Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Symbolfoto Nieren © juan_aunion

Nephroblastom bei Kindern

Das Nephroblastom (Wilms-Tumor) ist ein bösartiger solide‎r Tumor der Niere. Es macht knapp sechs Prozent aller Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter aus. Ein Großteil der Betroffenen ist zwischen ein und fünf Jahre alt. Nephroblastome wachsen rasch. Metastasen können v.a. in Lymphknoten‎ in der Umgebung der Niere sowie in Lunge und Leber auftreten. In seltenen Fällen sind von Beginn an beide Nieren betroffen . . .

Ursachen

Nephroblastome entstehen durch eine Entartung von Gewebe aus der Embryonalzeit. Sie können aus verschiedenen Zellarten zusammengesetzt sein, v.a. aus Vorläuferzellen von Nierengewebe, aber auch unterschiedlich ausgereiften Vorstufen von z.B. Muskel-, Knorpel- und Epithelgewebe‎‎‎. Die Ursachen für die Tumorentstehung sind noch weitgehend ungeklärt. Oft sind Veränderungen bestimmter Gen‎e und Chromosomen‎ beteiligt. Häufiger als andere Tumorerkrankungen im Kindesalter tritt das Nephroblastom gemeinsam mit weiteren Fehlbildungen und/oder erblichen Krebssyndromen auf.

Symptome

Nephroblastome bereiten zunächst keine Beschwerden. Die betroffenen Kinder haben meist einen vorgewölbten „dicken“ Bauch, der als Zeichen guter Ernährung verkannt werden kann. Seltenere Beschwerden sind u.a.:

Diagnose

Finden sich in der Krankheitsgeschichte bzw.  im Rahmen einer körperlichen Untersuchung‎ Hinweise auf ein Nephroblastom, werden in einem auf Krebs- und Bluterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen spezialisierten Krankenhaus weitere Untersuchungen durchgeführt, u.a.:

Therapie & Prognose

Bei Kindern jenseits des jungen Säuglingsalters und Bestehen eines Nierentumors mit den klinischen und bildgebenden Charakteristika eines Wilms Tumors wird in Europa eine chemotherapeutische Behandlung ohne Biopsie begonnen, um eine Verschleppung von Tumorzellen zu vermeiden und eine Operation zu erleichtern. Bei besonders jungen Patientinnen/Patienten oder bei zweifelhafter Klinik und Bildgebung kann die Behandlung mit einer Operation beginnen, um den Tumor und eventuell auch Metastase‎n zu entfernen. In der Regel schließt sich an die Operation eine (weitere) Chemotherapie an. Zusätzlich kann eine Bestrahlung‎ erforderlich sein. Insgesamt können etwa 90 Prozent aller Patientinnen/Patienten langfristig geheilt werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Erste Anlaufstelle ist eine Fachärztin/ein Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte sowie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse