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Ärztin führt Halsultraschall bei Frau durch © Alexander Raths

Schilddrüsenkrebs: Diagnose & Therapie

Zuerst erfolgt eine Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und eine Tastuntersuchung der Schilddrüse. Die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt leitet je nach Notwendigkeit die passenden Untersuchungen (Blutuntersuchung, Szintigraphie etc.) ein. Therapeutisch kommen vor allem eine Operation sowie eine Radiojodbehandlung zum Einsatz.

Diagnose von Schilddrüsenkrebs

Zur Abklärung von Erkrankungen der Schilddrüse stehen verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Blutuntersuchung
  • Ultraschall
  • Szintigraphie
  • Röntgenuntersuchung
  • Feinnadelpunktion

Blutuntersuchung

In jedem Fall werden die Schilddrüsenhormone bestimmt, um die Schilddrüsenfunktion zu überprüfen. Lediglich das medulläre Schilddrüsenkarzinom kann jedoch durch eine Erhöhung des Calcitoninspiegels im Blut erkannt werden. Weitere Informationen finden Sie in der Laborwerte-Tabelle.

Ultraschall

Die meisten Schilddrüsenerkrankungen zeigen typische Auffälligkeiten im Ultraschall. Bei Verdacht auf Schilddrüsenkrebs oder bei der Nachsorge nach einer Operation werden im selben Untersuchungsgang auch die Halslymphknoten kontrolliert.

Szintigraphie

Bei der Schilddrüsenszintigraphie wird ein radioaktiv markierter Trägerstoff, ein Radiopharmakon, in eine Vene injiziert und gelangt über den Blutkreislauf in die Schilddrüse. Mit einer speziellen Gamma-Kamera kann die von diesem Trägerstoff abgegebene Strahlung gemessen und ein Bild der Schilddrüsenfunktion erzeugt werden. Je nach Stoffwechselaktivität des Organs kommt es auf dem erzeugten Bild, dem Szintigramm, zu mehr oder weniger intensiver Darstellung. Finden sich in der Ultraschalluntersuchung Knoten in der Schilddrüse, können diese in Hinblick auf ihre Funktion beurteilt werden:

  • „Warme“ Knoten: unterscheiden sich nicht vom restlichen Schilddrüsengewebe und nehmen an der normalen Hormonproduktion teil.
  • „Heiße“ Knoten (autonome Knoten): produzieren unabhängig von der körpereigenen Steuerung zu viel an Schilddrüsenhormonen.
  • „Kalte“ Knoten: beteiligen sich nicht am Stoffwechsel. Etwa fünf Prozent der kalten Knoten sind auf Schilddrüsenkrebs zurückzuführen.

Weiters kann eine Ganzkörperszintigraphie erfolgen. Nähere Informationen zur Methode der Szintigraphie finden Sie unter Schilddrüsenszintigraphie.

Feinnadelpunktion

Bestätigt sich der Verdacht auf Schilddrüsenkrebs, muss eine histologische Untersuchung des betroffenen Gewebes erfolgen. Durch die ultraschallgezielte Feinnadelpunktion eines Schilddrüsenknotens können dessen Zellen unter dem Mikroskop beurteilt werden. Entartete Zellen sind ein Hinweis auf Schilddrüsenkrebs. Nach Desinfektion der Haut und Lokalisierung des Knotens mit dem Ultraschallkopf wird eine Nadel durch die Haut direkt in den Knoten gestochen. Mithilfe einer aufgesetzten Spritze wird Gewebe gewonnen. Dieses wird durch die Pathologin/den Pathologen untersucht. Die Untersuchung ist nicht gänzlich schmerzfrei, in den meisten Fällen ist eine lokale Betäubung jedoch nicht erforderlich.

Hinweis Die Untersuchung darf nicht unter laufender Therapie mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten (Phenprocoumon, Acenocumarol) durchgeführt werden, da es sonst zu lebensgefährlichen inneren Blutungen kommen kann!

Bei gering differenzierten Schilddrüsenkarzinomen sowie dem medullären Schilddrüsenkarzinom werden auch zunehmend PET und PET-CT zur Diagnostik eingesetzt. Wie bei anderen Tumorarten auch, erfolgt die Feststellung des Tumorstadiums nach der TNM-Klassifikation. Zur Abklärung der Tumorausbreitung erfolgen weitere Untersuchungen, z.B.CT von Hals und Thorax, selten auch eine Skelettszintigraphie.

Therapie von Schilddrüsenkrebs

Je nach Krebsart erfolgt die vollständige oder nur teilweise operative Entfernung der Schilddrüse ggf. samt Halslymphknoten. In jedem Fall muss der gesamte Tumor entfernt werden. Um Restschilddrüsengewebe und eventuell Tumorreste bzw. Metastasen zu zerstören, erfolgt je nach Tumorstadium in Anschluss an die Operation eine Radiojodtherapie mit Jod-131. Diese muss stationär erfolgen, die Patientin/der Patient wird aufgrund der Strahlung isoliert.

Bei einer Radiojodtherapie wird eine Kapsel mit radioaktivem Jod-131 eingenommen. Das radioaktive Jod wird im Darm aufgenommen und gelangt über das Blut zur Schilddrüse. Dort gespeichert, bestrahlt es die Schilddrüse „von innen“. Dadurch wird das betroffene Schilddrüsengewebe zerstört. Chemo- und Strahlentherapie kommen im Spätstadium, bei aggressiven Tumoren oder beim medullären Schilddrüsenkarzinom zum Einsatz. Nach der Operation und Radiojodtherapie ist eine – oft lebenslange – Schilddrüsenhormonersatztherapie unbedingt erforderlich. Lymphome, Teratome (Keimzelltumoren) oder Fibrosarkome (Bindegewebstumoren) der Schilddrüse sind selten und erfordern je nach Tumorart und -ausbreitung spezifische Therapiemaßnahmen.

Nachsorge bei Schilddrüsenkrebs

Nach Operation und eventueller Radiojodtherapie eines bösartigen Schilddrüsentumors sind engmaschige Nachkontrollen erforderlich, um ein Wiederaufflackern bzw. eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern bzw. rechtzeitig zu erkennen. Schilddrüsenkrebs neigt zu Spätrezidiven, daher ist eine Nachsorge lebenslang notwendig. Neben der Bestimmung der Schilddrüsenhormone und eines Ultraschalls der Halsregion dienen die Tumormarker Thyreoglobulin und Thyreoglobulin-Antikörper für differenzierte Schilddrüsenkarzinome sowie Calcitonin für medulläre Schilddrüsenkarzinome als Parameter für ein Wiederauftreten der Krebserkrankung.

Wohin kann ich mich wenden?

In die Diagnose und Therapie von Schilddrüsenkrebs sind mehrere medizinische Fachrichtungen eingebunden. Bei Auffälligkeiten und Warnsignalen wenden Sie sich an Ihre Allgemeinmedizinerin/Ihren Allgemeinmediziner. Diese/dieser leitet die weitere Abklärung in die Wege, bei der u.a. Fachärztinnen/Fachärzte für Nuklearmedizin, Innere Medizin und Chirurgie hinzugezogen werden. Sind Sie bereits in Behandlung bzw. Nachsorge, werden mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt regelmäßige Termine vereinbart.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte. Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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