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Bewegung im Kindergarten

Nachdem viele Mädchen und Buben einen großen Teil ihrer Zeit in Kindergärten verbringen, kommt diesem auch ein zentraler Stellenwert in Bezug auf Bewegungserfahrung und Entwicklung zu. Kinder lernen durch Bewegung viel über sich und ihre Umwelt. Ihre körperliche und geistige Entwicklung ist eng mit Bewegung und Bewegungserfahrungen verknüpft. Das Gehirn lernt sozusagen ständig dazu, stellt neue Verknüpfungen her. Muskeln und Knochen entwickeln sich u.v.m. Verschiedene Sinnes- und Bewegungserfahrungen unterstützen die Entwicklung von Kindern.

Warum Bewegung?

Bewegung ist für eine möglichst gesunde Entwicklung bei Kindern notwendig: Für den Aufbau von Knochen und Muskeln, das Herz-Kreislauf-System, für die Förderung der Wahrnehmung, die kognitiven Fähigkeiten, die Koordination, die Entwicklung der Psyche und das soziale Erleben bzw. Verhalten u.v.m.

Durch Bewegung lernen Kinder, ihre Empfindungen, ihre Grenzen, Bedürfnisse und ihren Körper besser kennen. Zudem lernen sie sich zu orientieren, Abstände und Geschwindigkeiten besser einzuschätzen und vieles mehr. Dies ist nicht zuletzt hinsichtlich der Prävention von Unfällen wichtig.

Die Entwicklung der Kleinen hängt unter anderem von körperlicher Betätigung und Beanspruchung ab. Im Kindesalter erworbene „Bewegungsfähigkeiten“ sind äußerst wertvoll und eine Basis für später. Sie sind eine der Grundlagen für ein möglichst aktives und gesundes Erwachsenenalter.

Kindergartenalter: Wie viel Bewegung?

Kinder sollten sich möglichst viel bewegen – unabhängig von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit und Körper-, Sinnes- oder Mentalbehinderung. Lang andauerndes Sitzen hingegen sollte vermieden werden. Kindergartenkinder im Alter von drei Jahren bis Schulbeginn sollten – laut Österreichischen Bewegungsempfehlungen - mindestens drei Stunden täglich körperlich aktiv sein. Davon mindestens 60 Minuten mit Bewegung bei mittlerer bis hoher Anstrengung. Mittlere Anstrengung bedeutet: Bewegung, bei der noch gesprochen, aber nicht mehr gesungen werden kann. Hohe Anstrengung: Bewegung, bei der nur noch ein kurzer Wortwechsel möglich ist. Weitere Infos zu den Österreichischen Bewegungsempfehlungen.

Wichtig dabei ist, dass Bewegung den Kindern Freude bereitet. Daher sollte die Bewegung zum Alter der Kinder passen, und möglichst verschiedene Arten von Bewegung sollten kombiniert werden.

Bewegung: Vielfältig und kindgerecht

Kinder erwerben durch vielfältige Bewegung unterschiedliche Fähigkeiten. Daher ist eine breite Palette verschiedener altersgerechter Bewegungsformen ideal, um Muskeln zu kräftigen, Knochen zu stärken und Ausdauer zu fördern. Bei Kindern bedeutet das z.B. Herumtollen am Spielplatz, Bewegungsspiele, Bälle werfen, Tretroller oder Laufrad fahren.

Vor allem im Kleinkindalter stehen kindgerechte Förderung und Forderung im Vordergrund und nicht sportliche Höchstleistungen. Wichtig ist außerdem das Erleben vielfältiger Bewegungs- und Sinneserfahrungen. Besonderen Stellenwert haben koordinative Fähigkeiten. Umgesetzt werden kann das z.B. durch Springen, Klettern, Laufen, Schaukeln, Werfen etc. Die gezielte Förderung der Grob- und Feinmotorik sollte gegeben sein: z.B. durch Ballspielen, Saft in ein Glas gießen, Papier mit Kinderschere schneiden, Kneten etc. Auch die Möglichkeit der freien Bewegung und nicht zuletzt Spiel und Spaß sind wichtig, um zu einer möglichst positiven Grundeinstellung gegenüber Bewegung und Sport auch im späteren Leben beizutragen.

Bewegungsförderung im Kindergarten

Die motorische Entwicklung und die Bewegungskoordination von Kindern sind von ihrer individuellen körperlichen und geistigen Reife abhängig – allerdings auch von den Möglichkeiten, diese zu trainieren. Neben den individuellen Voraussetzungen der Kinder und bereits erworbenen Bewegungskompetenzen spielen die Gegebenheiten eine Rolle, z.B. um Geschicklichkeit und Kraft zu trainieren. Auch wenn Bewegung selbst zu Verletzungen führen kann, ist sie ein Eckpfeiler in der Unfallprävention.

Gesundheit und Sicherheit

Kinder können Gesundheits- und Sicherheitskompetenzen entwickeln. Sie können durch altersgerechte Vermittlung nach und nach lernen, mit Risiken richtig umzugehen. Fachleute gehen davon aus, dass Unfälle unter anderem durch richtiges Verhalten und präventive Maßnahmen verhindert werden können.

Mangel an Kraft und Ausdauer ist unter anderem eine Folge von Bewegungsmangel. Durch Förderung der Motorik und der Wahrnehmung leistet der Kindergarten einen Beitrag zur Sicherheitserziehung. Bewegungsumfelder sowie Möglichkeiten und Anreize für Bewegung können im Kindergarten geschaffen werden, sodass Kinder Erfahrungen sammeln und sich beweisen können. Kinder werden für Gefahren sensibilisiert, ihre Sinne werden geschärft, ihre Koordination wird verbessert. Sie brauchen Gelegenheit zum Üben – freilich unter den achtsamen Augen der Pädagoginnen und Pädagogen.

