Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Schemadarstellung Wirbelsäule © Anatomy Insider

Die Wirbelsäule

Die Wirbelsäule ist die zentrale bewegliche Achse des Skeletts und verbindet unterschiedlichste Knochenelemente des Körpers. Sie ist der tragende Mittelstrang des Körpers und gewährleistet unser aufrechtes Dasein. Die Wirbelsäule besteht aus 26 einzelnen kleinen Knochen, den Wirbeln. Ihre typische Form weist seitlich betrachtet vier Krümmungen auf. Diese Bauweise bewirkt, dass sie dynamisch auf Erschütterungen und Belastungen reagieren und diese auch gut abfedern kann. Abhängig von der Körpergröße ist die Wirbelsäule bei Männern im Schnitt 71 Zentimeter, bei Frauen 61 Zentimeter lang . . .

Das macht die Wirbelsäule

  • Die Wirbelsäule trägt den Kopf, den Rumpf mit den Rippen sowie die oberen Gliedmaßen Arme und Beine sowie die Schulter.
  • Der Wirbelkanal ist der Sitz des Rückenmarks und somit neben dem Gehirn der Ort des Zentralen Nervensystems. Dort erfolgen die Verschaltung und Verarbeitung sämtlicher Nervenbahnen und deren Informationen.
  • Nicht zuletzt schützt die Wirbelsäule das Rückenmark, wo die Blutzellen gebildet werden.

Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule

Dass die Wirbelsäule derart beweglich ist, verdankt sie den zwischen den Wirbeln angesiedelten Bandscheiben und Bändern. Abhängig vom Abschnitt der Wirbelsäule ist die Beweglichkeit unterschiedlich, der beweglichste Abschnitt ist die Halswirbelsäule.

Der Aufbau der Wirbelsäule:

  • Halswirbelsäule (Zervikalbereich): sieben Wirbeln,
  • Brustwirbelsäule (Thorakalbereich): zwölf Wirbeln,
  • Lendenwirbelsäule (Lumbalbereich ): fünf Wirbeln,
  • Kreuzbein (Os sacrum): fünf zusammengewachsene Kreuzbeinwirbeln,
  • Steißbein (Os coccygis): vier zusammengewachsene Steißbeinwirbeln. 

Je weiter unten ein Wirbel an der Wirbelsäule liegt, umso mehr Gewicht muss er tragen. Die unteren Wirbel, z.B. an der Lendenwirbelsäule, sind daher größer und stabiler. Hals- und Lendenwirbelsäule sind normalerweise nach vorne geschwungen, Brustwirbelsäule und Kreuzbein nach hinten.

Die Bandscheiben

Den vorderen Teil der Wirbel nennt man Wirbelkörper. Zwischen den Wirbelkörpern befinden sich elastische Bandscheiben (auch: Zwischenwirbelscheiben). Sie bestehen aus einer festen mehrschichtigen Hülle aus Knorpelfaser und einem gelartigen Kern (Gallertkern, nucleus). Man kann sich die Bandscheiben als flüssigkeitsgefüllte Kissen vorstellen, die Stöße abfedern. Sie bewirken, dass die Wirbelsäule mehrdimensional beweglich ist.

Werden die Bandscheiben belastet, z.B. beim Gehen, Sitzen Laufen, verlieren sie an Flüssigkeit und werden dünner. Unter Entlastung, z.B. im Liegen, füllen sie sich wieder mit Flüssigkeit und werden dicker. 

Hinweis Da die Bandscheiben im Tagesverlauf an Volumen verlieren, sind wir am Ende des Tages um bis zu zwei Zentimeter kleiner als am Morgen.

Im Laufe des Lebens werden die Bandscheiben unter normaler Abnutzung schmäler, die Wirbel sitzen dichter aufeinander und die Wirbelsäule krümmt sich mehr. Ein älterer Mensch wird daher nach und nach kleiner. 

Zu einem schmerzhaften Bandscheibenvorfall kommt es, wenn Fehlbelastungen und -haltungen eine Ausbeulung des Gallertkerns im Inneren der Bandscheiben bewirken. Dieser drückt auf die Nervenwurzel und verursacht die Schmerzen.

Wirbel und Rückenmark

Bis auf die ersten beiden Halswirbel bestehen alle Rückenwirbel aus dem nach vorn liegenden Wirbelkörper und dem nach hinten zeigenden „Dornfortsatz“. Beide Teile sind durch den Wirbelbogen verbunden, der in seiner Mitte einen Hohlraum bildet: das Wirbelloch. Die übereinander liegenden Wirbellöcher bilden den Wirbelkanal, in dem das Rückenmark verläuft.

Die Wirbelbögen sind an jeder Seite oben und unten etwas eingebuchtet. Zwei benachbarte Wirbelbögen bilden so zusammen zwei Lücken, durch die rechts und links jeweils ein Rückenmarksnerv (Spinalnerv) das Rückenmark verlassen kann. Dadurch, dass von oben nach unten immer mehr Spinalnerven abzweigen, verjüngt sich das Rückenmark. Die Spinalnerven leiten Bewegungssignale des Gehirns über das Rückenmark an die Muskeln des Skeletts und der Eingeweide weiter. Zugleich melden sie Berührungen, Druck, Kälte, Wärme, Schmerz und andere Empfindungen von der Haut, den Muskeln, Gelenken und Eingeweiden über das Rückenmark an das Gehirn. Rückenmark, Spinalnerven und Gehirn bilden zusammen das zentrale Nervensystem.

Quelle, adaptiert: Gesundheitsinformation.de: Wie funktioniert die Wirbelsäule?

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse