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Junge stürzt mit Fahrrad © wellphoto

Notfall bei Kindern: Verletzungen und Wunden

Kleine Verletzungen sind bei Kindern an der Tagesordnung und vollkommen normal. Glücklicherweise sind die meisten dieser Verletzungen harmlos und heilen problemlos. Trotzdem können sich bestimmte Verletzungen bei Kindern schlimmer auswirken als bei Erwachsenen. Zum Beispiel müssen Blutungen sofort richtig versorgt werden. Wunden entstehen durch äußere Einwirkungen wie mechanische Gewalt, Hitze, Kälte, chemische Stoffe oder Strahlen. Dadurch kommt es zur Zerstörung der natürlichen Barriere, der Haut und zur Gefahr des Eindringens von Keimen . . .

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Bei sämtlichen Wundversorgungen – wenn möglich – medizinische Handschuhe tragen. Einerseits schützen Sie sich selbst vor Infektionen durch Blutkontakt, anderseits schützen Sie das Kind vor Keimen, die sich auf Ihren Händen befinden.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei gering verschmutzten oberflächlichen Schürfwunden:

  • Handschuhe anziehen.
  • Wunde möglichst nicht direkt berühren.
  • Wunde an der Luft trocknen lassen.
  • Blut nicht abwischen, kleinere Blutungen reinigen die Wunde.
  • Danach keimfreien Wundverband anlegen.
  • Tetanusschutz überprüfen (z.B. im Impfpass des Kindes)

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei stark verschmutzten oberflächlichen Schürfwunden:

  • Handschuhe anziehen.
  • Wunde unter fließendem, sauberem Wasser vorsichtig auswaschen.
  • Größere Schmutzpartikel, z.B. Erde, Steine, Splitter, mit einer desinfizierten oder sterilen Pinzette entfernen.
  • Wunde mit Desinfektionsmittel abtupfen (es gibt auch Desinfektionsmittel, die nicht brennen z.B. Betaisodona).
  • Wunde an der Luft trocknen lassen.
  • Danach keimfreien Wundverband anlegen.
  • Tetanusschutz überprüfen (z.B. im Impfpass des Kindes)

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei blutenden Schnitt- oder Platzwunden:

  • Blutung durch Aufdrücken einer sterilen Kompresse oder eines sauberen Tuchs stoppen.
  • Betroffene Körperstelle hoch lagern.
  • Wunden im Gesicht oder am Kopf müssen ärztlich untersucht werden!
  • Ist die Blutung nicht zu stoppen, muss ein Druckverband angelegt werden.

Die nächsten Erste-Hilfe-Maßnahmen bei nicht zu stillender Blutung:

  • Den ersten Druckverband nicht öffnen, sondern weiteren Druckverband darüber anlegen.
  • Notfalls bei einer Gefäßverletzung das zuführende Blutgefäß mit dem Finger abdrücken.
  • Blutverlust kann bei Kindern schnell zum Schock führen.
  • Kind warm halten, beruhigen und niemals allein lassen!

Bei Bewusstlosigkeit oder plötzlichem Bewusstseinsverlust:

  • Bewusstsein überprüfen: ansprechen und leicht berühren.
  • Laut um Hilfe rufen: Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam machen!
  • Atmung prüfen: hören, sehen, fühlen für max. zehn Sekunden.
  • Normale Atmung vorhanden: stabile Seitenlage und Notruf 144 wählen.
  • Wiederholt die Atmung prüfen!
  • Ist keine normale Atmung vorhanden, sofort 5x beatmen und 30x Herzdruckmassage eine Minute lang und danach Notruf 144 wählen.
  • Anschließend sofort wieder 2x beatmen und 30x Herzdruckmassage, 2x beatmen 30x Herzdruckmassage usw., bis professionelle Hilfe eintrifft.

Wissenswertes zu Wunden

Nicht jede kleine Verletzung muss von einer Ärztin/einem Arzt oder in einem Krankenhaus versorgt werden. Folgende Verletzungen müssen jedoch ärztlich versorgt werden:

  • Alle Wunden, wenn kein Tetanusimpfschutz vorliegt,
  • große Wundfläche(n) oder Wundtiefe ab 5 mm,
  • Bisswunden (wegen der hohen Infektionsgefahr),
  • Wunden in Gelenksnähe (Gefahr der Infektion eines Gelenkes),
  • Wunden an Hand und Fußrücken (wegen Gefahr von Sehnenverletzungen),
  • Augenverletzungen,
  • Stichwunden,
  • Verletzungen der Genitalien.

In diesen Fällen sollte die Wunde innerhalb von sechs Stunden durch eine Ärztin/einen Arzt untersucht werden. In den ersten sechs Stunden ist die Keimvermehrung noch relativ lokal begrenzt, danach dringen die Keime ins umgebende Gewebe ein und vergrößern die Wundfläche. Eine Verletzung, die nicht älter als sechs Stunden ist, kann durch Reinigung, Desinfektion, Ausschneiden der Wundränder und Vernähen optimal versorgt werden. Wird die Verletzung erst nach sechs Stunden versorgt, ist eine Vernähung nicht mehr möglich, was eine längere Wundheilung nach sich zieht.

Wenn Sie ein Desinfektionsmittel verwenden, beachten Sie folgendes:

  • Das Desinfektionsmittel muss für die Wunddesinfektion geeignet sein. Es gibt auch Desinfektionsmittel, die nicht brennen.
  • Das Desinfektionsmittel darf nicht abgelaufen sein.
  • Achten Sie auf etwaige Allergien (z.B. Jodallergie).

Hinweis Am besten sauberes Wasser zur Reinigung verwenden, da dies am ehesten zur Verfügung steht.


Was ist ein Druckverband und wie legen Sie ihn an?

  • Zuerst eine sterile Kompresse auf die blutende Wunde legen und mit einer Mullbinde ein- bis zweimal umwickeln.
  • Einen Druckkörper, z.B. ein ungeöffnetes Verbandspäckchen, auf den Wundbereich legen und mit der Mullbinde weiter straff umwickeln.
  • Danach Ende der Mullbinde mit Heftpflaster festkleben.

Besonders beim Rad-, Rollschuhfahren oder anderen Sportarten können durch Stürze Verletzungen entstehen. Eine gute und sichere Ausrüstung, wie z.B. Helm, Knie- oder Ellbogenschützer, verhindert Verletzungen. Zusätzlich sollten Sie in einem Haushalt mit Kleinkindern darauf achten, dass Messer, Werkzeuge und ähnliche Gegenstände für Kinder nicht erreichbar sind.

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