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Symbolbild Gelenk © reineg

Die Gelenke

Gelenke sind die beweglichen Verbindungsstellen zwischen zwei oder mehreren Knochen und ermöglichen eine zielgerichtete Bewegung. Im menschlichen Körper gibt es über 100 derartiger Gelenksverbindungen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Druckeinwirkungen wie z.B. Stöße sowie Zugkräfte abzufedern und zu dämpfen . . .

So ist ein Gelenk aufgebaut

Man unterscheidet echte Gelenke (Diarthrosen) und unechte Gelenke (Synarthrosen). Echte Gelenke haben zwischen dem Knorpel und der Gelenksfläche einen Gelenksspalt, der ein breiteres Bewegungsspektrum des Gelenks ermöglicht. Beispiele für echte Gelenke sind z.B. das Hüft-, Sprung- und Kniegelenk.

Unechte Gelenke sind nur eingeschränkt beweglich. Sie sind u.a. als Wachstumszonen im Körper von Bedeutung, nach dem Wachstum können sie Verknöchern. Beispiele für unechte Gelenke sind z.B. Teile am Schädelknochen, am Brustbein, zwischen Elle und Speiche am Unterarm.

Ein (echtes) Gelenk besteht aus folgenden Einheiten:

  • Gelenkfläche mit Knorpelüberzug: Die Gelenkflächen der Knochen sind mit einer glatten Knorpelschicht überzogen, damit die Knochen nicht aufeinander reiben. Der Knorpel sorgt für die erforderliche Druckverteilung auf den darunter liegenden Knochen. Wichtig ist dies insbesondere bei Gelenken, auf die hohes Gewicht einwirkt wie z.B. beim Knie- oder Hüftgelenk.
  • Gelenkspalt: Bei echten Gelenken sind die Gelenkflächen durch einen hauchdünnen Spalt voneinander getrennt.
  • Gelenkkapsel: Sie schließt das Gelenk nach außen hin luftdicht ab und bildet die Gelenkhöhle. Die Gelenkkapsel besteht aus einer inneren und äußeren Schicht. Die innere Schicht besitzt Blutgefäße und Nerven, was auch z.B. zur Weiterleitung der Information „Schmerz“ im Gelenk führt. Die äußere Schicht besteht aus festem Fasergewebe. Muss ein Gelenk länger ruhiggestellt werden, können sich diese Fasern verkürzen. Die Folge ist eine eingeschränkte Beweglichkeit. Um die Beweglichkeit im Gelenk wiederherzustellen, hilft z.B. Krankengymnastik (Physiotherapie).
  • Bänder (Ligament): Sie sind bis zu einem gewissen Grad dehnbare Bindegewebsstränge mit Kollagenfasern. Sie geben das mögliche Bewegungsausmaß eines Gelenks vor und stabilisieren es. Wird ein Band überstrapaziert, kann es ein- bzw. völlig reißen.
  • Weitere Strukturen: Bei manchen Gelenken findet man in der Gelenkhöhle weitere Strukturen wie z.B. den Meniskus (Zwischenscheiben aus Knorpel) und die Kreuzbänder im Knie. Andere Gelenke haben eine spezielle Form wie z.B. das Hüftgelenk. Hier umgibt die Hüftpfanne den Kopf des Oberschenkelknochens fast vollständig.

Die „Gelenkschmiere“

Gelenke arbeiten im Wesentlichen wie Scharniere, die für ein reibungsloses Funktionieren gut „geschmiert“ sein sollten. Dieser Anforderung kommt die Gelenkschmiere (Synovia) nach. Sie wird von den Zellen der Gelenkinnenhaut (Synovialis) produziert, sorgt für das reibungslose Funktionieren des Gelenks und dient durch die Druckverteilung als Stoßdämpfer. Die Gelenkschmiere ist eine hoch viskose Flüssigkeit, sie ist reich an Hyaluronsäure und in der Zusammensetzung dem Blutserum ähnlich.

Da das Knorpelgewebe im Gelenk keine Blutgefäße hat, ist es auf eine Nährstoffzufuhr von außen angewiesen. Auch dafür ist die Gelenkschmiere zuständig – sie ernährt den Knorpel. Werden Gelenke bewegt, kann der Nährstoffaustausch zwischen Gelenkinnenhaut und Knorpel besser stattfinden. Bewegung sorgt daher für einen besseren Stoffaustausch in den Gelenken.

Der Bewegungsradius eines Gelenks

In welche Richtungen sich ein Gelenk bewegen kann, hängt zum einen von der Form der Gelenkflächen ab. Aber auch Muskeln bzw. Bänder geben vor, in welche Richtung sich ein Gelenk bewegen kann. Darüber hinaus wird der Bewegungsradius eines Gelenks auch von Muskeln, Weichteilen, Bändern oder Knochen begrenzt, so kann z.B. das Kniegelenk ab einer bestimmten Stellung nicht mehr weiter gebeugt werden, weil sich die Hinterfläche des Oberschenkels und die Wade berühren.

Das Bein kann nur bis zu einem bestimmten Punkt in der Hüfte nach hinten gestreckt werden, weil ein festes Band in der Leiste die Bewegung stoppt. Wie gelenkig man ist, ist individuell unterschiedlich. Dehnübungen können die Beweglichkeit einiger Gelenke trainieren.

Quelle: Gesundheitsinformation.de: Wie funktionieren Gelenke?

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