit dem Rauchen aufhören: Angebote & Methoden

Regelmäßiges Rauchen ist ein über längere Zeit angewöhntes Verhalten, das bei vielen Raucherinnen und Rauchern zur starken Abhängigkeit geworden ist. Bei einer Raucherentwöhnung ist das Ziel, sein Verhalten zu ändern und zur Nichtraucherin bzw. zum Nichtraucher zu werden. Je nachdem wie groß die Tabakabhängigkeit und wie stark die Motivation zum Aufhören ausgeprägt ist, stehen verschiedene Angebote der Raucherberatung, Methoden und Therapien zur Verfügung.

Am Beginn der Raucherentwöhnung wird in einem ersten Gespräch unter anderem das Rauchverhalten analysiert und erfragt, wie hoch die Bereitschaft ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Anschließend wird die weitere Vorgangsweise besprochen, wie eine langfristige Entwöhnung erreicht werden kann.

Eine Nikotinersatztherapie und spezielle Medikamente zur Raucherentwöhnung können unangenehme Entzugserscheinungen lindern und helfen, den Rauchstopp durchzuhalten.

Wer sich entschlossen hat, mit dem Rauchen aufhören zu wollen, findet bei folgenden Stellen Unterstützung und Beratung: 

In einer Kurzberatung kann man sich über weitere Möglichkeiten zur Raucherentwöhnung informieren lassen.

In Entwöhnungsprogrammen für Einzelpersonen oder Gruppen erfolgt eine intensive Betreuung mit persönlicher Begleitung in ein rauchfreies Leben. Eventuell ist die Behandlung einer krankhaften Nikotinsucht stationär in einer spezialisierten Einrichtung notwendig. 

Am wirksamsten ist die Kombination von medikamentösen und nicht medikamentösen Therapien (z.B. verhaltenstherapeutische Maßnahmen, Psychotherapie; siehe unten) in Kombination mit regelmäßiger Bewegung. Wenn Sie eine Raucherentwöhnung durchführen, ist es wichtig, auch Familienangehörige, Partnerin/Partner etc. einzubeziehen.

Schlusspunkt-Methode

Unter der Schlusspunkt-Methode versteht man, dass man sich innerhalb der nächsten Wochen ein Datum setzt, an dem man mit dem Rauchen aufhört. Wichtig dabei ist sich gut auf den Rauchstopp vorzubereiten. Ein erster Schritt ist, sich näher über die Raucherentwöhnung zu informieren, z.B. mit Broschürenoder im Internet. Selten gelingt es, einen dauerhaften Rauchstopp aus einem spontanen Entschluss heraus zu erreichen. Planen Sie deshalb für Ihren Rauchstopp einen bestimmten Tag – je früher, desto besser. Wegen der Entzugserscheinungen sind die ersten sieben Tage am schwierigsten. Wenn Sie sich vor dem Rauchstopp Ihr Rauchverhalten bewusst machen, erhöhen Sie Ihre Erfolgschancen. Führen Sie dazu ein Rauchstopp-Protokoll (siehe Tipps zur Raucherentwöhnung).

Verhaltenstherapie

Bei der Verhaltenstherapie erarbeitet sich die Raucherin/der Raucher gemeinsam mit der Therapeutin/dem Therapeuten jene Situationen bzw. Reize, die ein Verlangen nach einer Zigarette auslösen. Des Weiteren wird gelernt, wie Risikosituationen bewältigt und Rückfälle vermieden werden können. Einzel- und Gruppentherapie gelten als wirksame Methoden für die Raucherentwöhnung.

Medikamentöse Therapie

Medikamente bzw. Nikotinersatzpräperate helfen, mit eventuell auftretenden Entzugssyptomen besser umzugehen. Sie können aber eine aktive Veränderung des Rauchverhaltens nicht ersetzen.

Nikotinersatztherapie

Bei der Nikotinersatztherapie wird mit Nikotinpräparaten (z.B. Kaugummi, Pflaster, Inhalator oder Tablette) ein Nikotinspiegel aufgebaut und die Dosis im Verlauf der Therapie stufenweise reduziert. Dadurch können die Entzugserscheinungen gelindert oder verhindert werden. Die Betroffenen können sich besser darauf konzentrieren, ihre Rauchgewohnheiten abzulegen. Die Präparate sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen können Nikotinersatzpräparate bei einem Rauchstopp wirksam unterstützen. Weitere Informationen über die Evidenz zur Wirksamkeit der Nikotinersatztherapie finden Sie unter www.gesundheitsinformation.de.

Medikamente zur Raucherentwöhnung

Um die Entwöhnung zu unterstützen und Rückfällen vorzubeugen, kann die Ärztin/der Arzt auch spezielle rezeptpflichtige Medikamente verordnen, die das Suchtverhalten beeinflussen, z.B. Antidepressiva oder zur Nikotinentwöhnung zugelassene Medikamente. 

In Österreich sind zwei Wirkstoffe zur Behandlung der Tabakabhängigkeit zugelassen: Bupropion und Vareniclin. Einen Überblick über die Evidenz zur Wirksamkeit der Medikamente zur Raucherentwöhnung finden Sie auf gesundheitsinformation.de.

Akupunktur

Bei einer Akupunktur, Akupressur oder Lasertherapie werden bestimmte Suchtpunkte im Ohr behandelt. Diese Maßnahmen werden in der Raucherentwöhnung angewendet und sollen das Verlangen nach einer Zigarette oder Entzugssymptome verringern. Laut Untersuchungen der Cochrane Collaboration ist die Wirksamkeit dieser Maßnahmen noch nicht ausreichend abgesichert, sie dürften jedoch im Vergleich zu anderen Maßnahmen der Raucherentwöhnung, wie der Nikotinersatztherapie oder der Verhaltenstherapie, als Einzelmaßnahme weniger wirksam sein.

Hypnose

Hypnose bzw. Hypnotherapie soll das Rauchverhalten beeinflussen. Die Wirkung dieser Methode ist laut einer Studie der Cochrane Collaboration jedoch nicht ausreichend gesichert.

Wohin kann ich mich wenden und wie erfolgt die Kostenabdeckung?

Ihre Krankenkasse bietet kostenlos Raucherberatung oder ambulante Raucherentwöhnung an. Eventuell ist ein Selbstbehalt zu bezahlen. Die Kosten für die medikamentöse Therapie werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Bei starker Abhängigkeit kann unter bestimmten Voraussetzungen eine stationäre Raucherentwöhnung bewilligt werden.

Weitere Informationen zu Anbieterinnen/Anbietern und zur Kostenabdeckung finden Sie unter Anlaufstellen für die Raucherentwöhnung.

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