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Frau mit Feuermal © khosrork

Feuermal

Ein Feuermal (Naevus flammeus) ist eine gutartige, meist angeborene oder frühkindlich auftretende Fehlbildung der feinen Blutgefäße der Haut (Kapillaren), die sich als hell- bis blauroter Fleck zeigen. Feuermale zählen zu den seltenen Fehlbildungen der Haut und zeigen sich bei ca. zwei von 100 Neugeborenen, wobei Mädchen etwas häufiger betroffen sind. Sie sind nicht schmerzhaft und vergrößern sich nicht. Feuermale dehnen sich lediglich mit dem Körperwachstum aus . . .

Formen

Man unterscheidet zwei Formen von Feuermalen:

  • Naevus flammeus simplex: Typischerweise liegt der Naevus flammeus simplex im Bereich der Körpermittellinie (symmetrischer Naevus flammeus). Ein Beispiel dafür ist der sogenannte Storchenbiss. Er ist durch ein blassrosa- bis lachsfarbenes, scharf begrenztes Erythem meist im Bereich von Nacken bzw. Gesicht charakterisiert.

Hinweis Ein Storchenbiss bildet sich im Laufe der Zeit von selbst zurück. In der Regel geschieht dies in den ersten Lebensjahren. Die Ursache liegt in einer Reifungsverzögerung der Nervenversorgung der Gefäße.

  • Naevus flammeus: Üblicherweise tritt ein Naevus flammeus seitlich der Mittellinie des Körpers auf – man spricht von einem asymmetrischen Verteilungsmuster. Diese Feuermale können am ganzen Körper auftreten und bleiben ohne Therapie ein Leben lang bestehen. Wieso ein Naevus flammeus entsteht, ist nach wie vor unbekannt. Tritt dieser als einzelnes Phänomen ohne weitere Fehlbildungen auf, ist er nicht auf Vererbung zurückzuführen. Ein solches Feuermal gilt als eine "Laune der Natur".

Hinweis In seltenen Fällen tritt ein Naevus flammeus zusammen mit anderen Fehlbildungen im Rahmen eines Krankheitsbildes auf (z.B. Sturge-Weber-Syndrom, Klippel-Trénaunay-Weber-Syndrom). In diesen Fällen gibt es einen genetischen Zusammenhang zwischen weiteren Fehlbildungen verschiedener Art und dem Feuermal.

Diagnose

Ein Feuermal kann die Ärztin/der Arzt anhand der typischen Hautveränderungen und des Verlaufs bereits in den ersten Lebensmonaten diagnostizieren. Selten ist eine Gewebeentnahme aus den betroffenen Hautstellen erforderlich, da der für das Feuermal typische erhöhte Gehalt an roten Blutkörperchen sowie der vergrößerte Durchmesser der Gefäße erst mit zunehmendem Alter erkennbar werden.

Kinder mit unklaren rötlichen Hautverfärbungen sollten jedoch regelmäßig untersucht werden, um ein Feuermal von einem Blutschwamm (Hämangiom) abzugrenzen. Bei einem Hämangiom handelt es sich um ein gutartiges Geschwür (embryonalen Tumor), der in den ersten Wochen wie ein Feuermal als rötlicher Fleck erscheint, sich jedoch schnell verändert und dunkler, knotiger sowie erhaben wird.

Da Feuermale auch in Verbindung mit verschiedenen Erkrankungen auftreten können, die mit weiteren Fehlbildungen einhergehen (z.B. Sturge-Weber-Syndrom, Klippel-Trénaunay-Syndrom), sollten betroffene Kinder dahin gehend genau untersucht werden. Vor allem, wenn sich ein Feuermal im Gesicht befindet, sollten sowohl die Hirnströme als auch der Augendruck regelmäßig gemessen werden, da es auch zu einem Glaukom (grüner Star) führen kann.

Lasertherapie & Camouflage

Feuermale sind immer gutartig und benötigen daher nicht zwingend eine Therapie. Ob eine Behandlung notwendig ist, hängt vor allem von der betroffenen Stelle ab. Stellt ein Feuermal ein kosmetisches oder auch psychologisches Problem dar, kann dies für die Betroffenen oft sehr belastend sein – dies gilt besonders für ein Auftreten im Gesicht. Zur Therapie stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Lasertherapie
  • Camouflage

Lasertherapie

Mithilfe eines gepulsten Farbstofflasers können Feuermale aufgehellt werden. Das Feuermal verschwindet jedoch nicht vollständig. Der Erfolg der Lasertherapie hängt von der betroffenen Körperregion und der Tiefe der veränderten Blutgefäße ab. Da die Lasertherapie etwas schmerzhaft ist, erhalten Säuglinge und Kleinkinder eine Vollnarkose.

