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Kind umarmt Hund © Sonya etchison

Notfall bei Kindern: Bisswunden

Alle Bissverletzungen sind – unabhängig von der Körperstelle und der Größe – gefährlich, da es zu einer Wundvereiterung bzw. -infektion kommen kann. Bei dieser Art von Verletzung sollten Sie immer eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen. Die große Gefahr ist einerseits die Keimbesiedelung der Mundhöhle des beißenden Tieres und anderseits die Weichteilschädigung durch den Biss selbst. Bei Wundabstrichen findet sich eine Vielzahl von Bakterien. Besonders Keime der Gattung Pasteurella sind sehr gefährlich . . .

Merkmale einer Bisswunde

In Österreich erfolgen die häufigsten Bisswunden durch Hunde und Katzen. Abhängig von der Bissstelle und des Tieres sind folgende Wundmerkmale wichtig.

  • In den meisten Fällen liegen die Verletzungen im Bereich der Extremitäten.
  • Bei Kleinkindern ist der Kopf besonders gefährdet (befindet sich auf gleicher Höhe wie das Tier).
  • Bissverletzungen können sehr tief sein.
  • Die Wundränder sind unregelmäßig und „zerfetzt“.
  • Die Weichteilschädigung kann von „Kratzern“ bis zu schweren Defekten reichen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Die große Gefahr ist einerseits die Keimbesiedelung der Mundhöhle des beißenden Tieres und anderseits die Weichteilschädigung durch den Biss selbst. Bei Wundabstrichen findet sich eine Vielzahl von Bakterien. Besonders Keime der Gattung Pasteurella sind sehr gefährlich. Diese verursachen häufig schlimme Wundinfektionen. Oft kommt es nach wenigen Stunden oder aber auch erst nach Tagen zu eitrigen Entzündungen und starken Schmerzen. Bei tiefen Verletzungen können auch Sehnen, Gelenke und sogar Knochen betroffen sein. Außerdem besteht die Gefahr, dass durch den Biss das Kind mit dem Tetanus-Erreger infiziert wird. Tollwut kommt in Österreich allerdings de facto nicht mehr vor.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Bisswunden

  • Bei schweren Verletzungen (z.B. am Kopf) oder starken Blutungen wählen Sie nach den Basismaßnahmen (Notfallcheck, Blutstillung) den Notruf 144.
  • Bei allen anderen Bisswunden: unter fließendem Wasser reinigen.
  • Wunde mit Desinfektionsmittel reinigen.
  • Je nach Größe der Verletzung mit Pflaster oder Verband bedecken.
  • Unbedingt ärztlich begutachten lassen, auch wegen des Impfstatus (Tetanus!).

Die Ärztin/der Arzt stellt fest, ob Verletzungen an Muskeln, Nerven oder Gefäßen entstanden sind und ob eine Therapie mit Antibiotika notwendig ist. Wird die Wunde sofort und ordnungsgemäß versorgt, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer schweren Wundinfektion.

Wissenswertes zu Bisswunden

Auch bei Bisswunden steht die Prävention im Vordergrund. Kinder neigen dazu, Hunde und andere Tiere gerne wie Spielzeug oder Schmusetiere zu behandeln. Häufig werden Tiere – meist unbeabsichtigt – dadurch „belästigt“. Kindern ist zudem nicht bewusst, dass Tiere richtig zubeißen und dadurch lebensgefährliche Verletzungen verursachen können.
Eltern sollten ihre Kinder frühzeitig über mögliche Gefahren im Umgang mit Tieren aufklären und ihnen entsprechende Maßnahmen vermitteln:

  • Kinder sollten verstehen, dass Tiere sensible Lebewesen sind, die Schmerzen und Angst haben können. Daher nicht am Schwanz ziehen, das Fell ausreißen, sie mit Gegenständen bewerfen etc. Kinder müssen lernen, mit Tieren behutsam umzugehen.
  • Tiere beißen oft zu, wenn sie erschrecken oder überrascht werden. Wer an ein Tier herantritt, sollte sich immer bemerkbar machen, allerdings ruhig und nicht hektisch.
  • Wer von einem Hund angefallen wird, sollte auf keinen Fall weglaufen. Das weckt den Jagdtrieb und macht ihn noch aggressiver.
  • Einem Hund/einer Katze nicht das Futter wegnehmen. Das Tier wird sein Futter verteidigen und aggressiv reagieren.
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