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Arzt zeigt Modell eines Knies © rh2010
Arzt zeigt Modell eines Knies © rh2010

Die Gelenke

Gelenke sind die beweglichen Verbindungsstellen zwischen zwei oder mehreren Knochen und ermöglichen eine zielgerichtete Bewegung. Bei einem einfachen Gelenk unterscheidet man einen Gelenkkopf, eine Gelenkpfanne und zwischen diesen beiden Gelenkflächen den Gelenkspalt. Das ganze Gelenk ist von einer Gelenkkapsel umgeben.

Im menschlichen Körper gibt es über 100 derartige „echte“ Gelenkverbindungen.   

Welche Arten von Gelenken unterscheidet man?

Knochen können auf verschiedene Arten miteinander verbunden sein. Man unterscheidet dabei echte Gelenke (Diarthrosen) von sogenannten unechten Gelenken (Synarthrosen):

  • Unechte Gelenke sind nur eingeschränkt oder kaum beweglich. Sie bestehen z.B. aus straffem Bindegewebe oder Knorpel. Sie sind unter anderem als Wachstumszonen im Körper von Bedeutung, nach dem Wachstum können sie verknöchern. Unechte Gelenke finden sich zudem z.B. am Schädelknochen, am Brustbein und zwischen Elle und Speiche am Unterarm.
  • Echte Gelenke sind bewegliche Verbindungen zwischen zwei Knochen, die jeweils bestimmte Bewegungsrichtungen ermöglichen.

Wie ist ein echtes Gelenk aufgebaut?

Ein (echtes) Gelenk besteht aus folgenden Einheiten:

  • Gelenkfläche mit Knorpelüberzug: Die Gelenkflächen der beteiligten Knochen sind mehr oder weniger abgerundet und mit einer glatten Knorpelschicht überzogen, damit die Knochen nicht aneinander reiben. Der Knorpel sorgt zudem für die erforderliche Druckverteilung auf den darunter liegenden Knochen. Wichtig ist dies insbesondere bei Gelenken, auf die hohes Gewicht einwirkt, wie z.B. beim Knie- oder Hüftgelenk.
  • Gelenkspalt: Zwischen den beiden Gelenkflächen befindet sich bei echten Gelenken ein hauchdünner Spalt. Dieser ist mit einer speziellen Flüssigkeit, der Synovia (Gelenkflüssigkeit, Gelenkschmiere) gefüllt. Sie dient dazu, die Reibung zwischen den Gelenkflächen zu mindern.
  • Gelenkkapsel: Sie grenzt das Gelenk nach außen hin luftdicht ab und bildet eine Gelenkhöhle. Die Gelenkkapsel besteht aus einer inneren und äußeren Schicht. Die innere Schicht besitzt Blutgefäße, Fettgewebe und Nerven. Hier wird die Gelenkflüssigkeit produziert. Die äußere Schicht der Gelenkkapsel besteht aus festen kollagenen Fasern und sichert den Zusammenhalt des Gelenkes.
  • Bänder (Ligament): In der äußeren Schicht der Gelenkkapsel befinden sich auch Bänder als Verstärkung der Kapsel. Sie geben das mögliche Bewegungsausmaß eines Gelenkes vor und stabilisieren es. Wird ein Band überstrapaziert, kann es ein- bzw. völlig reißen.
  • Weitere Strukturen: Bei manchen Gelenken findet man in der Gelenkhöhle weitere Strukturen wie z.B. den Meniskus (Zwischenscheiben aus Knorpel) und die Kreuzbänder im Knie. 

Die „Gelenkschmiere“

Gelenke arbeiten im Wesentlichen wie Scharniere, die für ein reibungsloses Funktionieren gut „geschmiert“ sein sollten. Dieser Anforderung kommt die Gelenkschmiere (Synovia) nach. Sie wird von den Zellen der Gelenkinnenhaut (Synovialis) produziert, sorgt für das reibungslose Funktionieren des Gelenkes und dient durch die Druckverteilung als Stoßdämpfer. Die Gelenkschmiere ist eine hoch viskose Flüssigkeit, sie ist reich an Hyaluronsäure und in der Zusammensetzung ähnlich dem Blutserum

Da das Knorpelgewebe im Gelenk keine Blutgefäße hat, ist es auf eine Nährstoffzufuhr von außen angewiesen. Auch dafür ist die Gelenkschmiere zuständig – sie ernährt den Knorpel. Werden Gelenke bewegt, kann der Nährstoffaustausch zwischen Gelenkinnenhaut und Knorpel besser stattfinden. Bewegung sorgt daher für einen besseren Stoffaustausch in den Gelenken.

Der Bewegungsradius eines Gelenkes

Der Bewegungsradius eines Gelenkes hängt in erster Linie von der Form seiner Gelenkflächen ab. Nach der Beweglichkeit unterteilt man die Gelenke in verschiedene Gruppen, die jeweils andere Bewegungsrichtungen ermöglichen:

  • Scharniergelenk (z.B. Ellenbogengelenk): Bewegungen sind in zwei Richtungen möglich (vorwärts und rückwärts)
  • Radgelenk bzw. Zapfengelenk (z.B. Gelenk zwischen Elle und Speiche): Rotationen um die Längsachse des Knochens sind möglich
  • Sattelgelenk (z.B. Daumengelenk): Bewegungen sind in vier Richtungen möglich (vorwärts, rückwärts, seitlich)
  • Eigelenk (z.B. das Handgelenk): wie beim Sattelgelenk sind vier Bewegungsrichtungen möglich (vorwärts, rückwärts, seitlich), zusätzlich auch leichte Rotationen
  • Kugelgelenk (z.B. Hüftgelenk); dies ist die beweglichste Gelenkform des Körpers, es sind Bewegungen in allen Ebenen möglich
  • Planes Gelenk (ebenes Gelenk): Gelenksonderform mit zwei flachen Gelenkflächen (z.B. Zwischenwirbelgelenke); Rotation und Gleitbewegungen sind möglich
  • Kondylengelenk (Drehscharniergelenk): Gelenksonderform mit zwei voneinander getrennten Gelenkkondylen („Rollen“); das Kniegelenk stellt ein Kondylengelenk dar; Bewegungen sind wie beim Scharniergelenk nach vorwärts und rückwärts möglich, zusätzlich auch leichte Innen- und Außenrotation

Neben der Form der Gelenkflächen geben auch Muskeln, Weichteile und Bänder vor, in welche Richtung sich ein Gelenk bewegen kann. Darüber hinaus wird der Bewegungsradius eines Gelenkes unter Umständen auch von Knochen begrenzt. So kann z.B. das Kniegelenk ab einer bestimmten Stellung nicht mehr weiter gebeugt werden, weil sich die Hinterfläche des Oberschenkels und die Wade berühren.

Wie gelenkig man ist, ist letztlich auch individuell unterschiedlich. Dehnübungen können die Beweglichkeit einiger Gelenke trainieren. Auch das Alter spielt eine Rolle: Neugeborene verfügen über einen sehr großen Bewegungsumfang („gummiartig“), während mit zunehmendem Alter die Gelenkkapseln immer weiter schrumpfen und damit die möglichen Bewegungsumfänge abnehmen.  

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