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Nackte Babyfüßchen © Mr. Sister

HIV/AIDS: Kinderwunsch

Der Wunsch nach Kindern ist heute trotz HIV-Infektion der Mutter und/oder des Vaters durchaus erfüllbar. Grundsätzlich gibt es bei HIV-betroffenen Paaren mit Kinderwunsch drei Konstellationen mit unterschiedlicher Problematik. Dabei müssen bestimmte Faktoren wie z.B. Verlauf der HIV-Infektion berücksichtigt werden.

Problemsituationen bei Kinderwunsch

Grundsätzlich gibt es bei HIV-betroffenen Paaren mit Kinderwunsch drei Konstellationen mit unterschiedlicher Problematik:

  • Ist der Mann HIV-infiziert, muss der Infektionsschutz der HIV-negativen Partnerin berücksichtigt werden.
  • Ist die Frau HIV-infiziert, muss neben dem Infektionsschutz des HIV-negativen Partners auch das Infektionsrisiko des Kindes berücksichtigt werden.
  • Sind beide Partner infiziert, muss das Infektionsrisiko des Kindes ebenso berücksichtigt werden wie die etwaige Vermeidung der Übertragung resistenter Viren zwischen den Partnern.

Diese unterschiedlichen Problemkonstellationen erfordern ein differenziertes Angebot an Beratungs- und Interventionsstrategien.

Ein offenes Beratungsgespräch mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt ermöglicht es den Paaren, eine eigenständige, informierte Entscheidung über die Verwirklichung des Kinderwunsches zu treffen.

HIV-positive Partnerin – HIV-negativer Partner

Prinzipiell sollte spätestens beim Kinderwunsch einer HIV-positiven Frau nach Kontaktaufnahme mit einem spezialisierten Zentrum eine ART durchgeführt werden. Diese schützt, wenn ausreichend lange durchgeführt, sowohl das Kind als auch den HIV-negativen Partner vor einer HIV-Infektion. Somit kann eine natürliche Befruchtung durchgeführt werden (Vaginalverkehr).

HIV-negative Partnerin – HIV-positiver Partner

Wenn die Frau ist HIV-negativ und der Mann HIV-positiv ist, muss der Mann ausreichend lange eine optimale ART erhalten. Diese schützt die HIV-negative Frau und somit auch das Kind vor einer möglichen Infektion. Ob die Frau zusätzlich noch eine – aus medizinischer Sicht nicht unbedingt erforderliche PreP (s.u.) einnimmt – muss im Einzelfall mit den Partnern besprochen werden. 

Kinderwunsch – beide Partner HIV-positiv

Spätestens zum Zeitpunkt des Kinderwunsches sollten sich die HIV-positive Frau und der HIV-positive Mann behandeln lassen. Wenn bei beiden ausreichend lange die Viruslast unter der Nachweisgrenze ist, steht einer natürlichen Zeugung nichts im Wege.

Geschlechtsverkehr mit PrEP

Bei der PrEP wird ein antiretroviral wirksames Medikament vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen. Es gibt noch keine endgültigen Daten für den sicheren Einsatz der Präexpositionsprophylaxe bei Paaren mit Kinderwunsch. Derzeit wird diese Methode von der WHO vor allem Frauen empfohlen, wenn:

  • der HIV-Status des Partners nicht bekannt ist oder
  • der HIV-positive Partner keine HIV-Medikamente (ART) einnimmt bzw. diese nicht ausreichend wirksam sind.

Wohin kann ich mich wenden?

Beratung für HIV-betroffene Paare mit Kinderwunsch bieten: HIV-Behandlungszentren und AIDS-Hilfen.

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