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Patient beim EKG © Corbis

Herzinsuffizienz: Symptome & Diagnose

Eine Herzinsuffizienz kann sich in jedem Alter entwickeln, kommt aber mit zunehmendem Alter eindeutig häufiger vor. Etwa ein Prozent der Menschen unter 65 Jahren hat eine Herzinsuffizienz, aber bei den 75- bis 84-Jährigen sind es bereits sieben Prozent und bei den über 85-Jährigen sogar 15 Prozent. Bei Patientinnen/Patienten über 65 Jahren ist sie die häufigste Ursache für eine Klinikeinweisung . . .

Eine leichte Herzinsuffizienz bleibt häufig unerkannt, weil die Betroffenen nur geringe Beschwerden aufweisen. Häufig sind Kurzatmigkeit (Luftnot), Abgeschlagenheit, verminderte Belastbarkeit und schnelle Ermüdung bei körperlicher Betätigung erste Hinweise auf eine bestehende Herzschwäche. Die Hauptsymptome der Herzinsuffizienz werden durch die Flüssigkeitsansammlung bzw. Stauung sowie die schlechte Durchblutung hervorgerufen. Eine gezielte diagnostische Abklärung sollte möglichst früh erfolgen.

Symptome

Folgende Symptome können auf eine Herzinsuffizienz hinweisen:

  • Kurzatmigkeit bzw. Luftnot zunächst nur bei intensiver körperlicher Aktivität wie Stiegensteigen, später auch bei leichteren Tätigkeiten wie Spazierengehen oder auch schon in Ruhe,
  • Husten/pfeifende Atmung (Giemen) vor allem im Liegen,
  • Gewichtszunahme,
  • geschwollene Knöchel,
  • Einschränkung der Leistungsfähigkeit, verminderte Belastbarkeit, starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit,
  • Benommenheit, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
  • Brustschmerzen, Herzrasen oder Herzstolpern,
  • Appetitmangel,
  • vermehrtes Wasserlassen während der Nacht.

Viele Betroffene leiden zusätzlich an Depressionen, da sie ihren Lebensalltag aufgrund der körperlichen Einschränkungen nicht mehr bewältigen können.

Die Herzinsuffizienz ist eine ernste chronische Erkrankung, die sich mit der Zeit tendenziell eher verschlimmert und das Leben verkürzen kann. Ihr Verlauf ist unvorhersehbar und bei jeder/jedem Betroffenen anders. Mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung verschlimmern sich die Symptome, weil es dem Herzen nicht mehr gelingt, die verminderte Herzmuskelleistung zu kompensieren. In diesem Fall spricht man von akuter Dekompensation der Herzinsuffizienz. Dabei kommt es zu lebensbedrohlicher Atemnot.

Der Schweregrad der Herzinsuffizienz wird häufig nach einer von der amerikanischen „New York Heart Association“ (NYHA) entwickelten Stadieneinteilung beurteilt. Dabei sind Beschwerden als Luftnot und Schwäche definiert.

  • NYHA Stadium I (keine Symptome): Sie haben keine Symptome und können ohne sich müde oder kurzatmig zu fühlen, alltägliche Aktivitäten bewältigen, aber die Ergebnisse medizinischer Untersuchungen belegen eine Herzschwäche.
  • NYHA Stadium II (leichte Symptome): Sie fühlen sich in Ruhe wohl, aber bei moderater Aktivität ermüden Sie rasch oder werden kurzatmig.
  • NYHA Stadium III (mittelschwere Symptome): Sie fühlen sich in Ruhe wohl, aber bereits bei geringer körperlicher Aktivität (z.B. beim Gehen in der Ebene) ermüden Sie rasch oder werden kurzatmig.
  • NYHA Stadium IV (schwere Symptome): Sie können sich ohne Beeinträchtigung des Wohlbefindens keinerlei körperlicher Anstrengung unterziehen und leiden bereits in Ruhe an gewissen Symptomen.

Diagnose

Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um durch eine gezielte Therapie das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. In einem ausführlichen Gespräch klärt die Ärztin/der Arzt ab, ob der Verdacht auf eine Herzinsuffizienz vorliegt oder Krankheiten bestehen, die zu einer Herzinsuffizienz führen können. Im Anschluss daran erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung.

Weiters werden Bluttests (ANP-Bestimmung), Herz-Lungen-Röntgen, Elektrokardiogramm (EKG) sowie eine Herzultraschalluntersuchung (Echokardiogramm) durchgeführt. In der Regel werden weitere Untersuchungen wie Lungenfunktionstests, Belastungstests, Kernspintomographie (MRT) des Herzens, Herzkatheter und Angiographie, nuklearmedizinische Verfahren, Mehrschichtcomputertomographie (CT) sowie Herzmuskelbiopsie für die Diagnose einer Herzinsuffizienz benötigt.

Wohin kann ich mich wenden?

Kontaktieren Sie möglichst rasch Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt, wenn Sie folgende Beschwerden bei sich erstmals bemerken oder Ihnen eine Verschlechterung – speziell wenn Sie bereits wegen Herzinsuffizienz in Behandlung sind – auffällt:

  • Kurzatmigkeit: insbesondere bei Belastung oder im Liegen,
  • Gewichtszunahme: ein Kilogramm oder mehr über Nacht bzw. mehr als 2,5 Kilogramm in einer Woche,
  • Schwellungen: v.a. an den Knöcheln oder Unterschenkeln,
  • nachlassende Belastbarkeit im Alltag,
  • Schwindelgefühl oder Schwarzwerden vor den Augen beim Aufstehen,
  • anfallsweises Herzrasen,
  • unregelmäßiger Herzschlag über mehrere Minuten,
  • Schmerzen oder Engegefühl in der Brust,
  • Fieber (über 38,5 Grad Celsius),
  • wässriger Durchfall,
  • Erbrechen,
  • anhaltender Husten trotz Einnahme entsprechender Medikamente,
  • wenn Sie aufrecht auf einem Stuhl sitzen müssen, um leichter atmen zu können,
  • wenn Sie nachts nicht mehr flach liegen können oder mehr Kopfkissen benötigen als gewöhnlich.

Rufen Sie die Notärztin/den Notarzt, wenn folgende Beschwerden auftreten:

  • heftige Luftnot,
  • Röcheln oder brodelnde Atmung,
  • Herzrasen mit Atemnot,
  • plötzlich einsetzende starke Schmerzen in der Brust,
  • anhaltender heftiger Schwindel, der sich nach dem Hinsetzen nicht wieder gibt oder sogar zu Ohnmacht geführt hat.

Bis zum Eintreffen der Notärztin/des Notarztes sollte sich die Patientin/der Patient schonen und aufrecht sitzen. Falls Sie von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt einen Nitro-Spray bekommen haben und Ihr Blutdruck nicht zu niedrig ist (unter 120/70 mmHg), können Sie ein bis zwei Sprühstöße nehmen. Für Menschen, die alleine leben, kann ein Hausnotruf geeignet sein.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die Diagnose und Therapie einer Herzinsuffizienz werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Nur bei Inanspruchnahme einer Wahlärztin/eines Wahlarztes (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) werden die Kosten nicht direkt verrechnet. In diesem Fall bezahlen Sie den anfallenden Betrag direkt an die Ärztin/den Arzt und reichen die Rechnung bei Ihrem zuständigen Krankenversicherungsträger ein. Es werden Ihnen maximal 80 Prozent des Tarifs, den eine Vertragsärztin/ein Vertragsarzt bzw. ein Vertragsambulatorium mit dem Krankenversicherungsträger verrechnet, rückvergütet.

Ist wegen einer Herzinsuffizienz ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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