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Wirbelsäule © New Africa
Wirbelsäule © New Africa

Die Wirbelsäule

Die Wirbelsäule ist die zentrale bewegliche Achse des Skeletts. Sie bildet das Stützgerüst des Körpers und sorgt dafür, dass wir aufrecht stehen können.

Die Wirbelsäule besteht aus 33 einzelnen Knochen, den Wirbeln. Ihre typische Form weist seitlich betrachtet vier leichte Krümmungen auf. Diese Bauweise bewirkt, dass sie dynamisch auf Erschütterungen und Belastungen reagieren und diese auch gut abfedern kann. Abhängig von der Körpergröße ist die Wirbelsäule bei Männern im Schnitt 71 Zentimeter, bei Frauen 61 Zentimeter lang. 

Welche Aufgaben hat die Wirbelsäule?

  • Die Wirbelsäule ist das Stützgerüst des Körpers. Sie hält uns aufrecht, trägt den Kopf und ist die Verbindungsstelle für Rumpf, Brustkorb, Rippen, Schultern, Arme sowie Becken und Beine.
  • Im Wirbelkanal bietet die Wirbelsäule Schutz für das Rückenmark. Das Rückenmark bildet zusammen mit dem Gehirn das Zentrale Nervensystem. Dort erfolgen die Verschaltung und Verarbeitung sämtlicher Nervenbahnen und deren Informationen.
  • Zwischen den Wirbelkörpern befinden sich die sogenannten Bandscheiben. Durch ihre prallelastische Konsistenz haben sie eine Federungsfunktion: Sie federn Stöße ab, die z.B. beim Laufen oder Springen entstehen, und schützen dadurch das Gehirn vor Erschütterungen.
  • Sie ermöglicht Bewegungen des Körpers in alle Richtungen. Dafür sorgen die Bandscheiben, die Wirbelkörpergelenke, Bänder und Muskulatur. Abhängig vom Abschnitt der Wirbelsäule ist die Beweglichkeit unterschiedlich, der beweglichste Abschnitt ist die Halswirbelsäule.
  • Nicht zuletzt werden im roten Knochenmark der platten Knochen der Wirbelsäule Blutzellen gebildet.

Welche Abschnitte der Wirbelsäule unterscheidet man?

Die Wirbelsäule wird in fünf Abschnitte gegliedert:

  • Halswirbelsäule (Zervikalbereich): sieben Wirbel,
  • Brustwirbelsäule (Thorakalbereich): zwölf Wirbel,
  • Lendenwirbelsäule (Lumbalbereich ): fünf Wirbel,
  • Kreuzbein (Os sacrum): fünf zusammengewachsene Kreuzbeinwirbel,
  • Steißbein (Os coccygis): drei bis fünf zusammengewachsene Steißbeinwirbel. 

Je weiter unten ein Wirbel an der Wirbelsäule liegt, umso mehr Gewicht muss er tragen. Die unteren Wirbel, z.B. an der Lendenwirbelsäule, sind daher größer und stabiler als die oberen Wirbel. 

Krümmungen der Wirbelsäule

Betrachtet man die Wirbelsäule von der Seite, weist sie normalerweise vier leichte Krümmungen auf. Dadurch bekommt sie ihre typisch doppelt-S-förmige Gestalt:

  • Hals- und Lendenwirbelsäule sind leicht nach vorne geschwungen. Dies bezeichnet man als Lordose (Halslordose und Lendenlordose).
  • Brustwirbelsäule und Kreuzbein sind leicht nach hinten geschwungen. Dies bezeichnet man als Kyphose (Brustkyphose und Sakralkyphose). 

Die Krümmungen ermöglichen überhaupt erst den aufrechten Gang des Menschen. Sie helfen dabei, das Gleichgewicht zu halten und Belastungen abzufedern. Mehr zum Thema: Lordose und Kyphose 

Wie sind die einzelnen Wirbel aufgebaut?

Die Wirbelsäule besteht aus 33 Wirbeln. Sie haben je nach Abschnitt der Wirbelsäule eine unterschiedliche Größe und Form, aber im Prinzip den gleichen Aufbau. Ein typischer Wirbel besteht aus

  • Wirbelkörper (Corpus vertebrae). Dies ist der tragende Teil des Wirbels. Er ist bei allen Wirbeln (mit Ausnahme der ersten beiden Halswirbel) nach vorne gerichtet.
  • Wirbelbogen (Arcus vertebrae) mit je sieben Fortsätzen: je ein nach hinten gerichteter Dornfortsatz, zwei auf die Seiten gerichtete Querfortsätze sowie zwei obere und zwei untere Gelenkfortsätze
  • Wirbelloch (Foramen vertebrae). Die übereinander liegenden Wirbellöcher aller Wirbel bilden zusammen den Wirbelkanal, in dem das Rückenmark verläuft.

Die Wirbelbögen sind oben und unten etwas eingebuchtet. Zwei übereinander liegende Wirbelbögen bilden dadurch seitlich je ein Zwischenwirbelloch, durch die rechts und links jeweils ein Rückenmarksnerv (Spinalnerv) aus dem Rückenmark austritt. 

Rückenmark und Spinalnerven

Die Spinalnerven entspringen paarweise aus der Nervenwurzel im Rückenmark, steigen zunächst innerhalb des Wirbelkanals ab und treten erst weiter unten durch die Zwischenwirbellöcher aus. Die Bezeichnung der Spinalnerven erfolgt anhand des Wirbelsäulenabschnittes, an dem sie austreten. Das Rückenmark endet auf Höhe des zweiten Lendenwirbelkörpers, die unteren Spinalnerven verlaufen im Wirbelkanal bis zum zweiten Kreuzbeinsegment.

Das Rückenmark ist Teil des zentralen Nervensystems und stellt quasi die Schnittstelle zwischen Gehirn und Körper dar. Über die Spinalnerven werden in einem komplexen Zusammenspiel Bewegungssignale vom Gehirn an die Muskulatur des Skelettes und der Organe weitergeleitet. Gleichzeitig werden Signale von außen an das Gehirn rückgemeldet. Dazu zählen sämtliche Empfindungen der Haut, der Muskeln, der Gelenke und der Organe, wie etwa Berührungen oder Schmerz, Kälte oder Wärme sowie Informationen über Bewegungsabläufe. Die Spinalnerven versorgen jeweils einen ganz bestimmten Hautbereich (Dermatom) bzw. bestimmte Muskeln. Verletzungen des Rückenmarkes und der Spinalnerven können demnach – je nach Ausmaß und Höhe - weitreichende Folgen auf sämtliche Organsysteme haben.

Die Bandscheiben

Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern befinden sich elastische Bandscheiben. Sie werden auch  Zwischenwirbelscheiben genannt. Jede Bandscheibe besteht aus festen, ringartig angeordneten  Knorpelfasern und einem gelartigen Kern (Gallertkern, nucleus). Der gelartige Kern liegt in der Mitte zwischen den einzelnen Wirbelkörpern und dient als Druckpolster. Bei einer Druckbelastung geben die Bandscheiben Flüssigkeit ab, werden zusammengedrückt, dünner und breiter. Bei einer Entlastung, z.B. im Liegen, füllen sie sich wieder mit Flüssigkeit und werden dicker. Man kann sich die Bandscheiben also als flüssigkeitsgefüllte Kissen vorstellen, die Stöße abfedern. Zudem bewirken die Bandscheiben, dass die Wirbelkörper gegeneinander verschiebbar sind und die Wirbelsäule mehrdimensional beweglich ist. 

Hinweis Da die Bandscheiben im Tagesverlauf an Volumen verlieren, sind wir am Ende des Tages um bis zu zwei Zentimeter kleiner als am Morgen.

Im Laufe des Lebens werden die Bandscheiben unter normaler Abnutzung schmäler, die Wirbel sitzen dichter aufeinander, und die Wirbelsäule krümmt sich mehr. Ein älterer Mensch wird daher nach und nach kleiner.

Bei Überlastungen oder Fehlhaltungen kann der gelartige Kern der Bandscheibe durch den Faserring in den Wirbelkanal oder in das Zwischenwirbelloch gepresst werde. Dort drückt er auf die Nervenwurzel und verursacht Schmerzen und andere Beschwerden (z.B. Empfindungsstörungen, Muskelschwäche, Inkontinenz). Mehr zum Thema: Bandscheibenvorfall

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