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© Sebastian Kaulitzki

Morbus Parkinson: Was ist das?

Das Beschwerdebild der Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson, Idiopathisches Parkinson-Syndrom, „Schüttelkrankheit“) beruht auf einem vorzeitigen allmählichen Untergang bestimmter Nervenzellen im Gehirn, der zu einem Mangel an wichtigen Botenstoffen, v.a. Dopamin, führt. Diese degenerativen Prozesse finden vorwiegend in Gehirnarealen statt, welche die Bewegungskontrolle, aber auch Stimmung, Schlaf und Denken etc. beeinflussen . . .

Botenstoffe als Informationsüberträger

Im Gehirn kommunizieren ununterbrochen Netzwerke von Nervenzellen (Neuronen) miteinander. Informationen bzw. Impulse werden von einer Nervenzelle auf die nächste weitergegeben. Die Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen werden Synapsen genannt. Sie bestehen aus dem präsynaptischen Endknöpfchen des Senderneurons, dem synaptischen Spalt und dem postsynaptischen Bereich des Empfängerneurons. Als Informationsüberträger zwischen zwei Nervenzellen dienen meistens Botenstoffe (Neurotransmitter). Sie werden vom sendenden Neuron in der Synapse auf Vorrat gebildet und in kleinen Bläschen (Vesikeln) gespeichert. Soll ein Signal übertragen werden, entleeren sich die Vesikel in den synaptischen Spalt und die freigesetzten Botenstoffe (Neurotransmitter) docken postsynaptisch an den Rezeptoren des Empfängerneurons an.
   

Nach der Signalübertragung werden die Transmittermoleküle aus dem synaptischen Spalt entfernt, damit die Synapse wieder neu funktionsfähig ist. Teilweise werden sie abgebaut oder von der Sendernervenzelle wieder aufgenommen, wo sie bei Bedarf wieder zur Verfügung stehen.

Neurotransmittersysteme

Drei Neurotransmittersysteme spielen bei der Parkinson-Krankheit eine besonders wichtige Rolle im Gehirn:
  • Cholinerges System (Transmitter Acetylcholin): ist u.a. für die Steuerung von Aufmerksamkeit und Erregbarkeit des Gehirns während Schlaf- und Wachrhythmus verantwortlich und dürfte auch für Plastizität und Lernen eine entscheidende Rolle spielen.
  • Serotonerges System (Transmitter Serotonin): beeinflusst z.B. Schmerzempfinden, Schlaf- und Wachrhythmus und Stimmung und gilt als eines der „Glückshormone“.
  • Dopaminerges System (Transmitter Dopamin): ist u.a. für die Steuerung von Bewegungen verantwortlich. Dopamin spielt auch im Belohnungszentrum des Gehirns eine entscheidende Rolle für Motivation und Verhalten.

Diese drei Neurotransmitter werden nur von bestimmten Nervengruppen in relativ kleinen Gehirnarealen produziert, haben jedoch weitreichende und vielfältige Effekte. Der Entwicklung der Parkinson-Krankheit liegt ein Untergang von Dopamin produzierenden Nervenzellen in der im Hirnstamm gelegenen schwarzen Substanz (Substantia nigra) zugrunde. Dadurch kommt es zu einem Mangel an Dopamin im sogenannten Striatum in den Basalganglien, einem Kerngebiet in der Tiefe des Großhirns.   

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