Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Arzt spricht mit Patienten © Visionär

Alkoholabhängigkeit: Diagnose

Die Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms ist umfassend und bezieht neben körperlichen und psychischen Anzeichen auch das Lebensumfeld mit ein. Vor allem in der Anfangsphase der Krankheit sind die Beschwerden oftmals unspezifisch. Im Lauf der Alkoholabhängigkeit wird das Trinkverhalten immer deutlicher. In späten Stadien können Entzugssymptome und beginnende Organschäden (beispielsweise der Leber) beobachtet werden. Im Zuge der Diagnose werden verschiedene Untersuchungen vorgenommen und beispielsweise Laborwerte bestimmt . . .

Abklärung von Anzeichen

Generell kann die Aufnahme von Alkohol mittels Alkoholtestgerät (Alkomat) und über die Bestimmung des Blutalkoholspiegels nachgewiesen werden. Verschiedene körperliche und psychische Anzeichen weisen auf ein Alkoholproblem hin, z.B. Alkoholgeruch, Zittern der Hände (Tremor), Gangunsicherheit, bestimmte Hautveränderungen (wie aufgedunsenes Gesicht, Rötungen der Gesichtshaut, Spider naevi), erhöhte Reizbarkeit und vieles mehr. Auch Leistungseinbußen, Schlafstörungen, Störungen der sexuellen Potenz und des Magen-Darm-Traktes sowie vegetative Labilität liefern Anhaltspunkte.

Diese Anzeichen können jedoch auch andere Ursachen haben. Neben der gründlichen körperlichen Untersuchung, führt die Ärztin/der Arzt daher ein ausführliches Gespräch (Anamnese). Es gibt spezielle Fragebögen, mit deren Hilfe gemeinsam mit der Patientin/dem Patienten besprochen wird, wie oft und wie viel Alkohol sie/er trinkt. Ein Alkoholfragebogen kann auch im Zuge der Vorsorgeuntersuchung ausgefüllt werden. Weitere Informationen finden Sie unter So läuft eine Vorsorgeuntersuchung ab. Manchmal sind es auch das Lebensumfeld bzw. die Lebenspartnerin/der Lebenspartner, die Hinweise auf die Erkrankung liefern (z.B. Konflikte in der Beziehung, am Arbeitsplatz, Unfälle, Führerscheinentzug).

Eventuelle alkoholbezogene Folgeschäden bzw. Verhaltensauffälligkeiten und psychische Probleme werden ebenfalls mit einbezogen. Für die Diagnose ist außerdem wichtig, ob andere abhängigkeitserzeugende Substanzen (z.B. Medikamente, illegale Drogen) konsumiert werden.

Laborparameter

Auch bestimmte Laborparameter werden für die Diagnose genutzt. Sie liefern ebenfalls Hinweise auf eine Abhängigkeit:

  • Gamma-GT (GGT, γ-GT): Dieses Enzym kommt vor allem in der Leber, aber auch in den Nieren, Gallengängen und im Darm vor. Die Bestimmung der GGT liefert wichtige Hinweise auf Erkrankungen der Leber und der Gallenwege. Daher gehört die GGT auch zu den sogenannten „Leberwerten“. Bei chronischem Alkoholmissbrauch kommt es zu einer GGT-Erhöhung. Erhöhte GGT-Werte haben eine hohe Aussagekraft in Hinblick auf alkoholbedingte Leberschädigungen wie Leberverfettung, Fettleberhepatitis (Leberentzündung), Leberzirrhose, Leberversagen. Weitere Informationen finden Sie unter Gamma-GT.
  • CDT (Carbohydrate Deficient Transferrin rel.): Bei CDT handelt es sich um mehrere unterschiedliche Formen (Isomere) des Serumeisen-Transportproteins Transferrin (TF). TF selbst ist ein in der Leber gebildeter Bluteiweißstoff. Eine Erhöhung von CDT ist fast nur bei chronischem Alkoholkonsum zu beobachten. CDT wird auch herangezogen, um einen Rückfall nach einer Alkoholentzugstherapie nachzuweisen bzw. zu bestätigen. Weitere Informationen finden Sie unter CDT.

Auch das MCV (Mittleres Zellvolumen) kann zur Diagnose herangezogen werden. Es beziffert das durchschnittliche Volumen der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Bei chronischem Alkoholmissbrauch ist dieser Wert erhöht. Weitere Leberwerte wie GOT und GPT können ebenfalls bestimmt werden. Weitere Informationen finden Sie über die Schnellsuche der  Laborwerte-Tabelle.

Wohin kann ich mich wenden?

Eine erste Ansprechstelle bei einer Alkoholabhängigkeit ist häufig die Hausärztin/der Hausarzt, die/der gegebenenfalls Überweisungen in die Wege leitet. Auch spezialisierte ambulante Einrichtungen (z.B. Suchtberatungsstellen) sowie spezialisierte Kliniken können kontaktiert werden. Bei Jugendlichen sind Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde sowie für Kinder- und Jugendpsychiatrie Ansprechpartner. In den Diagnose- und Therapieprozess sind Ärztinnen/Ärzte verschiedener Fachrichtungen sowie Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten involviert.

Ärztinnen/Ärzten, Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten, ambulante wie stationäre Behandlungs- und Beratungsmöglichkeiten etc. finden Sie über die diversen Suchen unter Beratung, Downloads und Tools.

Hier erhalten Sie die Informationen zum Suchthilfekompass in Gebärdensprache.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die ärztliche Untersuchung zur Abklärung einer Alkoholabhängigkeit werden im Normalfall von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, die Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse