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Arzt-Patientinnen-Gespräch © Photographee.eu

Wechseljahre: Therapie bei Beschwerden

Die Wechseljahre sind keine Krankheit und bedürfen daher keiner besonderen Behandlung. Sie gehören zum Leben jeder Frau dazu. Etwa ein Drittel der Frauen bringen die Wechseljahre problemlos hinter sich und haben keine oder nur leichte Beschwerden. Bei anderen wiederum kann die hormonelle Veränderung sehr belastend sein. Wenn eine Frau wissen möchte, ob ihre Wechseljahre begonnen haben, kann sie sich bei ihrer Frauenärztin/ihrem Frauenarzt untersuchen lassen . . .

Eine ausführliche Anamnese (die Ärztin/der Arzt erkundigt sich nach Beschwerden und dem Monatszyklus) sowie eine gynäkologische Untersuchung können in vielen Fällen bereits einen Hinweis geben. Weiters besteht die Möglichkeit einer Hormonuntersuchung.

Leichte Beschwerden erfordern keine Behandlung

Nicht immer muss beim Vorliegen von klimakterischen Beschwerden eine Hormontherapie in Erwägung gezogen werden. Es ist normal, dass im mittleren Alter der Hormonspiegel sinkt. Diese Hormone müssen nicht ersetzt werden, es sei denn, die Beschwerden nehmen Krankheitswert an. Bei Frauen, die kaum bzw. keine Beschwerden haben, gibt es keinen Grund, Hormone einzunehmen. Für Frauen mit starken Symptomen kann eine kurzfristige Hormontherapie Erleichterung bringen. Es gibt jedoch keine Garantie, dass die Beschwerden komplett verschwinden. Klimakterische Beschwerden können nach Absetzen der Hormontherapie erneut auftreten, da die Umstellung auf ein neues hormonelles Gleichgewicht durch die Behandlung nur verschoben wurde.

Bevor Frauen Hormone gegen ihre Wechseljahrsbeschwerden einnehmen, ist es sinnvoll, mögliche erwünschte und nicht erwünschte Wirkungen gegeneinander abzuwägen. Die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt informiert über den möglichen Nutzen und mögliche Risiken einer Hormontherapie und kann so bei der persönlichen Entscheidung unterstützend wirken.

Wann kommen Hormone zum Einsatz?

Sobald die Beschwerden das tägliche Leben der betroffenen Frauen stark belasten, kann an eine Hormontherapie nach dem Prinzip „So viel wie notwendig und so wenig wie möglich“ gedacht werden.

Hinweis Aus Präventionsgründen bei familiärer Osteoporose, gehäuftem Auftreten von Herz-Kreislauf Erkrankungen und neurovegetativen Erkrankungen sollte im „window of opportunity“ eine Hormongabe überlegt werden, um dadurch langfristige Folgen eines früh einsetzenden Hormonmangels auf die genannten Organe zu verhindern.

Wann dürfen keine Hormone eingenommen werden?

Bei folgenden Krankheiten ist die Einnahme von Hormonen kontraindiziert:


Hinweis Bei erhöhtem Risiko für Brustkrebs, Thrombose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen muss der Nutzen der Hormonbehandlung gegenüber den Risiken sorgfältig abgewogen werden.

Risiken & Nebenwirkungen

Zu Beginn einer Hormonbehandlung kann es zu Schmierblutungen (manchmal auch Dauerblutungen), Spannungsgefühl in den Brüsten, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) oder Übelkeit kommen. Das liegt meist daran, dass sich der Körper auf die Hormonzufuhr von außen einstellen muss. Sollten die Beschwerden länger anhalten, muss mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt besprochen werden, ob auf ein besser verträgliches Präparat umgestellt werden sollte. Häufig entstehen diese Beschwerden durch zu hohe Anfangsdosen und verschwinden meist, wenn die geeignete Dosierung gefunden wurde.

Wichtig: Eine Hormontherapie sollte so kurz und so niedrig dosiert wie möglich verabreicht werden. Dauert eine Hormonbehandlung über Jahre an, besteht ein erhöhtes Risiko für verschiedene ernsthafte Krankheiten, wenn die Organe bereits vorgeschädigt sind wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Brustkrebs, Thrombosen oder Lebererkrankungen.

Aufgrund der gesundheitlichen Risiken kommt die Hormontherapie nur noch dann zum Einsatz, wenn die Wechseljahrsbeschwerden für die Frau Krankheitswert haben und/oder die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.

Hinweis Durch eine kombinierte Hormontherapie besteht ein geringfügig erhöhtes Brustkrebsrisiko. Derzeitige Studien sagen aus, dass die Hormontherapie keinen Brustkrebs verursacht, sondern auf bestehende Tumore Einfluss nimmt. Falls bereits unentdeckte Brustkrebszellen im Gewebe vorhanden sind, können diese durch die Hormontherapie zum Wachstum angeregt werden. Informationen zu Brustkrebs & Hormontherapie erhalten Sie unter www.krebsinformationsdienst.de.

