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gestürzter Skateboarder liegt am Boden © DenisNata

Notfall bei Kindern: Kopfverletzung

Verletzungen im Bereich des Kopfes können sehr schwerwiegende Folgen haben. Die Ursache dafür ist eine Blutung innerhalb des Schädels, die zu einem erhöhten Druck auf das Hirngewebe führt. Auch wenn äußerlich oft nur wenige Verletzungszeichen sichtbar sind, kann es im Schädelinneren zu Blutungen kommen. Sie treten meist innerhalb weniger Stunden, in manchen Fällen erst 48 Stunden nach dem Unfall auf . . .

Symptome bei schwerer Kopfverletzung

Folgende Anzeichen können auf eine schwere Kopfverletzung hinweisen:

  • Mehr als drei- bis viermal Erbrechen unmittelbar nach dem Ereignis bzw. Erbrechen nach sechs Stunden,
  • anhaltendes Weinen und Wimmern bei Kleinkindern,
  • Angabe von starken Kopfschmerzen bei größeren Kindern,
  • plötzliche Schläfrigkeit, schwere Erweckbarkeit, verwaschene Sprache, plötzliche Wesensänderung (z.B. keine Neugier oder Interesse an der Umgebung, introvertiert),
  • Trinkunlust, fehlende Lautäußerung (z.B. kein „Babyplappern“) bei Säuglingen,
  • eventuelle äußere Verletzungsanzeichen, z.B. Bluterguss (Beule),
  • Krampfanfälle,
  • Bewusstlosigkeit.

Das ein- bis zweimalige Erbrechen unmittelbar nach einem Sturz auf den Kopf kann als Begleitsymptom auftreten, muss allerdings noch kein Alarmsignal sein. Eltern kennen ihr Kind am besten. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind ist auffällig, dann wählen Sie den Notruf 144.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Da gerade bei einem Sturz auf den Kopf auch eine Halswirbelsäulenverletzung auftreten kann, sollten Sie besonders vorsichtig sein. Heben Sie das Kind vorerst nicht auf, und gehen Sie wie folgt vor:

  • Machen Sie einen Notfallcheck, dabei überprüfen Sie das Bewusstsein und die Atmung.
  • Ist das Kind ansprechbar, lagern Sie es flach mit leicht erhöhtem Oberkörper.
  • Wählen Sie den Notruf 144.
  • Lassen Sie das verletzte Kind nicht alleine, und überwachen Sie seine Atmung.
  • Halten Sie das Kind warm (zudecken).

Bei Bewusstlosigkeit oder plötzlichem Bewusstseinsverlust:

  • Bewusstsein überprüfen: ansprechen und eventuell zwicken.
  • Laut um Hilfe rufen: Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam machen!
  • Atmung prüfen: „hören, sehen, fühlen“ für max. zehn Sekunden.
  • Normale Atmung vorhanden: stabile Seitenlage und Notruf 144 oder 112 wählen. Wiederholt die Atmung prüfen!
  • Ist keine normale Atmung vorhanden, dann sofort 5x beatmen und 30x Herzdruckmassage eine Minute lang und danach Notruf 144 wählen.
  • Danach sofort wieder 2x beatmen und 30x Herzdruckmassage, 2x beatmen 30x Herzdruckmassage usw., bis professionelle Hilfe eintrifft.

Wissenswertes zu Kopfverletzungen bei Kindern

Bei Kopfverletzungen gibt es folgende häufige Diagnosen:

Gehirnerschütterung (Commotio cerebri)

ie Gehirnerschütterung ist eine akute vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns. Sie äußert sich durch eine kurze Bewusstlosigkeit. Obwohl bei der Gehirnerschütterung auch Nervenzellen zerstört werden, ist das Ausmaß so begrenzt, dass im Normalfall kein bleibender Schaden entsteht. Der Bewusstseinsverlust kann von einigen Minuten bis maximal eine Stunde dauern. Weiters kann es zu einer Gedächtnisstörung kommen. Dies wird entweder als retrograde Amnesie bezeichnet, wenn das Kind keine Erinnerung an die Ereignissen vor dem Unfall hat, oder als anterograde Amnesie, wenn die Erinnerungslücke nach dem Unfall besteht. Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel sind typische Beschwerden bei einer Gehirnerschütterung. Die Gehirnerschütterung kann als die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas bezeichnet werden, allerdings ohne Hirnsubstanzverletzung.

Achtung! Symptome wie Sehstörungen oder Lähmungen sind für eine Gehirnerschütterung untypisch, sie können ein Hinweis für eine schwere Hirnschädigung sein!

Jede Bewusstlosigkeit MUSS im Krankenhaus abgeklärt werden. Auch wenn sie nur von kurzer Dauer war.

Gehirnprellung (Contusio cerebri)

Im Unterschied zur Gehirnerschütterung ist die Gehirnprellung eine schwere Verletzung des Hirngewebes. Das Ausmaß und die Lokalisation der Schädigung sind abhängig von der Intensität der einwirkenden Kraft. Auffallend sind eine längere Bewusstlosigkeit (über eine Stunde) und andere neurologische Symptome wie z.B. Krämpfe, Lähmungen, Sehstörungen. In der Computertomographie ist die Hirnschädigung sichtbar. Bei einer Gehirnerschütterung ist das CT unauffällig.

Gehirnblutung

Bei einer Gehirnprellung kann es auch zu einer Gehirnblutung kommen. Gehirnblutungen sind besonders gefährlich, da durch die knöcherne Begrenzung des Schädels kaum Raum besteht. Die Folge ist eine Drucksteigerung im Schädel mit eventuell lebensbedrohlichen Auswirkungen. Je nach Lokalisation der Blutung gibt es unterschiedliche Bezeichnungen, z.B. epidurale Blutung. Diese liegt zwischen dem Knochen und der harten Hirnhaut (die Dura). Da diese meist eine verletzte Arterie als Ursache hat, kann sich die Blutung rasch sehr stark ausbreiten und muss unmittelbar behandelt werden. Ähnlich akut ist die sogenannte subdurale Blutung. Der Unterschied zur epiduralen ist die tiefere Schicht. Bei dieser Blutung reißen Venen ein, und es kommt zur einer langsamen Einblutung.

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