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Chronische Leukämie: Behandlung

Die chronische Leukämie ist eine langsam fortschreitende Krebserkrankung des blutbildenden Systems. Betroffene haben eine erhöhte Anzahl unreifer weißer Blutkörperchen im Blut und Knochenmark. Diese können ihre Aufgaben nicht richtig erfüllen und verdrängen nach und nach die gesunden Blutzellen. Eine chronische Leukämie entwickelt sich über Monate oder Jahre und bleibt oft lange unbemerkt. Unbehandelt kann eine chronische Leukämie in eine schnell fortschreitende Form übergehen. Ziel der Behandlung ist es, ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, bestehende Beschwerden zu verringern und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten.

Man unterscheidet zwei Hauptformen der chronischen Leukämie: die chronische myeloische Leukämie (CML) und die chronische lymphatische Leukämie (CLL). CLL zählt in der Medizin zu den bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems, also den malignen Lymphomen. Die Möglichkeiten der Behandlung unterscheiden sich von jenen der CML.

Hinweis: In dieser Information wird ausschließlich die chronische myeloische Leukämie (CML) und ihre Behandlung beschrieben. Weitere Informationen zu Ursachen, Formen, Diagnose etc. finden Sie unter Leukämie

Was ist eine chronische myeloische Leukämie (CML)?

Die chronische myeloische Leukämie (CML) ist eine langsam verlaufende Form von Blutkrebs, bei der im Knochenmark große Mengen unreifer weißer Blutkörperchen entstehen. Diese stammen von myeloischen Vorläuferzellen – unreifen Zellen, die sich eigentlich zu funktionstüchtigen weißen Blutkörperchen entwickeln sollten. Ausgelöst wird die Erkrankung meist durch eine genetische Veränderung in einer blutbildenden Stammzelle, das sogenannte Philadelphia-Chromosom. Diese genetische Veränderung entsteht im Laufe des Lebens und ist weder angeboren noch vererbbar. Sie führt dazu, dass sich die betroffenen Blutzellen ständig teilen. Warum diese genetische Veränderung entsteht, ist bislang unbekannt. Als mögliche Risikofaktoren für eine CML gelten u.a. eine Belastung mit radioaktiven Strahlen sowie der Umgang mit bestimmten chemischen Substanzen.

Die unreifen Leukämiezellen sammeln sich im Blut und Knochenmark an, während die gesunden, abwehrfähigen weißen Blutkörperchen fehlen. Dadurch wird das Immunsystem geschwächt und verliert zunehmend seine Fähigkeit, Krankheitserreger abzuwehren. Zudem breiten sich die Leukämiezellen im Knochenmark stark aus und stören dort die normale Blutbildung. Dadurch entstehen zunehmend weniger rote Blutkörperchen und Blutplättchen. In seltenen Fällen kann sich aus einer CML eine aggressive Form der akuten Leukämie entwickeln, die mit ausgeprägteren Symptomen einhergeht.

Die CML ist eine seltene Erkrankung. Sie kann in jedem Lebensalter vorkommen, tritt aber am häufigsten bei Personen um die 60 Jahre auf.

Wie verläuft eine chronische myeloische Leukämie?

Die Erkrankung beginnt bei den meisten Betroffenen schleichend und verläuft typischerweise in drei Stadien:

  • Das erste Stadium der chronischen myeloischen Leukämie (CML) wird von Ärztinnen und Ärzten als chronisch stabile Phase bezeichnet. In diesem Abschnitt verläuft die Erkrankung meist langsam und verursacht oft nur wenige Beschwerden. Bei den meisten Betroffenen wird die CML in diesem Stadium entdeckt – häufig zufällig im Rahmen einer Blutuntersuchung. Diese stabile Krankheitsperiode kann sich über viele Jahre erstrecken, in Einzelfällen sogar bis zu zwei Jahrzehnten.
  • Das zweite Stadium der Erkrankung wird von Fachleuten als Akzelerationsphase bezeichnet und ist durch eine Zunahme der Beschwerden gekennzeichnet. Mit fortschreitender Erkrankung nimmt die Zahl unreifer Blutzellen, sogenannter Blasten, im Blut und Knochenmark deutlich zu. Diese verdrängen zunehmend die gesunden Blutzellen. Die gestörte Blutbildung im Knochenmark kann dabei zu weiteren Symptomen führen, etwa erhöhter Infektanfälligkeit, Anämie oder einer gestörten Blutgerinnung.
  • Im dritten Stadium der Erkrankung, der sogenannten Blastenkrise, ist der Anteil unreifer Blutzellen sehr hoch. Die Symptome ähneln in dieser Phase denen einer akuten Leukämie.

