Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
HNO-Untersuchung © Alexander Raths
HNO-Untersuchung © Alexander Raths

Otitis externa (Gehörgangsentzündung)

Als Otitis externa werden verschiedene Entzündungen des äußeren Ohres, genauer genommen des äußeren Gehörganges, bezeichnet. Man unterscheidet die Otitis externa diffusa, Otitis externa circumscripta (das sogenannte Gehörgangsfurunkel) sowie Otitis externa maligna oder nekrotisierende Otitis (das ist eine besonders schwere Form).

Die Entzündungen entstehen durch Infektionen, die wiederum von unsachgemäßer Reinigung sowie keimbelastetem Wasser kommen können. Hautprobleme wie trockene Haut, Ekzeme oder lokale allergische Reaktionen (Kosmetika, Pflegemittel etc.) können den Eintritt von Bakterien begünstigen. Der äußere Teil des äußeren Gehörganges kann zugeschwollen sein. Lymphknotenschwellungen im Bereich des Ohres können bei Entzündung vorkommen.

Otitis externa diffusa („Badeotitis“)

Die Otitis externa wird begünstigt durch Verletzungen oder rissiger Haut des äußeren Gehörganges. Vor allem keimbelastetes Wasser unter warmen Bedingungen führt zu Infektionen (die sogenannte „Badeotitis“). Deshalb kommen diese Entzündungen in unseren Breiten vorwiegend im Sommer vor. Es können sich zeigen:

  • Starke diffuse Schmerzen vor allem bei Druck auf das Ohr,
  • Rötung, Schwellung des Gehörganges,
  • Fieber ist möglich,
  • Sekret aus dem Gehörgang,
  • subjektive Hörminderung.

Bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kann es leichter zu Keimbesiedelung des Gehörgangs kommen. Es sind auch sehr schwere Verläufe möglich.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Für die Diagnose wichtig sind unter anderem Symptome (siehe oben) und eine ärztliche Untersuchung.

Dazu wird das Ohr von der Ärztin/dem Arzt vorsichtig gereinigt und der Gehörgang inklusive Mittelohr untersucht. Dafür verwendet sie/er ein Otoskop oder Mikroskop. Ein Trichter wird in den Gehörgang eingebracht. Mittels Licht und Lupe kann die Ärztin/der Arzt den äußeren Gehörgang und das Mittelohr näher betrachten. Unter Umständen sind verschiedene weiterführende Untersuchungen notwendig, z.B. um eine Allergie auf Pflegemittel, Waschsubstanzen etc. abzuklären.

Wie erfolgt die Behandlung?

Die Therapie orientiert sich an den jeweiligen individuellen Voraussetzungen, an Ausprägung und beteiligtem Erreger. Neben der fachgerechten Spülung bzw. Säuberung des Gehörganges werden Tropfen bzw. Salben verwendet, die je nach Ausprägung und Erreger kortisonhaltig, antibiotisch (bei bakterieller Beteiligung) oder antimykotisch (gegen Pilze wirksam) sind. Unter Umständen kann eine Antibiotikaeinnahme erforderlich sein. Zudem wird eine eventuelle Grunderkrankung behandelt.

Hinweis Eine Otitis externa kann auch chronisch auftreten. Chronische Mittelohrentzündung, unsachgemäße Reinigung des Gehörganges mit Wattestäbchen oder chronische Infektionen können Gründe dafür sein.

Otitis externa circumsripta (Gehörgangsfurunkel)

Zu einer Entzündung kommt es außerdem bei einem Gehörgangsfurunkel. Im äußeren Teil des Gehörganges befinden sich Haut und Haare. Im Bereich zwischen Haar und Haut kommt es zu einer eitrigen Entzündung (Follikel, Haarbalg). Diese kann beispielsweise durch Kratzen oder Verletzungen beim unsachgemäßen Reinigen des Gehörganges begünstigt werden. Verursacher sind meist bestimmte Bakterien (Staphylokokken). Die Infektion zeigt sich unter anderem durch:

  • Starke lokalisierte Schmerzen,
  • Rötung der Haut,
  • Schwellung.

Reißt das Eitergeschwür, tritt Sekret aus dem Ohr, das unangenehm riechen kann und rahmig aussieht.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Für die Diagnose sind Symptome und eine ärztliche Untersuchung wichtig. Dazu wird das Ohr von der Ärztin/dem Arzt vorsichtig gereinigt und der Gehörgang inklusive Mittelohr untersucht. Dafür verwendet sie/er ein Otoskop oder Mikroskop. Ein Trichter wird in den Gehörgang eingebracht. Mittels Licht und Lupe kann die Ärztin/der Arzt den äußeren Gehörgang und das Mittelohr näher betrachten. Unter Umständen sind verschiedene weiterführende Untersuchungen notwendig, z.B. um eine Allergie auf Pflegemittel, Waschsubstanzen etc. abzuklären. Wiederkehrende Furunkel können in Zusammenhang mit Zuckerkrankheit (Diabetes) stehen.

Wie erfolgt die Behandlung?

Behandelt wird das Ohrfurunkel durch Reinigung und Desinfizierung des äußeren Gehörganges. Lokal angewendete Antibiotika und Kortison in Form von Salben sowie Alkoholstreifen werden eingesetzt, um Schwellung bzw. Infektion zu behandeln. Manchmal wird der Abszess geöffnet (Stichinzision). In schweren Fällen können weitere Maßnahmen gesetzt werden, z.B. Antibiotikaeinnahme. Schmerzmittel können notwendig sein.

Maligne Otitis externa

Bei einer malignen Otitis externa (invasive oder nekrotische Otitis externa) kommt es zur Ausbreitung der Entzündung. Diese greift langsam vom Gehörgang aus auf den Knochen über, kann die Schädelbasis sowie Hirnnerven erreichen. Schwere Folgen können Meningitis, Schädelbasisosteomyelitis (Knochenmarksentzündung der Schädelbasis), Hirnabszess (Eitergeschwür im Gehirn) und Thrombosen bestimmter Venen im Bereich des Gehirns sein (Sinus sigmoideus). Betroffen sind insbesondere Menschen mit geschwächter bzw. herabgesetzter Körperabwehr, z.B. langjährig Diabetes kranke Patientinnen/Patienten hohen Alters sowie Personen mit Immunsuppression. Symptome sind unter anderem:

  • Schmerzen,
  • fötide (übelriechende) Sekretion aus dem äußeren Gehörgang,
  • Eiter,
  • Rötung,
  • Fazialisparese (Gesichtsnervenlähmung) und Ausfall anderer Hirnnerven.

Zudem kann sich ein schlechter Allgemeinzustand zeigen. Unbehandelt endet die maligne Otitis externa tödlich. 

Wie wird die Diagnose gestellt?

Symptome und Erkrankungen geben der Ärztin/dem Arzt Hinweise. Neben der Untersuchung des Ohrs mit einem Otoskop wird eine CT durchgeführt, um das Ausmaß bzw. die Ausbreitung der Erkrankung abzuklären. Laborwerte können erhoben sowie ein Abstrich  vorgenommen und untersucht werden, um den Erreger nachzuweisen. Auch MRT sowie Knochenszintigramm können gegebenenfalls notwendig sein.

Wie erfolgt die Behandlung?

Eine Otitis externa maligna ist eine bedrohliche Verlaufsform der Ohrentzündung und kann stationär behandelt werden. Systemische Antibiotikatherapie in hohen Dosierungen wird durchgeführt. Zudem ist die möglichst gute Behandlung der Grunderkrankung wichtig. Es kann auch ein operativer Eingriff vorgenommen werden, da eine chirurgische Sanierung der Entzündung die einzige Rettung sein kann.

Hinweis Bei starken Schmerzen, neurologischen Ausfällen, zum Beispiel (Gesichts-)Lähmungen, Bewusstseinstrübung, Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit etc. sofort die Notärztin/den Notarzt rufen (144)!

Reinigung der Ohren

Ohrenschmalz (Cerumen) erfüllt wichtige Funktionen. Es dient unter anderem der Reinigung des äußeren Gehörganges. Tritt Ohrenschmalz aus dem äußeren Gehörgang aus, kann dieses nach dem Waschen entfernt werden. Dafür sollten jedoch keine Wattestäbchen oder andere, eventuell spitze Gegenstände verwendet werden. Dies bezieht sich auch auf die Verwendung von Ohrenkerzen. Das Ohr sollte mit der sauberen Fingerkuppe von außen gereinigt werden, maximal mit einem trockenen sauberen Tuch. Es sollte nichts in den Gehörgang eingebracht werden, um den Gehörgang nicht zu verletzen und das Cerumen nicht weiter in den Gehörgang hineinzuschieben.

Durch die Verwendung diverser Gegenstände kann es zu Verletzungen und Entzündungen (z.B. des äußeren Gehörgangs, Trommelfells) kommen. Ohrenschmalz kann auch ins Innere des Ohrs geschoben werden und eingetrocknetes Ohrschmalz einen festen Pfropfen bilden. Mit einem weichen Tuch (Waschlappen, Kosmetiktuch) kann der äußere Bereich des Ohres vorsichtig abgewischt werden (Ohrmuschel). Wenn das Ohr regelmäßig verstopft ist, sollte der Gehörgang fachgerecht von einer HNO-Fachärztin/einen HNO-Facharzt gereinigt werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechpersonen sind

  • die Fachärztin/der Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde,
  • auch die Hausärztin/der Hausarzt kann kontaktiert werden und gegebenenfalls Überweisungen (z.B. zu weiterführenden Untersuchungen) in die Wege leiten,
  • bei Kindern können Fachärztinnen/Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde kontaktiert werden,
  • weitere Fachärztinnen/Fachärzte können involviert sein.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen