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Rohe Hühnerleber © daffodilred

Gicht: Ursachen & Vorbeugung

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch eine über lange Zeit erhöhte Harnsäurekonzentration (Hyperurikämie: über 6,8 mg/dl) im Blut entsteht. Dies kann durch verminderte Ausscheidung (überwiegende Zahl der Fälle) oder vermehrte Produktion von Harnsäure der Fall sein. Mit der Zeit können sich v.a. in Gelenken und den Nieren spitze, scharfkantige Harnsäurekristalle ablagern und Entzündungen verursachen. Durch einen gesundheitsfördernden Lebensstil lässt sich das persönliche Erkrankungsrisiko reduzieren . . .

Hauptursache purinreiche Ernährung

Harnsäure ist ein Stoffwechselprodukt, das beim Abbau von Purinen entsteht. Diese Eiweißstoffe fallen einerseits während des normalen Zellstoffwechsels im Körper an und werden andererseits auch mit der Nahrung aufgenommen. Nach Umwandlung in Harnsäure erfolgt die Ausscheidung hauptsächlich über die Nieren.

Normalerweise besteht zwischen Bildung und Ausscheidung von Harnsäure ein Gleichgewicht. Zu einem Anstieg der Konzentration im Blut (Hyperurikämie) kommt es, wenn die Nieren weniger Harnsäure ausscheiden oder wenn mehr Harnsäure anfällt, als ausgeschieden werden kann. Eine wichtige Ursache für einen erhöhten Harnsäurespiegel ist purin- bzw. eiweiß- und fructosereiche Ernährung. Dazu gehören v.a. folgende Nahrungsmittel:

  • Innereien,
  • fette, geräucherte Fisch-, Fleisch- und Wurstwaren,
  • Krusten- und Schalentiere,
  • fructosereiche Nahrungsmittel und Getränke.
  • Auch alkoholische Getränke, v.a. Bier (auch alkoholfreies) und Spirituosen, wirken sich ungünstig aus. Alkohol verringert die Ausscheidung von Harnsäure über die Niere. Außerdem bewirkt der Abbau des Alkohols eine Übersäuerung des Bluts, wodurch die Löslichkeit von Harnsäure herabgesetzt wird und leichter Harnsäurekristalle entstehen.
  • Weiters können Bluthochdruck, Diabetes mellitus, erhöhte Blutfettwerte, Übergewicht – speziell eine Kombination dieser vier Komponenten („metabolisches Syndrom“) –, Krebs- oder Nierenerkrankungen sowie die Einnahme bestimmter Medikamente, Chemo- oder Strahlentherapie den Harnsäurespiegel in die Höhe treiben.

Vorbeugende Maßnahmen

Die erbliche Veranlagung zu Hyperurikämie ist weit verbreitet. Allerdings muss es trotzdem nicht zwangsläufig zur Erkrankung bzw. zu einem Gichtanfall kommen. So bekommen nur rund zehn Prozent der Menschen mit erhöhtem Harnsäurespiegel zumindest einmal im Leben einen Gichtanfall. Meistens müssen äußere Faktoren, wie falsche Ernährung, Übergewicht oder mangelnde Bewegung, als Auslöser hinzukommen. Daher kann jeder Mensch selbst sein Erkrankungsrisiko beeinflussen. Besonders wichtig sind folgende Maßnahmen:

  • Gesundheitsfördernde Ernährung: Dabei ist insbesondere auf die vermehrte Aufnahme purinfreier oder zumindest purinarmer Nahrungsmittel zu achten. Dazu gehören v.a.: Gemüse, Obst (vorzugsweise mit niedrigem Fruktosegehalt), fettarme Milch und Milchprodukte, Eier sowie Getreide und Getreideprodukte.
  • Regelmäßige Bewegung, aber körperliche Extremleistungen und Überanstrengungen meiden,
  • Normalgewicht anstreben und halten, aber extreme Gewichtsabnahmen (z.B. Nulldiät oder radikales Fasten) meiden,
  • Alkohol nur in geringen Mengen.

Durch konsequente Einhaltung dieser Maßnahmen können auch bereits leicht erhöhte Werte gesenkt und kann der Entstehung einer Gicht vorgebeugt werden. Reduzieren Sie Ihren Fleischwaren- und Innereienkonsum, und vermeiden Sie üppige eiweißreiche Mahlzeiten. Bei Vegetarierinnen/Vegetariern kommt Gicht praktisch kaum vor.

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