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Autostau © Sergiy Serdyuk

Feinstaub: Luftschadstoff Nummer 1

Feinstaub (PM) zählt zu den gefährlichsten Luftschadstoffen für die Gesundheit, da die Staubteilchen vielfältige schädliche Wirkungen in den Atemwegen und – vermittels entzündlicher Prozesse – im ganzen Körper entfalten. Feinstaub besteht aus winzigen Partikeln unterschiedlicher Größe und chemischer Zusammensetzung. Als Feinstaub werden Teilchen (Partikel) mit einem Durchmesser von 10 µm und kleiner bezeichnet (10 µm = 0,01 mm). Im Vergleich dazu ist ein Kopfhaar ca. 100 µm dick. Feine Sandkörner haben einen Durchmesser von 90 µm.

Verkehr, Hausbrand, Industrie und Landwirtschaft gelten als die Hauptverursacher der Feinstaubbelastung. Beim Verkehr wird ein Großteil der Belastung durch krebserregenden Dieselruß aus Diesel-Kfz sowie durch die Aufwirbelung von Straßenstaub hervorgerufen.

Wie Feinstaub entsteht

Feinstaub entsteht auf verschiedene Weise:

  • In der Atmosphäre bildet sich Feinstaub aus direkt emittierten Schadstoffteilchen und aus sekundären Partikeln, die aus chemischen Reaktionen sogenannter „Vorläufergase“ entstehen. Dazu zählen z.B. Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOx), Ammoniak (NH3) und flüchtige organische Verbindungen (VOC).
  • In Bodennähe entsteht Feinstaub durch mechanische Vorgänge, z.B. durch Splitt oder Abrieb im Verkehr.
  • Auch bei der Verbrennung vor allem von festen Brennstoffen wird Feinstaub freigesetzt.
  • Auf natürlichem Weg entsteht Feinstaub z.B. durch Winderosion (Wüstenstaub), bei Waldbränden oder bei Vulkanausbrüchen.

Gesundheitliche Gefahren

Je nach Größe der Feinstaubteilchen sind die oberen bzw. unteren Atemwege betroffen. Sehr kleine Partikel können mit der Atemluft über die Atemwege bis zur Lunge gelangen und sogar die Lungenbläschen erreichen. Bisher ist noch keine Konzentrationsgrenze festgestellt worden, unterhalb derer die Feinstaubbelastung keine gesundheitlichen Auswirkungen hätte. Besonders gefährdete Personengruppen sind Babys und Kleinkinder, ältere Menschen über 65 Jahre sowie Personen mit einer chronischen Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Feinstaub kann u.a. Entzündungen in den Gefäßen auslösen und zu einer Zunahme der Gerinnungsneigung des Blutes beitragen. Dadurch steigt das Thromboserisiko. Vorübergehende Feinstaubbelastungen können zu Husten, Bronchitis, Asthmaanfällen oder einer Beeinträchtigung der Lungenfunktion führen bzw. Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit verursachen. Langfristige Belastungen sind mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs und bei Kindern mit einem erhöhten Risiko für Beeinträchtigungen des Lungenwachstums und der Gehirnfunktion verbunden. Studien zeigen, dass eine starke Belastung mit Verkehrsabgasen mit einem höheren Herzinfarktrisiko verbunden ist.

Wie kann ich mich schützen?

Gesundheitsschäden können grundsätzlich dadurch vermieden werden, dass möglichst wenig feinstaubhaltige Luft eingeatmet wird.

  • Bei hoher Feinstaub-Belastung sollten anstrengende Tätigkeiten im Freien vermieden werden.
  • Fußgänger und Radfahrer sollten stark befahrene Straßen meiden.
  • Wohnräume sollten zu verkehrsarmen Zeiten gelüftet werden.
  • In der Wohnung öfter feucht Staub wischen und Rauchen als Feinstaubquelle vermeiden.

Feinstaubbelastung und Grenzwerte in Österreich

Die Lebenserwartung der Österreicherinnen und Österreicher wurde vor dem Jahr 2000 durch Feinstaub um durchschnittlich neun Monate reduziert. Seither ist die Belastung in ganz Österreich leicht zurückgegangen. Neben den Emissionen in Österreich ist auch der Schadstofftransport aus den Nachbarländern mitverantwortlich. An hochbelasteten Messstationen Österreichs werden die von der EU festgesetzten Grenzwerte immer noch überschritten. Daher wurden entsprechende Sanierungsgebiete definiert, wo zusätzliche Minderungsmaßnahmen (strengere Auflagen für die Industrie, Austauschprogramme für alte Heizungsanlagen, Fahrbeschränkungen für alte LKW und Geschwindigkeitsbeschränkungen) umgesetzt werden müssen.

EU-Grenzwerte:

  • 50 µg/m3 (Tagesmittel, sollte nicht an mehr als 35 Tagen pro Jahr überschritten werden)
  • 25 µg/m3 (Mittelwert pro Kalenderjahr)

Weitere Informationen und aktuelle Feinstaub-Belastung in Österreich:· Umweltbundesamt

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