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Ärztin spricht mit Patientin © corbis_infinite

Der Frauenarztbesuch

Die Wahl der richtigen Verhütungsmethode sollte am besten gemeinsam mit einer Frauenärztin/einem Frauenarzt des Vertrauens erfolgen. Diese/dieser muss jedoch zunächst einmal gefunden werden. Insbesondere junge Frauen sollten sich daher vor dem ersten Besuch bei einer Frauenärztin/einem Frauenarzt ausreichend informieren (zum Beispiel bei einer Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle) und sich prinzipiell darüber klar werden, ob sie lieber zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen wollen . . .

Für den Arztbesuch sollte ausreichend Zeit für eine gynäkologische Untersuchung und eine ausführliche Besprechung der unterschiedlichen Verhütungsmethoden eingeplant werden. Sämtliche Untersuchungsschritte sollten von der Frauenärztin/dem Frauenarzt erklärt werden, um eventuell vorhandene Unsicherheiten auszuräumen. Bleiben dabei noch Fragen offen, können Sie diese direkt der Frauenärztin/dem Frauenarzt gestellt werden. Denn jede zusätzliche Information kann helfen, den Körper besser zu verstehen.

Hinweis Manche Mädchen/Frauen empfinden die Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl als unangenehm und fühlen sich dabei eher unwohl. In diesen Fällen kann das Tragen eines Rockes bzw. das Anbehalten eines langen T-Shirts oder Pullovers helfen, sich wohler zu fühlen.

Was passiert bei einer gynäkologischen Untersuchung?

Die gynäkologische Untersuchung beginnt normalerweise mit einer vollständigen Anamnese. Dabei stellt die Frauenärztin/der Frauenarzt routinemäßig einige Fragen, wie zum Beispiel:

  • Wann war die erste Menstruation?
  • Wie regelmäßig ist die Blutung?
  • Wie lange dauert die Blutung?
  • Wie stark ist die Blutung?
  • Wann war die letzte Regelblutung?
  • Welche Verhütungsmittel werden oder wurden benutzt?
  • Gibt es Erkrankungen oder aktuelle gesundheitliche Probleme, auch in der Familie?
  • Werden regelmäßig Medikamente oder Drogen eingenommen?
  • Wird geraucht?
  • Liegt eine Schwangerschaft vor bzw. wie viele Schwangerschaften hat es bereits gegeben?

Es folgt eine Tastuntersuchung des Bauches, eine Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane sowie eine Spiegeluntersuchung der Vagina und des Muttermunds. Zudem wird ein Krebsabstrich durchgeführt. Bei der Scheidenspiegelung werden – entweder zwei einzelne oder ein – Scheidenspiegel (Spekula) in die Vagina eingeführt, um die Scheide sowie den Muttermund betrachten zu können.

Hinweis Bei Mädchen und jungen Frauen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, kann bei der Scheidenspiegelung das Jungfernhäutchen beschädigt werden. Um dies zu vermeiden, besteht die Möglichkeit, die Untersuchung mittels Ultraschall über die Bauchdecke durchzuführen.

Bei der Tastuntersuchung der Vagina werden zwei Finger eingeführt und unter anderem die Scheidenwände, das Scheidengewölbe sowie der Beckenboden abgetastet. Anschließend werden zusätzlich Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke mit beiden Händen (bimanuell) von innen und außen untersucht. Diese Untersuchung dient dazu, unter anderem die Größe, Beschaffenheit und Beweglichkeit der betreffenden Strukturen zu ermitteln.

Bei der gynäkologischen Untersuchung werden außerdem regelmäßig Brust und Achselhöhlen abgetastet. Ab dem 18. Lebensjahr wird zudem einmal jährlich eine Routineuntersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs empfohlen. Dafür reicht ein Abstrich vom Gebärmuttermund. Ebenso sollten Mädchen und junge Frauen jährlich einen Chlamydientest durchführen lassen. Eine Infektion mit diesen Bakterien verläuft in ungefähr der Hälfte aller Fälle unbemerkt und kann unter anderem zur Sterilität (Unfruchtbarkeit) der Frau führen. Gegen Chlamydien gibt es im Falle einer Infektion gut wirksame Antibiotika.

Wann sollte man zur Frauenärztin/zum Frauenarzt gehen?

Außerhalb der regulären Kontrolluntersuchungen ist ein Besuch bei Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt dann notwendig, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Juckreiz und stark riechender Ausfluss,
  • Blutungen außerhalb der Menstruation,
  • Probleme beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang,
  • Schmerzen im Unterleib,
  • starke Schmerzen außerhalb der Regelblutung,
  • häufige Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr,
  • Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr,
  • länger als zehn Tage andauernde Regelblutung,
  • häufig in zu kurzen Abständen (weniger als 25 Tage) auftretende Regelblutung,
  • extrem starke Blutungen,
  • Ausbleiben der Regel für mehr als 30 Tage,
  • fehlende Menstruation nach dem 15. Lebensjahr,
  • starke Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem jeweiligen Verhütungsmittel.

Mädchen und Frauen, die mit einer Spirale oder hormonell verhüten, sollten zudem einmal im Jahr eine Kontrolluntersuchung bei ihrer Frauenärztin/ihrem Frauenarzt durchführen lassen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei der Frauenärztin/beim Frauenarzt sind besonders mit zunehmendem Alter wichtig, auch wenn das Thema Verhütung keine Rolle mehr spielt.

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