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Frau in der Computertomographie © romaset
Frau in der Computertomographie © romaset

Akuter Schlaganfall: Diagnose

Bei einem Verdacht auf einen akuten Schlaganfall fragt die Ärztin/der Arzt zunächst nach den Symptomen, dem Beginn der Beschwerden, der Einnahme von Medikamenten. Bei der Akutversorgung werden verschiedene Untersuchungen und Tests durchgeführt, um mögliche andere Ursachen auszuschließen. Kommt eine Schlaganfallpatientin/ein Schlaganfallpatient in die Notfallaufnahme bzw. in die Stroke-Unit – das sind spezialisierte Einrichtungen zur Behandlung von Schlaganfall –, wird sofort durch eine neurologische Untersuchung sowie eine Bilddarstellung des Gehirns (CT oder MRT) abgeklärt, welche Form des Schlaganfalls vorliegt. Wenn die Ursache des Schlaganfalls eine Durchblutungsstörung ist und das Zeitfenster seit Beginn der Symptome nicht zu lange ist, wird ein Medikament in die Vene verabreicht. Dieses Medikament soll das verstopfende Blutgerinnsel auflösen (Lysetherapie). Die Aussichten auf Erfolg sind umso größer, je früher nach Einsetzen der Symptome die Therapie durchgeführt wird.   

Wie wird die Diagnose gestellt?

Neben neurologischen und weiteren klinischen/körperlichen Untersuchungen kommen moderne bildgebende Verfahren (CT, MRT, Angiographie) und Ultraschallmethoden (Doppler- und Farb-Duplex-Sonographie, Echokardiographie) zum Einsatz.

CT – das wichtigste Diagnoseverfahren

Die erste Station für die Schlaganfallpatientin/den Schlaganfallpatienten ist die Computertomographie (CT). Mithilfe der CT kann mit sehr hoher Sicherheit eine Hirnblutung dargestellt werden. Dabei werden Röntgenstrahlen aus verschiedenen Winkeln auf die Schädeloberfläche gerichtet. Das ermöglicht eine wesentlich plastischere Darstellung des untersuchten Gewebes als eine einfache Röntgenaufnahme. Die Schichtaufnahmen geben Auskunft über Ort, Ausdehnung und Ursache der Durchblutungsstörung. Die CT-Untersuchung ist schmerzlos. Weitere Informationen finden Sie unter CT.

MRT – aussagekräftiger als CT

Die Magnetresonanztomographie (MRT) – auch Kernspintomographie genannt – liefert noch genauere Informationen über das Schlaganfall-Geschehen als die CT. Mithilfe der MRT lassen sich kleinste ischämische Infarkte, Blutungen und Ödeme (Wasseransammlungen) sehr detailliert erkennen. Sie ermöglicht exakte Aussagen über Lage und Ausdehnung des Schlaganfalls. Die MRT ist ein schmerzloses Diagnoseverfahren.

Die MRT ist jedoch nicht in jedem Krankenhaus verfügbar. Einschränkend ist auch, dass die Untersuchung bei Personen mit Metallprothesen und -implantaten oder mit einem Herzschrittmacher nicht durchgeführt werden darf. Diese Patientinnen/Patienten –  bzw. ihre Angehörigen – sollten dies der Ärztin/dem Arzt vorher mitteilen bzw. werden sie danach gefragt. Hinzu kommt das Problem, dass die Patientin/der Patient über den gesamten Zeitraum der Untersuchung den Kopf sehr ruhig halten muss. Dies ist bei Personen mit Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen oft nicht gewährleistet. Da jede Zeitverzögerung vermieden werden muss, wird oft die CT als schnellere und letztlich für die Therapie-Entscheidung ausreichende Methode gewählt. Weitere Informationen finden Sie unter MRT.

Duplex-Sonographie

Bei der Duplex-Sonographie handelt es sich um ein Ultraschallverfahren, mit dem sich unter anderem arteriosklerotische Veränderungen in den großen Halsschlagadern und Hirnarterien erkennen lassen. Ihr Vorteil gegenüber anderen Untersuchungsmethoden ist, dass auch Druck, Geschwindigkeit und Volumen des Blutflusses sowie die Beschaffenheit der Ablagerungen bestimmt werden können. Daraus wird ersichtlich, wie sehr die Gefäßverengung die Durchblutung beeinträchtigt.