Wie wird eine chronische myeloische Leukämie behandelt?

Fachleute empfehlen, dass betroffene Personen möglichst rasch nach der Diagnose einer chronischen myeloischen Leukämie (CML) mit der Behandlung beginnen. Ziel der Therapie ist es, die Krankheit so weit wie möglich zurückzudrängen und ein Fortschreiten zu verhindern.

Die Möglichkeiten der Behandlung hängen u.a. davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und welche besonderen genetischen Merkmale die Leukämiezellen haben. Zudem spielt der Gesundheitszustand der betroffenen Person bei der Auswahl der Therapie eine entscheidende Rolle.

Behandlung im frühen Stadium: zielgerichtete Medikamente

Wenn die chronischen myeloischen Leukämie (CML) in einem frühen Stadium erkannt wird, kann sie meist gut mit bestimmten Medikamenten, den sogenannten Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) behandelt werden. Diese zielgerichteten Medikamente wirken, indem sie gezielt die Veränderungen in den Leukämiezellen hemmen, die durch das Philadelphia-Chromosom verursacht werden. Dadurch wird die unkontrollierte Vermehrung der Leukämiezellen gestoppt. Die TKI werden meist als Tabletten eingenommen. In den meisten Fällen müssen diese dauerhaft eingenommen werden, damit die Krankheit unter Kontrolle bleibt.

Zwar kann die CML in vielen Fällen mithilfe der Tyrosinkinase-Inhibitoren langfristig in Schach gehalten werden - eine Heilung ist aber nicht möglich. Dank dieser Medikamente erreichen die meisten Betroffenen eine Lebenserwartung, vergleichbar mit gesunden Menschen.

Fachleute empfehlen regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um den Erfolg der Behandlung zu überprüfen und mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen. Dabei werden je nach Fall regelmäßig das Blutbild und das Knochenmark kontrolliert. Damit können Ärztinnen und Ärzte den Behandlungserfolg beurteilen: Ob sich Blutwerte und Milzgröße normalisieren, das Philadelphia-Chromosom verschwunden ist oder nur noch einzelne Leukämiezellen im Blut nachweisbar sind.

Je nach Rückbildung der CML sprechen Fachleute von verschiedenen Remissionsformen. Dabei gilt die sogenannte tiefe molekulare Remission als wichtigstes Therapieziel. Es ist erreicht, wenn im Körper nur noch so wenige Leukämiezellen vorhanden sind, dass selbst spezielle molekulargenetische Untersuchungen sie nicht mehr nachweisen können.

Manche Betroffene sprechen so gut auf die Behandlung an, dass die Krankheit nicht mehr nachweisbar ist. Dann kann in bestimmten Fällen, nach ärztlicher Rücksprache, die Behandlung unterbrochen werden. Allerdings empfehlen Fachleute betroffenen Personen nach dem Absetzen der Therapie engmaschige Kontrollen, um ein mögliches Wiederaufflammen frühzeitig erkennen zu können.

Behandlung im fortgeschrittenen Stadium

Wenn die CML weit fortgeschritten ist oder die betroffene Person nicht mehr auf die TKI anspricht, empfiehlt die Ärztin oder der Arzt in bestimmten Fällen eine Stammzelltransplantation. Zudem stehen zur Linderung von Beschwerden weitere Medikamente, wie Chemotherapeutika zur Verfügung. Diese führen jedoch zu keiner Heilung.

Weitere Informationen finden Sie unter Leukämie.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 29. Dezember 2025

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Dr.in Sigrid Machherndl-Spandl, Fachärztin für Innere Medizin, Zusatzfächer Hämatologie und internistische Onkologie, Intensivmedizin

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