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Psychotherapeut und Patientin © Ambrophoto

Psychotherapeutin/-therapeut

Psychotherapie ist ein Heilverfahren zur Behandlung psychischer, psychosozialer oder auch psychosomatisch bedingter Verhaltensstörungen und Leidenszustände. Außerdem kann sie in Lebenskrisen helfen und die Persönlichkeitsentwicklung sowie die seelische Gesundheit fördern. Psychotherapie wird für jedes Alter angeboten . . .

Offizielle Berufsbezeichnung

Psychotherapeutin/Psychotherapeut

Aufgaben und Arbeitsbereiche

Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten üben Psychotherapie freiberuflich oder in einem Angestelltenverhältnis aus. Im Zentrum der Psychotherapie stehen die Beziehung, der Austausch und das Gespräch zwischen der Psychotherapeutin/dem Psychotherapeuten und der Patientin/dem Patienten. Diverse Übungen – je nach psychotherapeutischer Methode – können diesen Austausch unterstützen bzw. festigen. In einer Psychotherapie geht es darum, die Patientinnen/Patienten in ihrer Entwicklung und bei der Suche nach einer Problemlösung oder Veränderung zu begleiten. Somit können sich Menschen mit seelischen Leiden selbst verstehen und helfen lernen. Es gibt verschiedene anerkannte psychotherapeutische Methoden in Österreich. Weitere Informationen erhalten Sie in der Broschüre Psychotherapie – Wenn die Seele Hilfe braucht und unter Psychotherapeutische Methoden in Österreich auf der Website des Gesundheitsministeriums.

In fast allen Therapierichtungen der Psychotherapie ist Einzel- oder Gruppentherapie möglich; häufig wird auch Paar- und Familientherapie angeboten. Außerdem gibt es spezielle Angebote zur Kinder- und Jugendpsychotherapie. Auch die psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen und Kleinkindern ist möglich. Beispiele für Krankheiten und Problemsituationen, bei denen Psychotherapie (unabhängig von/oder gemeinsam mit einer eventuell notwendigen ärztlichen Behandlung) Anwendung findet, sind:

  • Depressionen,
  • Burnout,
  • Ängste, die zur Einschränkung der Lebensqualität führen,
  • Suchterkrankungen, z.B. Alkoholabhängigkeit, Spielsucht etc.
  • Funktionelle Störungen: Häufig wiederkehrende körperliche Beschwerden, die keine organische Ursache haben, wie z.B. sexuelle Probleme (beispielsweise psychisch bedingte sexuelle Funktionsstörungen) oder Verspannungen der Muskulatur (z.B. im Nackenbereich). Da diese Symptome auch durch eine körperliche Erkrankung hervorgerufen werden können, ist eine medizinische Abklärung unumgänglich.
  • Psychosomatische Erkrankungen (Krankheiten, die mit belastenden psychischen Problemen zusammenhängen),
  • Lebenskrisen oder belastende Ereignisse, wie z.B. eine schwere Erkrankung, Verlust der Partnerin/des Partners etc.,
  • Krisen und Probleme in Partnerschaft und Familie,
  • Zwangsgedanken und -handlungen, die als belastend empfunden werden, z.B. immer wiederkehrende Gedanken oder der Zwang, sich ständig waschen zu müssen usw.

Wo arbeiten Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten?

Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten arbeiten im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses, z.B. in Beratungsstellen, Krankenhäusern, Rehabilitationszentren, Ambulatorien oder freiberuflich (in eigenen Praxen).

Fundierte Ausbildung

Die Ausbildung zur Psychotherapeutin/zum Psychotherapeuten und die Zulassungsbedingungen dazu sind im Psychotherapiegesetz geregelt. Sie gliedert sich in den Einführungsteil (Propädeutikum) und den fachspezifischen Teil (Fachspezifi­kum) in einer der gesetzlich anerkannten psychotherapeutischen Richtungen. Das Fachspezifikum kann in einigen Einrichtungen auch mit der Erlangung eines akademischen Grades verbunden sein. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung ist eine Eintragung in die Psychotherapeutenliste des Gesundheitsministeriums erforderlich. Mit der Eintragung erhält die betreffende Person die Berechtigung, den Beruf eigenverantwortlich und selbstständig auszuüben. Es gibt zudem spezielle Weiterbildungsmöglichkeiten für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten z.B. für die Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Im Krankenhaus

Wenn Sie während eines Spitalsaufenthaltes von einer Psychotherapeutin/einem Psychotherapeuten betreut werden, sind die Kosten durch Ihren Krankenversicherungsträger abgedeckt. Weitere Informationen finden Sie unter Krankenhausaufenthalt.

Bei einem Kuraufenthalt

Wenn Sie während eines von den Sozialversicherungsträgern bewilligten Kuraufenthaltes von einer Psychotherapeutin/einem Psychotherapeuten betreut werden, sind die Kosten dafür abgedeckt. Es sind für Kuraufenthalte allerdings von den Versicherten Zuzahlungen – von den Einkommensverhältnissen abhängig – zu leisten. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Website der Sozialversicherung.

Wissenswertes über den Kuraufenthalt und die damit verbundenen Kosten finden Sie unter Rehabilitations- und Kuraufenhalt.

Im niedergelassenen Bereich

Eine volle Kostenübernahme für Psychotherapie ist in eigenen bzw. vertraglich gebundenen Einrichtungen der Krankenversicherungsträger möglich sowie in Institutionen, die von der öffentlichen Hand subventioniert werden. Es besteht die Möglichkeit, dass ein Selbstbehalt zu leisten ist. Wenn Sie eine Psychotherapie bei einer niedergelassenen Psychotherapeutin/einem niedergelassenen Psychotherapeuten machen, haben Sie die Möglichkeit, einen Antrag auf Kostenzuschuss durch die Krankenversicherung zu stellen. Wird dieser genehmigt, erstattet Ihnen der Krankenversicherungsträger einen Teil des an die Psychotherapeutin/den Psychotherapeuten bezahlten Honorars zurück. Die Krankenversicherungsträger leisten allerdings nur dann einen Zuschuss, wenn eine sogenannte krankheitswertige Störung vorliegt. 

Weitere Informationen zu „Psychotherapie auf Krankenschein”, Kostenzuschüssen und Adressen niedergelassener Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten finden Sie unter Psychotherapie: Angebote und Adressen.

Informative Links

Weitere Informationen finden Sie unter Psyche und Seele.

Rechtliche Grundlagen

Relevante Gesetze finden Sie im Rechtsinformationssystem (RIS):

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