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Symbolfoto Allergie © goa novi

Allergie: Was ist das?

Der Körper verfügt über eine Abwehr gegenüber Krankheitserregern – das Immunsystem. Dieses komplexe und hochwirksame System ist allerdings manchmal störungsanfällig. Eine Funktionsstörung kann sich zum Beispiel durch eine Allergie bemerkbar machen. In diesem Fall schießt das Immunsystem über das Ziel hinaus. Es reagiert auf harmlose Reize mit Abwehrmechanismen. Diese allergieauslösenden Stoffe werden als Allergene bezeichnet. Zusammengefasst werden Allergien unter dem Überbegriff „Immunreaktionen“. Die geläufigsten Formen sind die Reaktion vom Soforttyp und die Reaktion vom Spättyp.

Reaktion vom Soforttyp

Im Fall der häufigen Soforttyp-Allergie (Typ-I-Allergie) setzt die überschießende Immunabwehr unmittelbar nach dem Kontakt mit dem Allergen ein – innerhalb weniger Minuten. Der Erstkontakt mit dem allergieauslösenden Stoff verläuft symptomlos. Bei der Reaktion vom Soforttyp werden sogenannte IgE-Antikörper gebildet und eine Kettenreaktion in Gang gesetzt. Blütenstaub, Medikamente, Haustiere, Nahrungsmittel oder Insektengifte können u.a. Verursacher einer solchen Reaktion sein. Dabei wird unter anderem auch der Botenstoff Histamin freigesetzt, der die klassischen Symptome einer Allergie erzeugt – zum Beispiel Jucken, Hautrötungen bzw. Ausschlag, Schnupfen, Gewebsschwellungen oder Magen-Darm-Beschwerden. Im schlimmsten Fall – dem anaphylaktischen Schock – kann es zu einem lebensgefährlichen Abfall des Blutdrucks kommen. Weitere Informationen finden Sie unter Notfall – allergische Reaktion.

Die erbliche Neigung, an einer IgE-vermittelten Soforttyp-Allergie zu erkranken, nennt man Atopie. Atopiker haben auch ein erhöhtes Risiko, an allergischem Asthma oder atopischem Ekzem (Neurodermitis) zu erkranken. Tritt allergisches Asthma auf, kommt es zu einer Entzündung der Bronchien.

Reaktion vom Spättyp

Eine allergische Reaktion tritt nicht immer sofort auf. Bei der Allergie vom Spättyp (Typ-IV-Allergie) machen sich die Symptome erst mit einer gewissen Verzögerung bei erneutem Kontakt mit dem Allergen bemerkbar – wie etwa bei der häufig vorkommenden Nickelallergie. Auch hier ist zuvor ein Erstkontakt notwendig, der ohne Symptome verläuft. Bei der Reaktion vom Spättyp sind meist sogenannte T-Zellen im Spiel, die eine Entzündungsreaktion starten.
Besondere Formen der Allergien stehen in Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten oder der Berufsausübung (z.B. die Farmerlunge).

Weitere Allergietypen

Zudem gibt es noch die Typ-II- und Typ-III-Allergie.

  • Typ-II-Allergie: Die Typ-II-Allergie (Allergie vom Typ: Antikörper-vermittelte Zytotoxizität) kommt sehr selten vor. Hier bilden sich nach dem Kontakt mit einem zellfixierten Antigen oder einem Bestandteil einer Zelloberfläche Antiköper, die dann zu einer Zerstörung (Lyse) dieser Zielzelle führen. So lagern sich z.B. bestimmte Medikamente an Zelloberflächen von Blutzellen an. Die Antikörper gehen dann gegen dieses Antigen vor, dabei werden diese Blutzellen lysiert, und es kommt z.B. zu einer Veränderung des Blutbilds durch Abfall von weißen Blutkörperchen (Granulozyten) oder Blutplättchen.

  • Typ-III-Allergie: Bei der Typ-III-Allergie kommt es zu einer massiven Antikörper-Immunantwort. Der Organismus ist hochsensibilisiert. Bei Kontakt mit dem Allergen bilden sich schnell große Aggregate von Immunkomplexen (Verbände von Antigen-Antikörperverbindungen). Diese können dann in bestimmten Organen ausfallen (präzipitieren) und Entzündungen auslösen. Wenn die entsprechenden Allergene inhaliert werden, bilden sich diese Präzipitate in den Alveolen der Lunge und verursachen eine exogen allergische Alveolitis. Andere Organe, die betroffen sein können, sind: das Gefäßsystem (Vaskulitis) oder die Niere (Glomerulonephritis).

Warum entsteht eine Allergie?

Allergien entstehen meist nicht von einem Tag auf den anderen. Vom Zeitpunkt der ersten Symptome bis hin zur Diagnose dauert es oft einige Jahre. Niemand ist vor einer Allergie gefeit. Auch wenn man zum Beispiel schon jahrelang eine Katze hat, ohne darauf allergisch zu reagieren, kann man im Lauf der Zeit dennoch eine Tierhaarallergie entwickeln.

Veranlagung scheint bei Allergien eine bedeutende Rolle zu spielen. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Allergie zu erkranken, ist bei Kindern, deren Eltern Allergiker sind, deutlich erhöht. Die Entwicklung unserer Zivilisation könnte ebenfalls einen bedeutenden Teil zur steigenden Allergierate in westlichen Ländern beitragen. Durch das zunehmend „steriler“ werdende Lebensumfeld in den Industrieländern wird das Immunsystem von Kindern immer weniger Reizen ausgesetzt und weniger trainiert.Treten schon im frühen Kindesalter die ersten Symptome einer vermehrten Allergieneigung (Atopie) auf wie zum Beispiel Neurodermitis oder Milchschorf, steigt das Risiko, später an einer Allergie zu erkranken. Auch Passivrauchen wirkt sich diesbezüglich negativ aus.

Diagnose und Therapie von Allergien

Bei der Diagnose von Allergieerkrankungen kommen z.B. Blut- und Hauttests zur Anwendung. In speziellen Fällen wird das Allergen auch direkt unter laufender Beobachtung verabreicht – etwa zur Testung von Medikamentenallergien.

Die Säulen der Allergietherapie sind vor allem:

  • Meidung der auslösenden Stoffe,
  • vorbeugende Maßnahmen
  • sowie Medikamente und
  • spezifische Immuntherapie (Desensibilisierung) – sofern möglich.

Nähere Informationen zur Diagnostik und Behandlung finden Sie bei den jeweiligen Allergien.

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