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Grafik Astigmatismus © reineg

Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)

Beim Astigmatismus (auch: Hornhautverkrümmung, Stabsichtigkeit) ist die Hornhaut des Auges nicht halbkugelig (sphärisch) gekrümmt – sondern die Hornhaut ist entweder nicht in allen Ebenen gleich gekrümmt oder die Wölbung der Oberfläche ist unregelmäßig. Punktförmige Lichtquellen werden daher auf der Hornhaut nicht an einem Punkt dargestellt, sondern in einer Linie wahrgenommen bzw. unscharf gesehen. Geringere Verkrümmungen der Hornhaut werden von den Betroffenen oft kaum bemerkt. Bei hoher Hornhautverkrümmung kommt es zur Wahrnehmung eines „verzerrten“ Bildes . . .

Folgende Formen werden unterschieden:

  • Regulärer Astigmatismus – zwei aufeinander senkrecht stehende Meridiane (Ebenen) brechen verschieden. Dabei kann die vertikale Ebene stärker brechen als die horizontale (Astigmatismus nach der Regel, Astigmatismus rectus) oder umgekehrt (Astigmatismus gegen die Regel, Astigmatismus inversus).
  • Irregulärer Astigmatismus – verschiedene Hornhautstellen haben stark unterschiedliche Brechkraft (z.B. bei Narbenbildung, Keratokonus).

Das korrekte Wahrnehmen wird durch Astigmatismus beim Blick in die Ferne, aber auch in der Nähe – z.B. beim Lesen – behindert. Neben einem Astigmatismus kann auch eine andere Fehlsichtigkeit (z.B. Kurz- oder Weitsichtigkeit) vorhanden sein.

Hinweis Eine Simulation des Astigmatismus können Sie auf der Website der MedUni Wien ansehen.


Diagnose des Astigmatismus

Die Augenärztin/der Augenarzt (auch: Ophthalmologin/Ophthalmologe, Fachärztin/Facharzt für Augenheilkunde) führt ein Gespräch (Anamnese), bei dem unter anderem auf eventuelle Probleme bzw. Gründe für den Besuch eingegangen wird.

In der Regel werden verschiedene Untersuchungen vorgenommen. Mithilfe von Messinstrumenten untersucht die Augenärztin/der Augenarzt verschiedene Strukturen des Auges (z.B. Netzhaut, Glaskörper, Hornhaut etc.) und klärt Veränderungen, Fehlsichtigkeiten und Erkrankungen ab.

Zur Bestimmung der Hornhautkrümmung wird teils ein Ophthalmometer eingesetzt, mit dessen Hilfe die Krümmung in bestimmten Ebenen gemessen und die Brechkraft bestimmt werden kann. Bei starkem Astigmatismus wird auch die Placido-Scheibe zur Diagnose herangezogen. Skiaskopie bzw. einen automatisierten Refraktometer setzt die Ärztin/der Arzt ebenfalls zur Diagnose ein.

Neben der Untersuchung des Glaskörpers und des vorderen Augenabschnittes (mithilfe einer Spaltlampe) sowie des Augenhintergrundes (mithilfe eines Augenspiegels, sogenannte Ophthalmoskopie) und einer genauen Prüfung der Sehschärfe mit Refraktionsbestimmung (Messung der Brechkraft des Auges mittels Refraktometer) führt sie/er eine Prüfung von Pupillenreaktion und Augenbewegung durch. Das Sehvermögen wird ohne sowie mit Brille geprüft (mit Sehprobentafel oder Sehschärfenprojektor). Gegebenenfalls wird der Augeninnendruck gemessen (Tonometrie) und es werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Die Ärztin/der Arzt kann Brechungsfehler bzw. organische Ursachen erkennen, die das Sehvermögen beeinträchtigen, und weitere Erkrankungen diagnostizieren bzw. ausschließen.

Die Hornhautkrümmung wird in Dioptrien angegeben. Zusätzlich gibt die Augenärztin/der Augenarzt die Achse an, die von der Verkrümmung betroffen ist. Dies wird in Winkelgrad festgehalten.

