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Arzt-Patienten-Gespräch © Igor Mojzes

Prostatakrebs: Früherkennung

Bei der Früherkennung von Prostatakrebs erscheint die Abwägung von Vor- und Nachteilen besonders schwierig. Den erhofften Vorteilen stehen ernstzunehmende Nachteile gegenüber. Daher ist es vor einer Entscheidung für oder gegen eine Untersuchung wichtig, potenzielle Nutzen und Risiken gegeneinander abzuwägen . . .

Untersuchungsmethoden

Grundsätzlich stehen zwei verschiedene Untersuchungen zur Verfügung:

  • Tastuntersuchung (digitale rektale Untersuchung, DRU): Dabei tastet die Ärztin/der Arzt die Prostata mit dem Finger vom Enddarm aus ab. Mit dieser Methode können ausschließlich oberflächlich gelegene und größere Gewebeveränderungen festgestellt werden. Die Untersuchung dauert nicht lange. Sie ist meist nicht schmerzhaft, wird aber von einigen Männern als unangenehm empfunden. Stellt die Ärztin/der Arzt eine Auffälligkeit fest, wird anhand weiterer Untersuchungen beurteilt, ob ein Karzinom oder eine gutartige Veränderung vorliegt.
  • PSA-(Prostata-spezifisches Antigen)-Test: Der Nutzen eines PSA-Screenings – also einer systematischen Untersuchung aller Männer ab 45 Jahren – ist nicht ausreichend wissenschaftlich gesichert. Zwar kann Früherkennung, wenn fachgerecht durchgeführt, Todesfälle verhindern. Gleichzeitig werden jedoch auch Tumore entdeckt, die ohne einen Test nicht auffällig geworden wären und keiner Behandlung bedurft hätten. Darüber hinaus bedeutet ein erhöhter PSA-Wert nicht zwingend, dass tatsächlich Prostatakrebs vorliegt. Mögliche andere Ursachen sind z.B.
    • Harnwegsinfekte,
    • sportliche Betätigung vor dem Test, insbesondere Radfahren,
    • Geschlechtsverkehr vor der Blutabnahme,
    • Tast- oder transrektale Ultraschalluntersuchung der Prostata vor der Blutabnahme,
    • Prostataentzündung,
    • gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie).

Bei drei von vier Männern mit erhöhtem PSA-Wert wird in der anschließenden Gewebeprobe (Biopsie) kein Krebs gefunden. Weiters wachsen die meisten durch PSA-Screening gefundenen Tumore nur langsam und bedürfen keiner Behandlung, da sie weder zur Erkrankung noch zum Tod führen werden. Es kann jedoch nicht vorausgesagt werden, welcher Tumor wahrscheinlich zur Erkrankung führen wird und welcher nicht. Aus diesem Grund entscheiden sich die meisten Männer, bei denen beim PSA-Screening ein Prostatakrebs gefunden wurde, für eine Behandlung. Diese ist jedoch mit dem Risiko schwerwiegender Schäden verbunden, wie z.B. Impotenz, Harninkontinenz, Herzinfarkt, Schlaganfall, tiefe Beinvenenthrombose oder Lungenembolie.

Wohin kann ich mich wenden?

Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs werden von einer Fachärztin/einem Facharzt für Urologie und Andrologie durchgeführt.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Der PSA-Test ist in der Vorsorgeuntersuchung grundsätzlich nicht vorgesehen, da es derzeit keine wissenschaftliche Grundlage gibt, die den Einsatz des PSA-Screenings in bevölkerungsbasierten Programmen rechtfertigt.

Männer, die sich aus Sorge um ein mögliches Prostatakarzinom für einen PSA-Test interessieren, sollten aber im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung umfassend und sorgfältig über die Vor- und Nachteile eines PSA-Screenings informiert werden, insbesondere über die Aussagekraft von positiven und negativen Testergebnissen, über gegebenenfalls erforderliche weitere Maßnahmen wie die Prostatabiopsie sowie die Behandlungsoptionen und deren Risiken. Ist nach detaillierter Aufklärung ein PSA-Test erwünscht, so sollte dieser bei der Fachärztin/dem Facharzt für Urologie durchgeführt werden. Grundsätzlich werden die Kosten für notwendige Untersuchungen von den Krankenversicherungsträgern übernommen.

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