Hinweis Auch nach anfänglich gutem Ansprechen auf die Lasertherapie können Feuermale zu einem späteren Zeitpunkt wieder nachdunkeln. In diesen Fällen kann die Lasertherapie wiederholt werden.

Was passiert bei der Lasertherapie?

Bei einer Lasertherapie wird die Fläche des Feuermals mit mehreren Laserstrahlimpulsen behandelt. Die Entfernung erfolgt durch Photothermolyse. Durch das Erhitzen werden die rötlichen Farbstrukturen gezielt zerstört und es kommt zum Platzen der roten Blutkörperchen und der Kapillaren. Ein eingebautes Kühlsystem des Lasers sorgt dafür, dass die Hautoberfläche gekühlt wird und dadurch andere Strukturen der Haut unversehrt bleiben. Durch die Laserbehandlung entsteht zunächst eine dunkelrote bis blaue Verfärbung an der betroffenen Stelle, die in den ersten zwei bis drei Tagen am deutlichsten sichtbar ist und innerhalb von ca. zehn Tagen vollständig verblasst. Auch eine vorübergehende Schwellung ist möglich. Sehr selten kommt es zur Blasen- oder Krustenbildung. Eine Narbenbildung ist ebenfalls selten.

Es sind in der Regel ca. vier bis sechs Behandlungen im Abstand von sechs bis acht Wochen notwendig, um eine Aufhellung zu erreichen. Beim Vorliegen von großflächigen Feuermalen können auch mehr als sechs Behandlungen erforderlich sein. Ein unbehandeltes Feuermal kann im Laufe der Zeit manchmal kleine gutartige Gefässknötchen (Granuloma pyogenica) bilden, die leicht bluten. Diese können mit Vereisung (Kyrotherapie) behandelt bzw. chirurgisch entfernt werden.

Hinweis Die vollständige Rückbildung bei Kleinkindern wird in der Literatur mit bis zu 75 Prozent, eine sehr gute Aufhellung bei Kinder unter 18 Jahren mit 60 Prozent und eine mäßige Aufhellung bei über 18-Jährigen mit 48 Prozent angegeben. Die Behandlung im Erwachsenenalter ist weniger erfolgreich.

Was ist nach der Lasertherapie zu beachten?

Nach der Laserbehandlung sollte die betreffende Hautstelle mit Hyaluronsäure oder Silikon-haltiger Creme gepflegt werden. Bereits vor und auch nach der Lasertherapie ist auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten, da eine gebräunte Haut eine Abschwächung des Laserseffekts verursacht. Im Sommer sollten Laseranwendungen exponierter Stellen vermieden werden.

Camouflage: Alternative zur Lasertherapie

Alternativ zur Laserbehandlung lassen sich Feuermale mittels einer Camouflage kaschieren. Dabei handelt es sich um ein spezielles Make-up auf einer Wachs-Öl-Basis, das extrem deckend und resistent ist. Die Abdeckung des Naevus flammeus ist jedoch meist sehr zeitaufwendig und verschafft häufig nur eine bedingte optische Verbesserung.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Diagnose eines Feuermals können Sie sich an folgende Ärztinnen/Ärzte wenden:

  • Fachärztin/Facharzt für Dermatologie
  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde

Für die Laserbehandlung können Sie sich an folgende Stellen bzw. Ärzte wenden:

  • Facharzt für Dermatologie
    spezialisierte pädiatrischen Zentren
  • Facharzt für plastische Chirurgie

Für die Camouflage können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Visagistinnen/Visagisten
  • Camouflagistinnen/Camouflagisten

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Feuermale haben grundsätzlich eine kosmetische Dimension und fallen daher im Regelfall nicht in den Zuständigkeitsbereich der sozialen Krankenversicherung, es sei denn, es besteht Krebsverdacht. Für nähere Informationen zur Kostenabdeckung wenden Sie sich an Ihren zuständigen Krankenversicherungsträger.

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