Informationen zu Vorsorgeuntersuchungen etc. finden Sie auf der Website der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Korrektur des Astigmatismus

Ein regelmäßiger Astigmatismus kann durch Brillen (Zylindergläser) korrigiert werden. Bei Hornhautastigmatismus werden formstabile (harte) Kontaktlinsen eingesetzt. Ein irregulärer Astigmatismus (z.B. Keratokonus, Hornhautnarben) kann nur durch formstabile Kontaktlinsen korrigiert werden.

Auch ein operativer Eingriff mit Hornhauttransplantation oder eine Laserbehandlung (refraktive Chirurgie) kann u.U. indiziert sein. Über Notwendigkeit und Durchführung entscheidet die Ärztin/der Arzt abhängig von den individuellen Voraussetzungen der/des Einzelnen. Sie/er informiert über Vorteile sowie Risiken.

Kurze Informationen u.a. zur Laserbehandlung finden Sie zudem in der Broschüre Operationen zur Beseitigung von Fehlsichtigkeiten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Augenärztin/der Augenarzt (auch: Ophthalmologin/Ophthalmologe, Fachärztin/Facharzt für Augenheilkunde) diagnostiziert einen Astigmatismus. Außerdem können Sie das Auge auf eventuelle andere Fehlsichtigkeiten und Erkrankungen untersuchen. Die Korrektur mittels Brille oder Kontaktlinse sowie weitere Behandlungsschritte veranlasst die Augenärztin/der Augenarzt. Im Zuge von Fehlsichtigkeiten sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen ratsam.

In Diagnose und Behandlung können zudem Orthoptistinnen/Orthoptisten involviert sein. Optikerinnen/Optiker fertigen und passen u.a. Sehhilfen an, informieren über die Handhabung von Sehhilfen, können die Sehschärfe prüfen etc. Untersuchungen des Auges nehmen jedoch ausschließlich Augenärztinnen/Augenärzte vor.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Sehbehelfe, z.B. Brillen, sind individuell gefertigte, optische Instrumente zur Korrektur der Fehlsichtigkeit. Die Krankenversicherungsträger übernehmen die Kosten von Brillen in einfacher und zweckmäßiger Ausführung – gegen Bezahlung des Kostenanteils. Sie benötigen eine ärztliche Verordnung mit der genauen Angabe Ihrer Dioptrienstärke. Näheres weiß Ihre Vertragsärztin/ihr Vertragsarzt für Augenheilkunde. Anschließend erhalten Sie Ihre Brille bei einer Vertragsoptikerin/einem Vertragsoptiker. Der Selbstbehalt für Brillen beträgt für Erwachsene Euro 97,20 und für mitversicherte Kinder ab Vollendung des 15. Lebensjahres Euro 32,40 (2016).

Vom Kostenanteil befreit sind mitversicherte Kinder bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres, Bezieherinnen/Bezieher der erhöhten Familienbeihilfe ohne Altersgrenzen und Personen, die wegen sozialer Schutzbedürftigkeit von der Entrichtung der Rezeptgebühr befreit sind.
Eine Zuzahlung durch die Krankenversicherungsträger ist nur dann möglich, wenn der Tarif bzw. die Kosten für Ihre Brille über dem Selbstbehalt liegen (d.h. über Euro 97,20 bzw. 32,40). Bitte bedenken Sie, dass die Krankenversicherungsträger keine Kosten für Sonderwünsche bei der Brillenversorgung (z.B. Markenfassungen, entspiegelte Gläser etc.) übernehmen können.

Bei bestimmten Indikationen wird auch für Kontaktlinsen ein Kostenzuschuss von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Es ist aber unbedingt eine vorherige Genehmigung durch Ihren zuständigen Krankenversicherungsträger erforderlich. Dazu benötigen Sie eine Verordnung von Ihrer Augenärztin bzw. Ihrem Augenarzt und einen Kostenvoranschlag der Lieferfirma.

Hinsichtlich einer Kostenübernahme für refraktive Laseroperationen entscheidet immer der chefärztliche Dienst des zuständigen Krankenversicherungsträgers, ob die erforderlichen Indikationen vorliegen und damit eine Kassenleistung in Anspruch genommen werden kann.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

Nähere Informationen zur Regelung für Brillen und Kontaktlinsen finden Sie außerdem unter Heilbehelfe & Hilfsmittel.

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