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Autofahrt bei Sonnenuntergang © lassedesignen

Nachtblindheit

Um bei Dämmerung und Dunkelheit sehen zu können, sind u.a. spezielle Zellen (Rezeptoren) der Netzhaut notwendig – die Stäbchen. Sie vermitteln das Schwarz-Weiß-Sehen. Kommt es zur teilweisen Beeinträchtigung dieser Zellen in ihrer Funktion, ist die Sehfähigkeit bei Dämmerung und im Dunkeln eingeschränkt. Fallen die Stäbchen in ihrer Funktion völlig aus, ist die/der Betroffene nachtblind. Die Therapie ist unterschiedlich und orientiert sich an der Ursache der Nachtblindheit . . .

Nachtblindheit – was ist das?

Eine Nachtblindheit kann angeboren oder erworben sein. Sie tritt als früher Hinweis auf Vitamin-A-Mangel, der etwa durch Mangelernährung, Resorptionsstörungen im Darm oder bei Leberzirrhose entstehen kann, auf. Eine Nachtblindheit kann außerdem ein Frühsymptom für eine erbliche Erkrankung (Retinopathia pigmentosa) sein.

Diagnose einer Nachtblindheit

Nachtblindheit wird von den Betroffenen nicht immer sofort bemerkt. Die Augenärztin/der Augenarzt macht sich ein Bild von möglichen Beschwerden und führt verschiedene Tests und Untersuchungen durch. Um die Ursache der Beschwerden festzustellen – und andere Erkrankungen auszuschließen – werden z.B. Untersuchungen des Gesichtsfeldes und des Augenhintergrundes vorgenommen. Mithilfe eines speziellen Gerätes, des Adaptometers, kann die Augenärztin/der Augenarzt die Dunkeladaption des Auges bestimmen. Die Überprüfung des Dämmerungssehens (Blendungsempfindlichkeit, Sofortadaption etc.) erfolgt ebenfalls mithilfe eines speziellen Gerätes, des Nyktometers.

Hinweis Im Zuge des Erwerbs eines Führerscheins wird ausreichendes Dämmerungssehen überprüft. Der Erwerb kann unter Umständen mit Einschränkungen (z.B. Beschränkung auf Fahrten bei Tag, befristete Lenkerberechtigung) verbunden sein – oder die Lenkerberechtigung wird gegebenenfalls nicht erteilt.

Neben der Funktionseinschränkung der Stäbchenzellen können z.B. Erkrankungen weiterer Strukturen des Auges – wie Hornhaut, Augenlinse und Sehnerv – zu beeinträchtigtem Sehen auch bei Dämmerung sowie Dunkelheit führen. Es kann vorkommen, dass die Sehbehelfe (Brille bzw. Kontaktlinsen) falsch eingestellt sind und Patientinnen/Patienten deshalb eine vermeintliche Nachtblindheit haben bzw. in der Nacht schlecht sehen.

Therapie einer Nachtblindheit

Die Therapie orientiert sich an der Ursache der Nachtblindheit. Ist diese eine Folge von Vitamin-A-Mangel, wird das Vitamin in ausreichendem Maße zugeführt. Für die angeborene Nachtblindheit (kongenitale stationäre Nachtblindheit) gibt es keine Therapie. Liegen andere Erkrankungen dem beeinträchtigten Sehen bzw. den Adaptionsproblemen zugrunde (Trübung der Hornhaut oder Linse, Sehnerv- und Netzhauterkrankungen – z.B. Glaukom), werden diese behandelt. Verschiedene Maßnahmen können Betroffene unterstützen – z.B. ausreichende Lichtquellen in der Nacht.

Wohin kann ich mich wenden?

Augenärztinnen/Augenärzte diagnostizieren eine Nachtblindheit sowie deren Ursachen und leiten therapeutische Maßnahmen ein.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der Abklärung einer Nachtblindheit sowie der Therapie werden im Regelfall vom zuständigen Krankenversicherungsträgern übernommen.

Weitere Informationen finden Sie unter

Über die jeweiligen Bestimmungen können Sie sich zudem bei Ihrem Krankenversicherungsträger informieren, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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