Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Junge Frau mit Unterbauchschmerzen © New Africa
Junge Frau mit Unterbauchschmerzen © New Africa

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Vielen Frauen macht in den Tagen vor der Regelblutung jeden Monat aufs Neue das prämenstruelle Syndrom (PMS) zu schaffen. Unterleibs- und Kopfschmerzen, Spannungsgefühl in den Brüsten sowie Stimmungsschwankungen und Traurigkeit sind dabei typische Beschwerden. Bei manchen Frauen sind die Beschwerden so stark, dass sie ihren Alltagsaktivitäten nur noch eingeschränkt nachgehen können. Verschiedene Maßnahmen und Medikamente können den betroffenen Frauen dabei helfen, ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen.

Prämenstruelles Syndrom: Was ist das?

Unter dem Begriff „Prämenstruelles Syndrom“ werden unterschiedliche Beschwerden zusammengefasst, die Monat für Monat vor der Regelblutung auftreten. Üblicherweise beginnen die Beschwerden einige Tage bis zwei Wochen vor der Blutung und verschlimmern sich bis zu deren Beginn. Typisch ist, dass die Beschwerden mit dem Einsetzen der Blutung bzw. ein bis zwei Tage danach verschwinden. Das PMS kommt bei Frauen in der Schwangerschaft und nach den Wechseljahren nicht vor.

Welche Symptome können auftreten?

Viele Frauen klagen in den Tagen vor ihrer Regelblutung über mehr oder weniger starke PMS-Beschwerden. Abgesehen von den körperlichen Beschwerden leiden viele Betroffene vor allem unter den psychischen Auswirkungen des PMS. Die meisten Frauen sind dadurch aber nicht wesentlich in ihrem Leben eingeschränkt. Bei 3 bis 8 von 100 Frauen sind die Beschwerden allerdings so massiv, dass sie nicht arbeiten oder in die Schule gehen bzw. ihrem Alltag in gewohnter Weise nachgehen können. Eine besonders schwere Form des PMS ist die sogenannte prämenstruelle dysphorische Störung (PMSD). Betroffene Frauen leiden dabei vor allem sehr unter den psychischen Auswirkungen (z.B. Depression, Angst) des PMS. Sie sind in den Tagen vor der Menstruation ungewöhnlich leicht reizbar, weinerlich und stark deprimiert. Dadurch ist ihr alltägliches Leben sehr eingeschränkt. Typisch ist auch hier, dass die psychischen Veränderungen, ebenso wie die körperlichen Beschwerden, mit dem Einsetzen der Regelblutung bzw. ein bis zwei Tage danach verschwinden.

Mehr als 150 verschiedene Symptome des PMS sind bekannt. Sie werden von Frau zu Frau unterschiedlich stark erlebt und können körperlicher und psychischer Natur sein: 

Körperliche Symptome:

  • Wasseransammlungen im Gewebe: Die Brüste sind gespannt und empfindlich; Bei manchen Frauen sind durch die Wasseransammlungen die Augenlider, Hände, Füße oder Beine geschwollen. Durch die Einlagerung von Wasser im Gewebe steigt auch das Körpergewicht. Betroffene Frauen fühlen sich oft regelrecht aufgedunsen.
  • Unterbauchschmerzen und -krämpfe
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Müdigkeit und Erschöpfungszustände
  • Migräne
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • Verdauungsprobleme: z.B. Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung
  • Übelkeit
  • Hautunreinheiten bis hin zu Akne

Psychische Symptome:

  • Stimmungsschwankungen
  • Traurigkeit (grundloses Weinen), depressive Verstimmung bis hin zur Depression
  • Reizbarkeit und Aggressivität
  • Antriebslosigkeit
  • Angstzustände
  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen 

Welche Ursachen hat das PMS?

Die genauen Ursachen für die Beschwerden des PMS sind bis heute nicht abschließend geklärt. Fachleute vermuten mehrere Auslöser für die Beschwerden: Einerseits dürften manche Frauen empfindlicher als andere auf die natürlichen Schwankungen der weiblichen Hormone nach dem Eisprung reagieren. Eine zentrale Rolle bei der Entstehung der PMS-Beschwerden dürfte das weibliche Hormon Progesteron spielen. Dieses wird in der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung vermehrt gebildet. Zudem vermuten Fachleute, dass die weiblichen Hormone Einfluss auf bestimmte Botenstoffe im Gehirn (Serotonin) haben. Dadurch könnte es zu den psychischen Veränderungen kommen. Zudem spielt auch die familiäre Veranlagung eine Rolle. Rauchen, Alkohol und psychische Belastungen, wie Stress, dürften die PMS-Beschwerden verstärken. 

Wie wird ein PMS diagnostiziert?

Leidet eine Frau regelmäßig unter PMS-Beschwerden, sollte sie eine Frauenärztin/einen Frauenarzt aufsuchen. Dies besonders dann, wenn die Beschwerden ihren Alltag oder ihre sozialen Beziehungen stark beeinträchtigen. Die Frauenärztin/der Frauenarzt stellt anhand der Symptome fest, ob hinter diesen ein PMS oder eine andere Ursache steckt. In einem genauen Gespräch (Anamnese) schließt die Ärztin/der Arzt andere Krankheiten aus, die gleiche Beschwerden hervorrufen können. So z.B. Depression oder Erkrankungen der Schilddrüse. Zu diesem Zweck benötigt diese/dieser genaue Angaben zur Art und zum zeitlichen Auftreten der Beschwerden. Hilfreich dabei ist, wenn die betroffene Frau über mindestens zwei bis drei Monate ein Tagebuch führt. In diesem wird notiert, wann die Beschwerden auftreten und wodurch sie verstärkt bzw. gebessert werden. Mithilfe dieser Notizen kann die Ärztin/der Arzt erkennen, ob die Beschwerden mit der Regelblutung bzw. dem Zyklus der Betroffenen zusammenhängen. So kann die Ärztin/der Arzt die geeignete Behandlung finden. Solche Zyklustagebücher gibt es mittlerweile auch als App für das Smartphone. Um den Erfolg einer Behandlung beurteilen zu können, sollte dieses auch während der Behandlung fortgeführt werden.

Nach dem ärztlichen Gespräch folgt eine gynäkologische Untersuchung. In bestimmten Fällen führt die Ärztin/der Arzt auch eine Ultraschalluntersuchung durch. Eine Blutuntersuchung zeigt, ob die Beschwerden auf hormonelle Ursachen zurückzuführen sind. Da bei den meisten Frauen mit einem PMS die Hormonspiegel normal sind, schließen normale Hormonwerte ein PMS aber nicht aus.

Wie erfolgt die Behandlung eines PMS?

Die Behandlung eines PMS richtet sich in erster Linie nach den vorhandenen Beschwerden. Bei leichten Beschwerden muss nicht gleich zu Medikamenten gegriffen werden. Oft hilft es schon, die Lebensgewohnheiten zu ändern: Dazu gehören u.a. regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, Entspannungsmaßnahmen (z.B. Yoga), eine abwechslungsreiche Ernährung sowie möglichst wenig Alkohol und Nikotin. In manchen Fällen dürften auch pflanzliche Präparate wie Mönchspfeffer oder Johanniskraut die Beschwerden lindern. Allerdings ist die Wirksamkeit dieser Mittel nicht wissenschaftlich bewiesen. Ebenso wenig bewiesen ist, dass sich die Beschwerden durch die Einnahme von bestimmten Vitaminen oder Spurenelementen, wie beispielsweise Vitamin B6 oder Kalzium, bessern. Da diese Mittel durchwegs auch Nebenwirkungen (z.B. Nierensteine, Herzerkrankungen) mit sich bringen können, raten Ärztinnen/Ärzte diese nur nach vorheriger Rücksprache einzunehmen.

Für Frauen, die unter stärkeren Beschwerden leiden, stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Diese sollten nur nach Rücksprache mit einer Ärztin/einem Arzt eingenommen werden. Folgende Möglichkeiten stehen u.a. zur Verfügung:

  • Hormonelle Verhütungsmittel: Frauen, die keinen Kinderwunsch haben, kann mit verschiedenen Hormonkombinationen geholfen werden. Zur Auswahl stehen hierbei beispielsweise die Antibabypille, das Hormonpflaster oder die Depotspritze. Hormonelle Verhütungsmittel können auch Nebenwirkungen, wie beispielsweise Kopfschmerzen oder Übelkeit, verursachen. Zudem erhöhen diese auch geringfügig das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombose).
  • Schmerzmittel: Um Schmerzen, wie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen zu lindern können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), wie beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac, eingenommen werden.
  • Entwässernde Medikamente (Diuretika): Diese helfen Frauen, die mit Beschwerden durch Wassereinlagerungen beispielsweise in den Brüsten, den Armen oder Beinen zu kämpfen haben.
  • Antidepressiva: Manchen Frauen können bei starken psychischen Beschwerden, wie beispielsweise einer Depression, sogenannte SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) helfen. 
Seite drucken RSS-Feed anzeigen Seite teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen