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Frau übt Beatmung an Babypuppe © Roman Milert

Notfall bei Kindern: Atemnot

Bei Atemnot bekommen die Betroffenen zu wenig Luft bzw. haben das Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen. Die Schwere der Atemnot ist von vielen Faktoren abhängig. Einerseits von der Ursache, anderseits vom Potenzial der Kompensation des Körpers. Eine Kompensation ist eine erhöhte Atemarbeit, z.B. bei Infektionen der oberen Atemwege. Häufige Ursachen für Atemnot sind beispielsweise virale Infekte, bakterielle Infektionen oder Asthma. Das wichtigste Ziel bei der Behandlung von Atemnot ist das Abschwellen der Schleimhäute . . .

Symptome bei Atemnot

Schwere Atemnot bei Kindern ist immer ein Notfall. In dieser Situation müssen Sie schnell handeln und bei folgenden Symptomen sofort den Notruf 144 wählen.

  • Schnelle Atmung.
  • „Nasenflügeln“ (die Nasenflügel heben sich bei der Einatmung).
  • Blasse und/oder bläulich/graue Haut, besonders im Bereich Lippen, Nägel oder Augenlider.
  • Atemgeräusche wie Pfeifen, Rasseln, Keuchen.
  • Atemabhängige Einziehungen im Bereich des Rippenbogens oder über den Schlüsselbeinen.
  • Verstärkte Atmung und Abstützen des Oberkörpers (z.B. Anhalten an Sessellehne oder Tischkante), um die Atemhilfsmuskel einzusetzen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Wichtig bei schwerer Atemnot ist gleich den Notruf 144 zu wählen. Im Vordergrund steht auch die Stressreduzierung. Alle unterstützenden Maßnahmen, z.B. beruhigende Gespräche, helfen in dieser Notfallsituation.

  • Beruhigen Sie das Kind, und versuchen Sie selbst, ruhig zu bleiben.
  • Notruf 144 entweder selbst wählen oder an andere delegieren.
  • Öffnen Sie beengende Kleidung.
  • Sorgen Sie für Frischluftzufuhr.
  • Kind in sitzender Position beim Atmen unterstützen.
  • Überwachen Sie den Zustand des Kindes.

Bei Bewusstlosigkeit oder plötzlichem Bewusstseinsverlust:

  • Bewusstsein überprüfen: ansprechen und sanft berühren.
  • Laut um Hilfe rufen: Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam machen!
  • Atmung prüfen: hören, sehen, fühlen für max. zehn Sekunden.
  • Normale Atmung vorhanden: stabile Seitenlage und Notruf 144 oder wählen.
  • Wiederholt die Atmung prüfen!
  • Ist keine normale Atmung vorhanden, dann sofort 5x beatmen und 30x Herzdruckmassage eine Minute lang und danach Notruf 144 wählen.
  • Danach sofort wieder 2x beatmen und 30x Herzdruckmassage, 2x beatmen 30x Herzdruckmassage usw., bis professionelle Hilfe eintrifft.

Wissenswertes zu Atemnot

Das Abschwellen der Schleimhäute gelingt mit einfachen Methoden, wie z.B. feuchte kalte Luft einatmen lassen (im Winter Fenster öffnen), durch einen nassen Waschlappen auf der Nase atmen. Auch die rektale Gabe von Kortisonzäpfchen ist im Notfall möglich.

Virale Infekte

Virale Infekte im Bereich der oberen Atemwege sind eine häufige Ursache für Atemnot bei Kindern. Ein Beispiel dafür ist das sogenannte Pseudo-Krupp-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine virale Entzündung der Schleimhaut des Kehlkopfes. Die auslösenden Viren sind meistens: Grippeviren (Influenza), grippeähnliche Viren (Parainfluenza), Schnupfenviren (Rhino) und RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus). Diese Viren werden zum größten Teil über Tröpfcheninfektionen übertragen. Die erkrankten Kinder haben neben Atemnot, Heiserkeit, bellendem Husten auch ein besonders lautes Einatmungsgeräusch (inspiratorischer Stridor).

Bakterielle Infektionen

Ein Beispiel für eine bakterielle Infektion im Bereich der Atemwege ist die sogenannte Epiglottitis, die vor allem durch Haemophilus-Influenza-B-Bakterien (HIB) verursacht wird. Dabei kommt es zu einer Entzündung des Kehlkopfdeckels. Aufgrund des entzündeten und verdickten Kehlkopfdeckels kann der obere Atemweg verlegt werden. Besonders auffällig ist ein lautes Einatmungsgeräusch. Zusätzlich kommt es zu vermehrtem Speichelfluss, zum Wegbleiben der Stimme (Aphonie) und zu hohem Fieber. Epiglottitis ist ein schwerer Notfall. Wählen Sie daher bei diesen Symptomen sofort den Notruf 144. Halten Sie Ihr Kind möglichst stressfrei, beruhigen Sie es und führen Sie selber keine Inspektionen der Mundhöhle durch. Aufgrund der Impfung gegen HIB, die auch im Kinderimpfkonzept vorgesehen ist, ist diese Erkrankung heute sehr selten.

Asthma

Eine weitere Ursache eines atembedingten Notfalls stellt der Asthmaanfall dar. Die Hauptsymptome sind Atemnot, Husten und trockene, pfeifende Ausatmungsgeräusche. Auslöser können Infektionen durch Viren, körperliche Anstrengung oder Kontakt mit einem allergieauslösenden Stoff sein. Als Erstmaßnahme lagern Sie den Oberkörper hoch und reden Sie beruhigend auf das Kind ein. Bei bekannter Diagnose sollte immer ein Asthmaspray griffbereit sein.

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