Weiter Infos: Entwicklung von Kindern.

Umsetzung im Kindergarten

Mithilfe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kindergartens stellen sich die Kinder im Kindergarten neuen kleineren und größeren Herausforderungen. Bewegung wird teils durch freie Bewegung, aber auch durch angeleitete Bewegung umgesetzt.

Kindergärten integrieren Bewegung nach den jeweiligen Voraussetzungen. Stehen z.B. kein eigener Turnraum, Mehrzweckraum oder keine freie Außenanlage zur Verfügung, werden Bewegungsformen trotz begrenztem Raumangebot und ohne aufwendige Materialien umgesetzt – nicht zuletzt auch dank kindlicher Kreativität.

Kindergärten bieten aber auch Abwechslung in den Bewegungsformen, z.B. durch Bewegungsspiele oder durch Kooperationen mit Sportvereinen etc. Bewegung an frischer Luft ist für Kinder zusätzlich wichtig, z.B. auf Spielplätzen, bei Waldausflügen etc.

Spielerisches Lernen mit Bewegung

Bei Bewegung im Kindergarten gibt es – anders als in der Schule – keine Noten und keinen Leistungsdruck. Vieles wird spielerisch erarbeitet, unter anderem mit dem Ziel, die Neugierde zu wecken und Lernprozesse anzustoßen, aber auch mit dem Bestreben, Freude an Bewegung zu vermitteln. Das „Bewegungskönnen“ eines Kindes entsteht u.a. durch Ausprobieren, Wiederholen und Variieren im eigenen Tempo. Kinder lernen auch durch Nachahmen von Gleichaltrigen oder älteren Kindern, durch persönliche Erfahrungen und beim Spielen – sei es beim Ballspielen oder auch durch Bewegungs- und Singspiele. Kinder brauchen jedoch auch Ruhephasen dazwischen.

Gesundheit und Bewegung in Kindergärten sind im BildungsRahmenPlan verankert. Die Umsetzung ist von Kindergarten zu Kindergarten verschieden. Erkundigen Sie sich am besten beim Kindergarten Ihrer Wahl nach den Möglichkeiten und Gegebenheiten.

Hinweis

Bewegung sollte nicht nur im Kindergartenalltag stattfinden, sondern auch außerhalb – z.B. zu Hause. Der Bewegungsdrang kann jedoch nicht immer ausgelebt werden, beispielsweise aufgrund enger Wohnverhältnisse, stundenlangem Fernsehen und Computerspielen. Der Kindergarten bietet eine Ergänzung, ist jedoch kein vollwertiger Ersatz für Bewegung zu Hause.

Sicherheit durch Bewegung

Kind sein ist oft untrennbar mit Bewegung verbunden. Kinder benötigen ausreichend Raum dafür. Allerdings kommt in der Kindheit auch die eine oder andere Verletzung vor. Denn Kinder lernen vieles erst. Die Wahrnehmung, z.B. das Sehen und Hören, wie es Erwachsene tun, entwickelt sich. Kinder probieren aus, und ein kleinerer Unfall ist schnell passiert. Schwerere Unfälle müssen jedoch verhindert werden – im Kindergarten und außerhalb des Kindergartens.

Zu Hause, in der Freizeit, beim Sport, aber auch im Straßenverkehr kommen die meisten Unfälle vor. Stürze und Zusammenstöße sind bei Kindern besonders häufig. Die Ursachen für Unfälle sind unterschiedlich. Sie liegen zum Teil an mangelnder Erfahrung und daran, dass Kinder vieles ausprobieren und das Risiko nicht so einschätzen können. Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und fehlende Schutzausrüstung, zum Beispiel beim Freizeitsport oder auf der Straße, zählen ebenfalls dazu u.v.m.

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  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV): Bewegungsförderung. Online abgerufen unter www.dguv.de
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV): Sicherheits- und Gesundheitskompetenzen. Online abgerufen im März 2026 unter www.dguv.de
  • Fonds Gesundes Österreich (2020): Österreichische Bewegungsempfehlungen. Online abgerufen im März 2026 unter www.fgoe.org
  • Theresa Philipp-Flatscher, T.: Bewegungsentwicklung und -förderung im Kindesalter ─ im Speziellen in Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen. Online abgerufen im März 2026 unter www.eltern-bildung.at
  • Hunger, Ina (2022): Bewegung im Kontext frühkindlicher Bildung und Gesundheitsförderung. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte, WiFF Expertisen. Band 54. Online abgerufen im März 2026 unter www.weiterbildungsinitiative.de
  • Krombholz, H.: Die motorische Entwicklung im Kindesalter. Online abgerufen im März 2026 unter www.familienhandbuch.de
  • Krombholz, H. (2002): Sich bewegen lernen heißt seine Umwelt “erobern”. Online abgerufen im März 2026 unter www.familienhandbuch.de
  • Kuratorium für Verkehrssicherheit (2025): KFV Kinderunfallbilanz. Online abgerufen im März 2026 unter www.kfv.at
  • RKI (2025): Körperliche Aktivität / Sport. Online abgerufen im März 2026 unter www.rki.de 

Letzte Aktualisierung: 12. Juni 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Fonds Gesundes Österreich

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