Ultraschalluntersuchungen der Gefäße und des Herzens dienen der Ursachenfindung des Schlaganfalls. In der Regel werden sie möglichst früh nach Beginn der Symptome durchgeführt (innerhalb von 24 Stunden), ohne jedoch spezifische Therapiemaßnahmen wie z.B. die Lysetherapie zu verzögern. Diese Methode belastet die Patientin/den Patienten weder mit Röntgenstrahlen noch mit Kontrastmitteln. Sie ist ebenfalls schmerzlos.

Angiographie

Eine weitere Methode, die Gefäße detailliert darzustellen, ist die Angiographie. Aufgrund des Nebenwirkungsrisikos wird die Angiographie jedoch aus rein diagnostischen Gründen nur sehr selten eingesetzt. Die Ergebnisse der Duplex-Sonographie oder der nicht-invasiven Darstellung der Hirnarterien mittels MR (MR-Angiographie) reichen für nahezu alle therapeutisch relevanten Entscheidungen aus.

Bei der Angiographie schiebt die Ärztin/der Arzt einen Gefäßkatheter bis in die Halsschlagader vor und spritzt ein Kontrastmittel. Mögliche Nebenwirkungen: Hämatome (Blutergüsse), Nachblutungen, allergische Reaktionen auf das Kontrastmittel etc.

Auch bei der Angiographie kommen Röntgenstrahlen zur Anwendung. Die Röntgenaufnahme bildet den mit Kontrastmittel gefüllten Gefäßinnenraum ab – das sogenannte Angiogramm. Der Vorteil der Angiographie ist, dass die Ärztin/der Arzt während der Untersuchung auch verengte Gefäße dehnen bzw. Blutgerinnsel auflösen kann. Die Angiographie wird immer häufiger zur Durchführung therapeutischer Eingriffe, speziell zur Entfernung von großen Blutgerinnseln bei Patientinnen/Patienten mit einem schweren Schlaganfall, eingesetzt.

Klinische und neurologische Untersuchungen

CT, MRT, Duplex-Sonographie oder Angiographie finden jedoch nie alleine statt. Die Ärztin/der Arzt führt im Vorfeld auch eine klinische und neurologische Untersuchung durch. Dazu zählen:

  • Befragung (Anamnese) der/des Kranken bzw. der Angehörigen über die Krankenvorgeschichte (regelmäßige Einnahme von Medikamenten etc.)
  • Beurteilung des neurologischen Status der Patientin/des Patienten inklusive NIH-Stroke-Skala (National Institute of Health Stroke Scale). Hier wird beurteilt, ob Lähmungen, Sprach- bzw. Sehstörungen bestehen.
  • Blutabnahme für die Laboruntersuchung: vor allem Blutbild sowie Gerinnung, Blutzucker und Elektrolyte werden bestimmt.
  • Kontrolle von Blutdruck, Puls und Körpertemperatur
  • Ein EKG wird geschrieben, um Herzrhythmusstörungen als Ursache des Schlaganfalls auszuschließen. Ein EKG alleine schließt allerdings das Vorliegen einer Herzrhythmusstörung als Ursache nicht aus.
  • Legen eines venösen Zugangs, falls nicht bereits von der Notärztin oder dem Notarzt durchgeführt.

Wer führt die Untersuchungen durch?

Bei der Diagnostik eines Schlaganfalls sind Fachärztinnen und Fachärzte unterschiedlicher Fachdisziplinen beteiligt:

  • Fachärztin/Facharzt für Neurologie
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin
  • Fachärztin/Facharzt für Neuroradiologie

In der Praxis wird das gesamte Management von der Ärztin/dem Arzt durchgeführt (an Stroke-Units von einer Neurologin/einem Neurologen). Die MR- oder CT-Bilder werden gemeinsam mit der Radiologin/dem Radiologen besprochen. Die Internistin/der Internist wird nur dann hinzugezogen, wenn zeitgleich mit dem Schlaganfall eine kardiale (das Herz betreffend) Komplikation auftritt.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Diagnostik erfolgt im Krankenhaus und wird über die Krankenhauskosten abgerechnet, die durch die Sozialversicherung abgedeckt sind.

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