Welche Hormone werden eingesetzt?

Es gibt verschiedene Hormonpräparate, die zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer Monotherapie, bei der nur Östrogene eingesetzt werden, und einer Kombinationstherapie, bei der eine Kombination aus Östrogen und Gestagen verwendet wird.

Hinweis Da Östrogene als Monotherapie das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut zu stark anregen und letztlich zu Endometrium- oder Gebärmutterkörperkrebs führen können, wird in der Regel eine Kombinationstherapie verordnet, um die Schleimhaut der Gebärmutter zu schützen. Frauen, denen die Gebärmutter krankheitsbedingt entfernt werden musste, bekommen im Allgemeinen nur Östrogene verschrieben.

Man unterscheidet zwischen:

  • Sequenzielle Hormontherapie: Hierbei werden z.B. drei Wochen lang Östrogene eingenommen und dann zwölf Tage lang ein Gestagen. Anschließend folgt eine siebentägige Einnahmepause. In dieser Zeit kommt es zu einer Abbruchblutung.
  • Kontinuierliche, kombinierte Hormontherapie: Hierbei kann durchgängig ein kombiniertes Östrogen-Gestagen-Präparat eingenommen werden. Es kommt zu keiner Blutung.

Verschiedene Darreichungsformen

Für eine Hormontherapie stehen unterschiedliche Darreichungsformen zur Verfügung:

  • Tabletten oder Kapseln,
  • Injektionen,
  • Pflaster oder Gel zum Auftragen auf die Haut,
  • Creme, Gel, Zäpfchen zum Einführen in die Scheide.

Östrogene und Gestagene sind als Tabletten und Pflaster erhältlich. Östrogene gibt es auch als Gel und Scheidencremes und -zäpfchen. Die Anwendung von Spritzen wird nicht mehr empfohlen, da die Dosierung schlecht steuerbar ist.

Frauen die sich auf Grund starker Wechseljahrsbeschwerden für eine Hormontherapie entscheiden, können sich bei der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt über die verschiedenen Arten und Anwendungsmöglichkeiten der Hormone informieren. Es gibt Tabletten, die nur ein Östrogen oder Gestagen enthalten und individuell kombiniert werden können und es gibt Tabletten mit einer Kombination von beiden Hormonen in zyklischer oder einphasiger Zusammensetzung.

Gels werden regelmäßig in die Haut eingerieben. Pflaster, die auf die Haut geklebt werden (meist Bauch oder Hüfte), geben die Hormone über die Haut an den Körper ab. Sie müssen ein- bis zweimal wöchentlich (je nach Präparat) gewechselt werden. Zäpfchen und Cremes werden für die Behandlung von Beschwerden im Genitalbereich angewendet.

Alternativen zur Hormontherapie

Die typischen Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind selten so ausgeprägt, dass sie behandelt werden müssen. Frauen, die darunter leiden, stehen eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, um die Beschwerden zu lindern.

So können die Wechseljahre für viele Frauen ein Anlass sein, mehr auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Eine gesunde Ernährung, mehr Bewegung und der Verzicht auf Rauchen und Alkohol tragen allgemein zur Gesundheit bei. Besonders körperliche Aktivitäten wirken sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System und die Knochen aus. Auch Entspannungstechniken, Atemtraining, Meditation oder Yoga können zu einem besseren allgemeinen Wohlbefinden beitragen – auch wenn mit diesen Methoden Hitzewallungen und Schweißausbrüche wahrscheinlich nicht gelindert werden können.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Arzneimittel zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden. Sogenannte Phytoöstrogene sind pflanzliche Substanzen, die ähnlich wie Östrogene wirken. Eine besondere Bedeutung kommt jenen Phytoöstrogenen zu, die Isoflavone genannt werden und in Soja, verschiedenen Bohnensorten, Getreide oder Rotklee enthalten sind. Diese können sich ebenfalls positiv auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken. Wissenschaftliche Nachweise für deren Wirksamkeit gibt es jedoch kaum.

Wohin kann ich mich wenden?

Treten erste Anzeichen für die Menopause auf, können Sie sich bezüglich Abklärung an eine Fachärztin/einen Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe mit dem Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie wenden.

Beratung und Hilfe erhalten Sie u.a. auch bei folgenden Stellen:

  • Ambulatorium für klimakterische Beschwerden und Osteoporoseprophylaxe
  • Krankenhaus Hietzing: Menopausenberatung
  • Spezialambulanz „Psychosomatische Frauenambulanz“ und Hormonambulanz am AKH Wien
  • Frauengesundheitszentrum F.E.M.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für alle erforderlichen Diagnose- und Therapieverfahren werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Die Kosten einer Hormontherapie im Rahmen der Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden werden ebenfalls von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

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