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Kleinkind greift nach einer heißen Pfanne am Herd © Engine Images

Notfall bei Kindern: Verbrennung und Verbrühung

Verbrennungen und Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Kindesalter. Bereits eine Tasse mit einer heißen Flüssigkeit kann bei Säuglingen und Kleinkindern die Haut bis zu 30 Prozent verbrennen. Bei Kindern und Säuglingen besteht ab einer Ausdehnung von zehn bzw. fünf Prozent bereits Lebensgefahr. Gerade bei großflächigen, tiefen oder Verbrennungen im Gesicht sollten Sie frühzeitig den Notruf 144 wählen. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen, das Kind beruhigen und möglichst nicht alleine lassen . . .

Symptome bei Verbrennung

Die Symptome sind abhängig von der Dauer und Intensität der Hitzeeinwirkung. Verbrennungen werden daher nach Ausdehnung sowie Tiefe beurteilt und in vier Grade eingeteilt:

  • Verbrennung ersten Grades: Rötung, Schwellung, Schmerzen, nur die Epidermis betroffen, heilt narbenlos ab.
  • Verbrennung zweiten Grades: Hautrötung, Blasenbildung, starke Schmerzen.
    2a Verbrennung: Epidermis und Dermis betroffen, vollständige Heilung.
    2b Verbrennung: tiefe Dermisbeteiligung, heilt nicht narbenlos ab.
  • Verbrennung dritten Grades: Dermis und Subkutis (unter der Epidermis und Dermis liegende Hautschicht/Unterhaut) betroffen, keine Schmerzen, da Zerstörung der Nervenendigungen, irreversible Hautschäden.
  • Verbrennung vierten Grades: alle Hautschichten und darunter liegende Knochen/Gewebshäute betroffen, Verkohlung bis in die Muskel- und Bindegewebeschichten, keine Schmerzen, irreversible Gewebeschäden.

Verbrennungen dritten und vierten Grades zerstören Nervenendigungen, so dass kein Schmerzempfinden mehr möglich ist. Die Verbrennung löst, je nach Tiefe und Ausdehnung, nicht nur lokale, sondern auch den ganzen Körper betreffende Reaktionen aus. Bei Kindern und Säuglingen besteht ab einer Ausdehnung von zehn bzw. fünf Prozent bereits Lebensgefahr.

Mit der sogenannten Mallace-Methode wird ermittelt, wie viel Prozent der Körperoberfläche verbrannt sind:

Körperteil   Kinder bis 5 Jahre
(% verbrannte Körperfläche)  
Säugling
(% verbrannte Körperfläche)  
Arm (je Arm)   9   10  
Kopf   16   20  
Brust und Bauch   16   15  
Rücken   16   15  
Bein (je Bein)   17   15  
Genitalbereich   -   -  


Erste-Hilfe-Maßnahmen

Verbrennung und Verbrühungen ersten und zweiten Grades sind sehr schmerzhaft. Gerade bei großflächigen, tiefen oder Verbrennungen im Gesicht sollten Sie frühzeitig den Notruf 144 wählen. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen, das Kind beruhigen und möglichst nicht alleine lassen.

Kleine Verbrennungen oder Verbrühungen:

  • Bei einer Verbrühung: Kleider sofort entfernen.
  • Bei einer Verbrennung: Kleider nur entfernen, wenn sie nicht an der Haut haften.
  • Betroffene Körperstelle unter handwarmem Wasser kühlen.
  • Verbrennungen bzw. Verbrühungen bei Kleinkindern oder Säuglingen sollten immer ärztlich begutachtet werden.
    Großflächige Verbrennungen oder Verbrühungen:
  • Kleiderbrand sofort mit Wasser löschen oder die Flammen mit einer dicken Decke ersticken.
  • Notruf 144 oder 112 wählen.
  • Bei einer großen Verbrühung: Kleider sofort entfernen.
  • Bei großen Verbrennungen: Kleidung am Körper lassen, diese haftet an der Haut. Ein Entfernen verursacht weitere Hautverletzungen.
  • Mit einem sterilen Brandtuch Wunden abdecken.
  • Brandwunden im Gesicht nicht abdecken.
  • Keine „Hausmittel“ wie Puder, Öle usw. verwenden.
  • Verbranntes Kind in Aludecke einwickeln, betreuen und auf Rettungsdienst warten.

Wissenswertes zu Verbrennungen und Verbrühungen bei Kindern

Niemand ist vor thermischen Unfällen geschützt. Doch die meisten thermischen Unfälle von Kindern wären durch gute Prävention vermeidbar. Folgende Maßnahmen helfen dabei:

  • Nichts Heißes essen oder trinken, während das Kind auf dem Schoß sitzt,
  • Brei aus der Mikrowelle fühlt sich oft nur lauwarm an, obwohl der Inhalt kochend heiß ist,
  • bei Kleinkindern keine Tischdecken verwenden,
  • Kabel von Wasserkochern, Kaffeemaschinen etc. nicht herunterhängen lassen,
  • Herdschutzgitter,
  • Griffe von Töpfen und Pfannen von der Vorderseite des Herdes wegdrehen,
  • Gefäße mit heißen Flüssigkeiten nicht tragen, wenn kleine Kinder in der Wohnung herumtollen,
  • Badewasser soll maximal 37 Grad Celsius warm sein (Armatur mit Thermostat),
  • Kinder beim Baden beaufsichtigen, damit sie den Heißwasserhahn nicht öffnen können,
  • keine Wärmeflaschen,
  • keine offenen Flammen in der Gegenwart von Kleinkindern,
  • Feuerutensilien wie z.B. Zündhölzer, Feuerzeug, Gasanzünder nicht offen liegen lassen.
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